Gesendet von einem iPhone...
Heute vor 15 Jahren starb Steve Jobs im Alter von 56 Jahren. Er hatte mit Apple Computer für Millionen Menschen zugänglich gemacht und später mit dem iPod und dem iPhone verändert, wie sie Musik hören und miteinander kommunizieren.
Zum Bild des Gründers im schwarzen Rollkragenpullover gehört aber auch ein Mensch, den Kollegen als anstrengend und exzentrisch erlebten. Eine der ungewöhnlichsten Geschichten aus seiner Biografie: Um Stress abzubauen, tauchte Jobs gelegentlich seine nackten Füße in eine Bürotoilette.
Vom Bastelprojekt zur Computerfirma
Steven Paul Jobs wurde am 24. Februar 1955 geboren. Zusammen mit Steve Wozniak gründete er 1976 Apple. Wozniak brachte das technische Können für die frühen Computer mit; Jobs erkannte, wie daraus Produkte für Menschen außerhalb der damaligen Computerwelt werden konnten. Der Apple II machte die junge Firma erfolgreich. Mit dem Macintosh stellte Apple 1984 einen Computer vor, dessen grafische Bedienung die Branche nachhaltig prägte.
Jobs verlangte viel von seinen Mitarbeitern und geriet immer wieder mit anderen Führungskräften aneinander. 1985 verlor er nach einem Machtkampf seine Rolle bei Apple. Er gründete daraufhin NeXT und übernahm eine Computeranimationsfirma, aus der Pixar wurde. Deren erster abendfüllender Film Toy Story erschien 1995. Als Apple NeXT kaufte, kehrte Jobs zu dem Unternehmen zurück, das er mitgegründet hatte.
Mit den Füßen in der Toilette
Jobs autorisierter Biograf Walter Isaacson beschreibt eine Eigenheit aus den frühen Apple-Jahren: Jobs lief häufig barfuß und stellte manchmal seine Füße in die Toilette, um sich bei Stress zu beruhigen. Für ihn mag das ein kurzer Moment der Entspannung gewesen sein; für seine Kollegen war es weniger angenehm. Die Anekdote ist in Isaacsons Biografie überliefert und wurde seitdem vielfach weitererzählt. Sie beschreibt ein gelegentliches Verhalten, keine feste tägliche Routine.
Die Szene wirkt absurd, sagt aber auch etwas über die Arbeitswelt um Jobs aus. Er entzog sich gewöhnlichen Erwartungen oft selbst dann, wenn andere mit den Folgen umgehen mussten. Seine Fähigkeit, Teams zu großen Leistungen anzutreiben, und sein schwieriger Umgang mit Menschen gehörten zu derselben Karriere. Die Produkte kann man bewundern, ohne die Belastung für seine Mitarbeiter zu einer liebenswerten Marotte umzudeuten.
Die Rückkehr und die Geräte, die alles veränderten
Nach seiner Rückkehr führte Jobs Apple aus einer schweren Krise. 2001 stellte das Unternehmen den iPod vor: einen tragbaren Musikplayer, der Tausende Songs in die Tasche brachte. 2007 präsentierte Jobs das iPhone als Telefon, Musikplayer und Internetgerät in einem. Seine Vorführungen wurden selbst zu Ereignissen. Er erklärte neue Technik so, dass ein Publikum ihren Nutzen sofort verstand – eine Stärke, die ebenso wichtig war wie das Design der Geräte. 2010 folgte das iPad.
Jobs entwickelte diese Produkte nicht allein. Ingenieure, Designer und andere Mitarbeiter machten aus Ideen funktionierende Geräte. Sein besonderer Einfluss lag darin, Entscheidungen über Technik, Gestaltung und Bedienung zusammenzuführen und konsequent auf ein Ergebnis zu drängen. Das brachte Apple große Erfolge, konnte die Zusammenarbeit unter seiner Führung aber auch hart machen.
Ein Vermächtnis mit Widersprüchen
2003 wurde bei Jobs ein seltener Tumor der Bauchspeicheldrüse festgestellt. Nach Angaben seines Biografen schob er eine empfohlene Operation zunächst auf und versuchte andere Behandlungen – eine Entscheidung, die er später bedauerte. Im August 2011 trat er als Apple-Chef zurück. Am 5. Oktober desselben Jahres gab das Unternehmen seinen Tod bekannt.
Fünfzehn Jahre später ist Jobs’ Einfluss noch immer in Alltagsgeräten zu erkennen. Die Geschichte von den Füßen in der Bürotoilette ändert daran nichts. Sie erinnert aber daran, dass hinter der präzisen Inszenierung auf der Bühne ein widersprüchlicher Mensch stand: außergewöhnlich im Blick für Produkte und keineswegs einfach im Umgang mit anderen.
