Demon’s Souls im Test für PS5

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Faszinierend, brutal schwer und wunderschön - Demon's Souls im Test. (Quelle: Sony Interactive Entertainment)

Zugegeben: Normalerweise sind die Starttitel einer neuen Konsole qualitativ recht überschaubar. Aber es gibt auch positive Ausnahmen, wie Demon’s Souls für PS5 in unserem Test beweist – dieses Action-Rollenspiel müsst ihr gespielt haben!

„Hey, lass uns mal ein Game machen, das so verdammt schwer ist, dass sich selbst Profis daran die Zähne ausbeißen.“ Okay, wir wissen nicht, ob es beim japanischen Entwicklerstudio From Software während der Entwicklung von Demon’s Souls wirklich jemals zu dieser Aussage kam. Was wir allerdings wissen ist, dass die Neuauflage des Action-RPGs für PS5 im Test nicht nur den besten Starttitel der Next-Gen-Konsole markiert, sondern ein Fest für Genre-Fans darstellt, das sich niemand entgehen lassen sollte.


Demon’s Souls: Die Mutter aller Neuauflagen

Dark Souls kennt mittlerweile jeder. Die knüppelharte RPG-Reihe von From Software genießt seit Jahren Kult-Status und wird von den Fans vergöttert. Otto-Normal-Gamer fragt sich hingegen weiterhin, was daran Spaß machen soll, hunderte Male zu sterben und immer wieder dieselben Feinde zu besiegen.

Ich gebe es ehrlich zu: Lange Zeit habe ich mir vor den brutal schweren Action-Rollenspielen gedrückt. Las in den sozialen Netzwerken von dem Hype, den ich nie verstand. Und dann? Dann kam der PS4-Exklusivtitel Bloodborne (ebenfalls aus dem Hause From Software) um die Ecke und spielte sich mal eben direkt in mein Herz.

Und so begab es sich, dass ich das Souls-like-Genre zu schätzen lernte, alle drei Dark Souls-Teile nachholte und ohnehin so ziemlich jedes Game spielte, dass ungefähr in diese Kerbe schlug. Mit Ausnahme von Demon’s Souls – dem Ursprung des Genres, das im Jahr 2009 auf der PlayStation 3 seinen Anfang fand.

Zum Start der PlayStation 5 kehrt der Titel als vollständiges Remake zurück und die auf Neuauflagen spezialisierten Entwickler von Bluepoint Games, die uns unter anderem schon das erstklassige Shadow of the Colossus spendierten, haben sich einmal mehr selbst übertroffen.

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Demon's Souls bleibt der Vorlage freu und legt vor allem technisch spürbar zu. (Quelle: Sony Interactive Entertainment)

Sterben, Fluchen, Feiern – Das ist Demon’s Souls

Als Genre-Veteran habe ich natürlich mittlerweile einen ähnlichen Vorteil wie diejenigen, die das Original seinerzeit bereits gespielt haben: ich weiß was mich erwartet. Wer allerdings mit Demon’s Souls für PS5 sein erstes Tänzchen mit dem RPG wagt, wird gnadenlos auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Die Souls-like-Titel sind nichts für Weicheier. Obwohl ihr in nur wenigen Spielstunden mehr Bildschirmtode aneinanderreiht, als in allen Super Mario-Games zusammen, braucht ihr keine masochistische Ader, um mit dem Game Spaß zu haben.


Und genau so schnell geht es vermutlich den meisten von euch, bis sich euch die Faszination dieses Genres offenbar. In Demon’s Souls werdet ihr sterben. Oft sterben. Ja, sogar im Minutentakt das Zeitliche segnen. Zumindest, bis ihr die Spielmechaniken verinnerlicht habt.

Geboren in einer Zeit, in der Videospiele langsam zum Nickelback der Rock-Szene zu mutieren drohten (also zu verweichlichen), ging Demon’s Souls genau den umgekehrten Weg und schrie inbrünstig: „ICH BIN SCHWER UND DAS IST GUT SO!“

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Ähm. Kollege: Du weißt schon dass du brennst, oder? (Quelle: Sony Interactive Entertainment)

Demon’s Souls ist aber nicht nur brutal schwer, es ist dabei auch stets extrem fair – und genau darin liegt die Besonderheit. Nie sind es Designfehler oder übertriebene Kämpfe, die zu eurem Ableben führen.

Der Fehler liegt jedes Mal allein bei euch. Wer sich im Game achtsam seinen Kontrahenten nähert, ihre Bewegungen verinnerlicht und gewillt ist, dazuzulernen, wird belohnt. Ihr als Spieler wachst mit steigender Spielzeit immer wieder über euch hinaus und dieses Gefühl ist – wie jeder Souls-Fan bestätigen kann – schlicht überwältigend.


Was kann Demon’s Souls denn nun?

Demon’s Souls für PlayStation 5 bildet zudem den perfekten Einstiegspunkt in das Genre. Im Vergleich zu den indirekten Nachfolgern wirft euch das RPG nicht ahnungslos in eine offene Welt. Dreh- und Angelpunkt ist der sogenannte Nexus, ein Hub-Level, von dem aus ihr die fünf weitläufigen Bereiche des Spiels erkundet.

Die unterscheiden sich spielerisch wie optisch stark voneinander und sehen dank der Hardware-Power der PlayStation 5 stellenweise atemberaubend aus. Besonders die Lichteffekte sorgen in Kombination mit der ohnehin düsteren Atmosphäre für Grusel-Stimmung und Herzrasen.

Um es kurz zu machen: Demon’s Souls ist aus technischer Sicht eine Wucht und überzeugt mit einer beeindruckenden Grafik, flüssigen Bildrate und hervorragendem Soundtrack.

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Hey Spider-Man, du hast dein eigenes PS5-Spiel! (Quelle: Sony Interactive Entertainment)

Im Kern handelt es sich um ein klassisches Rollenspiel: Ihr bekämpft Gegner, sammelt Erfahrungspunkte und steigt im Level auf, um eure Werte wie Vitalität oder Stärke zu erhöhen. Am Ende eines jeden Levels wartet zudem ein riesiger Bossgegner darauf, von euch in die Schranken gewiesen zu werden. Soweit, so bekannt.

Der Unterschied zu anderen Rollenspielen: Nach jedem Ableben findet ihr euch am Anfang des Levels wieder und alle bereits erledigten Gegner sind wieder da. Trotzdem war ein erfolgloser Anlauf in Demon’s Souls nie umsonst und belohnt euch mit Abkürzungen, neuen Rüstungen oder zusätzlichen Items.

Frustration und Glückseligkeit liegen in Demon’s Souls und anderen Genrevetretern so nah beieinander, wie in keinem anderen Game. Ihr sammelt Seelen, die ihr für die Aufwertung eures Charakters benötigt und eure gesammelte Erfahrung darstellen. Segnet ihr das Zeitliche, verliert ihr alle Seelen am Ort eures Ablebens und habt nur einen einzigen Versuch, sie zurückzuerlangen.

Glaubt mir wenn ich sage, dass ich manchmal nur zu gerne meinen neuen DualSense-Controller gegen die nächstgelegene Wand geworfen hätte. Glaubt mir aber auch wenn ich sage, dass es kein befriedigenderes Gefühl im Bereich der Videospiele gibt, als einen Boss nach dem zehnten Anlauf endlich im Dreck liegen zu sehen.


Wer das Spielprinzip von Demon’s Souls einmal verinnerlicht und akzeptiert hat, der kommt von diesem PS5-Game garantiert nicht mehr so schnell los. Und zum Runterkommen gibt es im Launch-Lineup der PlayStation 5 ja immer noch Titel wie Sackboy oder The Pathless.

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Demon's Souls wandelt auf dem schmalen Pfad zwischen Frust und Freude. (Quelle: Sony Interactive Entertainment)

Fazit zu Demon’s Souls

Traut euch an dieses Game! Wer sich, wie ich, jahrelang vom brutal hohen Schwierigkeitsgrad der Souls-like-Titel abschrecken ließ, verzichtet auf die vielleicht faszinierendste Spielerfahrung, die das Medium Videospiel zu bieten hat.

Demon’s Souls für PlayStation 5 ist dabei nicht nur der ideale Einstiegspunkt für Neulinge, sondern auch ein Paradebeispiel dafür, wie ein Remake auszusehen hat. Es ist die bestmögliche Hommage an das Original, die die Vorlage genau an den richtigen Stellen spürbar verbessert. Demon’s Souls sieht beeindruckend aus, klingt fantastisch und spielt sich butterweich. Dieses Game darf in keiner PS5-Spielesammlung fehlen.


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