Katja Krasavice spricht offen über ihre traumatische Kindheit und die Angst, die sie jahrelang begleitete.
Sie ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Nicht nur in Sachen Business, auch über ihre Beziehungen, über ihre Familie und ihr Schicksalsschläge spricht die heute 30-Jährige offen und ehrlich. Katja Krasavice sprach im Gespräch mit „MayWay“-Host Tanja May auf ihre schwierigen Verhältnisse zurück, in denen sie aufgewachsen ist. Besonders die Gewalt ihres Vaters gegen ihre Mutter habe sie nachhaltig geprägt.
So prägt Katjas Kindheit sie bis heute
Katja Krasavice macht dabei deutlich, dass sie selbst nicht körperlich geschlagen worden sei. Die Gewalt habe sie trotzdem unmittelbar getroffen. „Es reicht ja schon, wenn du vor einem Kind die Mutter des Kindes schlägst“, erklärt sie im Podcast. Mitbekommen hat sie das nämlich alles.
Für sie habe das ständige Leben in Angst weitreichende Folgen gehabt. Sie habe früh gelernt, die Stimmung ihres Vaters genau zu beobachten und kleinste Veränderungen wahrzunehmen. „Ich musste ja immer so auf der Hut sein und aufpassen: Was ist, wenn ich jetzt was falsch mache?“, erzählt die Rapperin. Aus Angst, dass er seinen Frust an ihrer Mutter auslassen könnte, wenn sie etwas falsch machte.
Heute beschreibt Katja sich selbst als ausgesprochen empathisch, weil sie eben schon früh jeden Blick ihres Vaters deuten musste. Sie könne teilweise schon an einem einzigen Blick erkennen, was eine andere Person denke oder fühle. Was zunächst wie eine besondere Stärke klingt, führt sie allerdings direkt auf ihre traumatischen Kindheitserfahrungen zurück. „Ich bin halt so empathisch, dass ich ja nur einen Blick deuten kann und dann weiß: Okay, die Person denkt jetzt das“, sagt sie. Gleichzeitig sei diese Fähigkeit für sie auch „total anstrengend“.
Zu Hause herrschte ständig Angst
Bereits in früheren Gesprächen hat Katja Krasavice beschrieben, wie stark die familiäre Situation sie belastet hat. Ihr Vater sei alkoholabhängig und gegenüber ihrer Mutter gewalttätig gewesen. Besonders eindrücklich schilderte sie, dass die Angst bereits einsetzte, wenn mit dem Auto in die Einfahrt fuhr. „Wir hatten zu Hause immer nur eine schöne Zeit, wenn er abwesend war“, erklärte sie. Sobald er zurückkam, habe die Anspannung wieder begonnen. Für ein Kind bedeutete das, ständig die Stimmung eines Erwachsenen einschätzen und sich entsprechend verhalten zu müssen.
Krasavice betont deshalb heute, dass körperliche Gewalt gegen ein Kind nicht die einzige Form von Gewalt sei, die schwere Spuren hinterlassen könne. Auch wenn sie selbst nicht geschlagen worden sei, habe das Miterleben der Gewalt gegen ihre Mutter sie psychisch traumatisiert.
Auch ihre Freundinnen wurden Opfer
Zu ihrer schwierigen Kindheit gehört noch ein weiterer traumatischer Abschnitt. Die Musikerin hat bereits in ihrem Buch „Bitch Bibel“ und in früheren Interviews öffentlich darüber gesprochen, dass ihr Vater ihre minderjährigen Freundinnen sexuell missbraucht habe. Sie musste sich anschließend mit den Folgen auseinandersetzen und gegen ihren Vater aussagen.
Nach ihren früheren Schilderungen wurde ihr Vater schließlich zu einer Haftstrafe verurteilt. Krasavice sagte später, dass sie bis heute keinen Kontakt zu ihm habe. Die Erfahrungen aus ihrer Kindheit haben die Rapperin nach eigener Aussage stark geprägt. Schon in früheren Interviews erklärte sie, dass bestimmte Situationen bis heute Reaktionen in ihr auslösen können. Unter anderem berichtete sie davon, dass laute Stimmen bei ihr starke emotionale Reaktionen hervorrufen, weil ihr Vater häufig geschrien habe.
Trotz ihrer öffentlichen, selbstbewussten und oftmals provokanten Persona zeigt sich dabei eine andere Seite der Rapperin: Hinter der harten Fassade stehen Erfahrungen, mit deren Folgen sie sich noch immer auseinandersetzt. Verfolgst du Katja Krasavice und ihren Content? Wusstest du, was sie in ihrer Kindheit alles durchmachen musste? Schreib uns deine Meinung dazu in die Kommentare!
