2. Snakes on a Plane (2006)
Snakes on a Plane gehört zu den wenigen Filmen, die bereits zum Meme wurden, bevor überhaupt jemand sie gesehen hatte. Der Titel verrät schließlich alles, was man über die Handlung wissen muss: Schlangen in einem Flugzeug. Gleichzeitig versprach die Besetzung mit Samuel L. Jackson, dass jemand diese vollkommen absurde Prämisse mit maximalem Ernst vertreten würde. Der Hype im Internet erreichte damals ein Ausmaß, das kaum ein Film realistischerweise hätte erfüllen können. Dennoch funktioniert Snakes on a Plane überraschend gut, weil er sich seiner eigenen Lächerlichkeit niemals verweigert. Statt die Idee abzuschwächen oder ironisch zu brechen, setzt der Film voll und ganz auf das, was sein Titel verspricht. Samuel L. Jackson liefert genau die Art von Performance ab, die sich die Fans erhofft hatten. Er trägt jede Zeile mit der ihm eigenen Intensität vor und begegnet der Situation, als stünde tatsächlich das Schicksal der Welt auf dem Spiel. Gleichzeitig nutzt der Film jede Gelegenheit, um möglichst kreative, absurde und oft völlig überdrehte Todesarten rund um seine reptilischen Antagonisten zu präsentieren. Gerade diese kompromisslose Hingabe an die eigene Prämisse macht den Reiz des Films aus. Snakes on a Plane versucht nie, anspruchsvoll, tiefgründig oder besonders clever zu sein. Er weiß genau, was er ist, und liefert genau das: einen B-Movie-Actionthriller, der seine absurde Ausgangsidee mit voller Überzeugung ausreizt. Am besten funktioniert der Film deshalb, wenn man ihn nicht nach klassischen Maßstäben bewertet. Wer erwartet, einen „guten“ Film im traditionellen Sinne zu sehen, wird vermutlich enttäuscht. Wer hingegen bereit ist, sich auf die pure Absurdität einzulassen, erlebt einen Film, der aus seiner eigenen Lächerlichkeit eine erstaunlich unterhaltsame Form von Selbstbewusstsein entwickelt. Genau das hat ihm seinen Kultstatus eingebracht. | © New Line Cinema