Red Dead Redemption 3 braucht eine schwarze Hauptfigur

Read Dead Redemption 3 wurde offziell bestätigt. Wir wissen nur noch nicht, wann, wo und mit wem? Über den letzten Punkt wird viel spekuliert und ich trag hier jetzt auch mal meinen Teil dazu bei.

Red dead redemption 3 main character black charles smith
Red Dead Redemption 3 könnte viel in der allgemeinen Wahrnehmung ändern. | © Rockstar

Wir haben schonmal einen Artikel dazu verfasst, wer die Hauptfigur in Red Dead Redemption 3 sein könnte, und eigentlich habe ich gar nicht viel Neues hinzuzufügen. Alles, was hier passiert, ist sowieso nur Spekulation. Aber ich finde, dass sich die Hauptfigur in Red Dead Redemption 3 in einem Punkt ganz grundlegend von denen in RDR 1 und RDR 2 unterscheiden sollte: In der Hautfarbe.

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Ja, es muss sein. Ich bin jetzt mal der Typ, der das kontroverse Fass zu Ethnien, Hautfarben und dem ganzen anderen Zeug aufmacht. Es gibt nämlich eine Sache, die du vielleicht nicht weißt: Der Wilde Westen war gar nicht ausschließlich weiß, es gab eine ganze Menge schwarzer Cowboys. Selbst der Lone Ranger wurde im Nachhinein weiß gemacht. Es wird langsam höchste Zeit für eine faire Darstellung, und RDR 3 ist der richtige Ort, um damit anzufangen.

Red Dead Redemption 3: Schwarzer Hauptcharakter?

Ok, ich habe gerade mit ein paar Fakten um mich geworfen, also lasst mich beweisen, dass sie nicht halbherzig sind: Ja, es stimmt, dass es eine Menge schwarzer Cowboys gab. Tatsächlich war einer von vier Cowboys in den USA schwarz. So, das war's von mir. Du kannst auf den Link klicken, um eine Analyse von richtigen, studierten Geschichtsexperten zu lesen. Aber es gibt einen weiteren interessanten Fakt: Der Lone Ranger war eigentlich schwarz. Ja, das weiße Hollywood-Franchise basiert auf Bass Reeves, einem Gesetzeshüter, der von 1838 bis 1910 lebte und über 3000 Verhaftungen durchführte. Das ist genauso beeindruckend, wie es klingt. Deshalb hat Hollywood die Geschichte aufgegriffen, aber komischerweise vergessen, die eigentliche Hautfarbe zu erwähnen.

So. Fact-Checking erledigt. Wie viel Repräsentation gibt es im Gaming eigentlich? Gar keine, so ist das nämlich. In den Filmen wird das Narrativ so langsam an die Wirklichkeit angepasst: Denzel Washington hat die Hauptrolle in der Neuverfilmung von Magnificent Seven gespielt, Jamie Foxx hat Django gespielt und Idris Elba hat gerade in einem schwarzen Cowboy-Film auf Netflix mitgespielt - wir machen also Fortschritte und kommen voran.

In der Spielebranche wurde Fortschritt auf umstrittenen Gebieten oft von Rockstar angeführt, und das ist auch gut so. Ein schwarzer Hauptdarsteller in Red Dead Redemption wäre auf jeden Fall umstritten. Trotzdem, die eigentliche Geschichte wurde lange genug als eine weiße Geschichte dargestellt. Und Rockstar hat mit Charles Smith bereits eine perfekte Grundlage geschaffen: Der halb-indigene, halb-schwarze Nebencharakter aus RDR 2 ist ein Fanliebling, und viele wollten sehen, wie seine Geschichte weitererzählt wird.

Selbst wenn Rockstar sich nicht dazu entschließt, Charles' Geschichte wieder aufzugreifen, gibt es im Wilden Westen eine Menge schwarzer Geschichten, die darum bettelt, erforscht zu werden. Wenn Rockstar den Weg nicht ebnet, dann weiß ich nicht, welcher Spieleentwickler es tun wird. So wie es aktuell aussieht, ist der Wilde Westen zu einer Fantasie des weißen Mannes geworden, in der es um Erkundung, Eroberung und Abenteuer geht. Die Wirklichkeit sieht einfach anders aus. Was ist denn mit der Seite der indigenen Völker Nordamerikas? RDR 2 hat das zwar angerissen, aber kein großer Entwickler ist dem je gerecht geworden.

Red Dead Redemption 3 wird so oder so großartig, aber noch so ein Power-Walk voll mit kaukasischen Schnauzern wäre eine Enttäuschung.