Zwischen Fame und Angst: Streamerin Fibi spricht offen über verstörendes Stalking-Erlebnis

Ein Moment, der Fibi in Angst versetzte und zeigt, wie dunkel das Leben als Streamerin sein kann.

Fibii
Fibi teilte eine krasse Geschichte in ihrem Twitch-Livestream! | © Fibii

In der deutschen Twitch-Szene ist sie längst kein unbeschriebenes Blatt mehr: Fibi. Mit gerade einmal 20 Jahren gehört sie zu den bekanntesten Streamerinnen Deutschlands. Ab Sommer 2019 startete Fibi ihre ersten Schritte als Streamerin und machte ab Januar 2020 regelmäßig Content. Sie begeistert ihre Community mit Spielen wie League of Legends und Valorant, aber auch mit abwechslungsreichen Variety- und IRL-Streams.

Über die Jahre baute sie sich eine treue Fanbase auf und steht damit schon lange im Rampenlicht, doch Ruhm bringt nicht nur Vorteile mit sich.

„Ich hatte da so Angst“

Fibi erinnerte sich an ein Erlebnis aus ihrer Jugend – sie war damals erst 17. Ein deutlich älterer Mann hatte ein Video von sich selbst aufgenommen, nur etwa 30 Meter von ihrer Wohnung entfernt. In dem Video ist Fibi zu sehen, wie sie in ihre Wohnung geht, während der Mann verstörende und sexualisierte Aussagen über sie macht. Das Schlimmste: Er postete das Video öffentlich auf Reddit. „Er sagte die schlimmsten Dinge über mich, was er machen will, und das er mich holen will", erzählte die Streamerin.

Die Reaktionen der Leute auf Reddit? Erschreckend! Kommentare wie „Boah, das ist so cool, dass du in der Nähe wohnst“ oder „Ich wünschte, ich hätte auch so Ausblicke“ und die Reaktionen darunter zeigen, wie manche Menschen solche Grenzüberschreitungen im Netz verharmlosen oder als harmlosen Spaß sehen, auch wenn das für die Betroffenen alles andere als lustig ist.

So beschreibt Fibi ihre Reaktion, als sie das Video und die Kommentare dazu gesehen hat:

Ich hatte da so Angst. Ich weiß das noch so hart.

Sie spricht auch über die sogenannten „Jokes", die einige Männer in diesem Kontext machen – Aussagen wie „Ich hab auf dich ge******.“ Für sie sind das keine Witze, offensichtlich, sondern „einfach nur krank." Zurecht!

Ein strukturelles Problem

Fibi ist mit solchen Erfahrungen leider nicht allein. Viele weibliche Streamerinnen berichten von sexualisierten Kommentaren, Belästigung und sogar Stalking. Aktuell sorgt auch der Fall rund um HoneyPuus Stalker für Schlagzeilen! Dass Fibi ihre Reichweite nutzt, um über ihre Erfahrungen zu sprechen, ist entscheidend. Es schafft Bewusstsein für ein Problem, das oft unterschätzt wird: die Grenzen von Respekt, die im Internet schnell überschritten werden.

Nähe zum Streamer bedeutet nicht, dass alles erlaubt ist. Und dass jemand öffentlich sichtbar ist, heißt nicht, dass er oder sie belästigt werden darf. Wenn du selbst einmal belästigt, bedroht oder gestalkt wirst, musst du damit nicht allein bleiben. Es gibt Anlaufstellen, die helfen:

Weisser Ring – Unterstützung bei Stalking und Bedrohung: 116 006 (kostenfrei) | www.weisser-ring.de

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ – rund um die Uhr, anonym und vertraulich: 08000 116 016 | www.hilfetelefon.de

Nummer gegen Kummer – Kinder- und Jugendtelefon – speziell für junge Menschen: 116 111 (kostenfrei, auch Chat)

Und bei akuter Gefahr: sofort Notruf 110 wählen.

Es ist wichtig zu wissen: Du bist nicht allein und Hilfe ist immer nur einen Anruf oder Klick entfernt.

Michelle Baier

Michelle lebt für Gaming, Streamer, digitale Trends und alles, was die moderne Popkultur und Kreativwelt bewegt....