Mass Effect 2 (2010)
Ein Team zu rekrutieren hat sich in einem Blockbuster-RPG selten so persönlich angefühlt: Loyalitätsmissionen, die wie Kurzfilme funktionieren, Gespräche, die tatsächlich verändern, wie man die eigene Crew sieht, und Einsätze, die noch im Magen liegen, lange nachdem man den Controller weggelegt hat. Mass Effect 2 schärfte alles, was der erste Teil eingeführt hatte – Kampftempo, Figurenzeichnung, filmische Sicherheit – und krönte es mit einem Finale, das so angespannt ist, dass man jede frühere Entscheidung plötzlich behandelt, als hätte sie wirklich gezählt.
Danach weiterzumachen, ist brutal schwierig, und Mass Effect 3 bewies genau das: Bei all seinen Stärken wurde die Debatte um das Ende zu einem Gravitationsfeld, das jede Nuance verschluckte – und plötzlich war der letzte Eindruck der Trilogie keine Katharsis, sondern eine Kontroverse. Später versuchte Mass Effect: Andromeda, die Stimmung neu zu starten, doch das anfängliche technische Chaos und das unausgewogene Storytelling ließen es wirken, als würde die Reihe vor ihrem eigenen Schatten davonlaufen. Wenn ein Mittelteil so perfekt landet, dass er sich wie der Höhepunkt anfühlt, und der Abschluss zur Schlagzeile wird, lässt sich leicht argumentieren, dass die Saga auf dem Hoch von Mass Effect 2hätte enden können. | © BioWare