Discord fordert ab März einen Altersnachweis

Es könnte sein, dass ihr Discord bald euern Ausweis zeigen müsst.

Die Plattform hat mittlerweile über 600 Millionen registrierte Nutzer. | © Mariia Shalabaieva / Unsplash

Discord ist längst mehr als nur eine Plattform für Gamer. Für nahezu jedes noch so nischige Interesse gibt es heute einen eigenen Server, um sich auszutauschen, zu diskutieren oder einfach mitzulesen. Nun greift Discord jedoch spürbar in diese offene Struktur ein: Der Dienst führt weltweit eine Altersprüfung ein.

Wie Discord das Alter seiner Nutzer prüfen will

Discord hat angekündigt, global eine Altersprüfung einzuführen. Dafür soll es mehrere Möglichkeiten geben, das eigene Alter nachzuweisen. Nutzer können selbst entscheiden, ob sie dafür ihr Gesicht per Scan oder einen amtlichen Ausweis verwenden möchten. In Zukunft sollen zudem weitere Optionen hinzukommen.

Bereits vor dieser aktiven Altersprüfung soll jedoch eine Erkennungssoftware im Hintergrund laufen. Diese wertet bestimmte Aktivitäten des Nutzers aus, um einzuschätzen, ob es sich um einen erwachsenen Account handelt. Private Informationen wie etwa private Nachrichten sollen dabei ausdrücklich nicht ausgewertet werden.

Kann das System nicht eindeutig feststellen, ob ein Account zu einem Erwachsenen gehört, wird dieser automatisch als minderjährig eingestuft. In diesem Fall bleiben unter anderem der Zugang zu altersbeschränkten Servern verwehrt und Nachrichten von fremden Nutzern werden stärker gefiltert.

Eine Altersprüfung ist für Discord dabei grundsätzlich nichts Neues. Bereits im vergangenen Jahr führte die Plattform entsprechende Maßnahmen in Großbritannien und Australien ein. Nun sollen diese Prüfungen auf globaler Ebene ausgeweitet werden.

Discord möchte den Schutz von Kindern und Jugendlichen jedoch nicht allein über Alterskontrollen gewährleisten. Zusätzlich wurde die Einrichtung eines sogenannten Teen Council angekündigt. Dieses Gremium soll aus zehn bis zwölf Mitgliedern bestehen und das Unternehmen dabei unterstützen, Discord insgesamt jugend- und kinderfreundlicher zu gestalten sowie die Sicherheit Minderjähriger zu verbessern. Wie der Name bereits vermuten lässt, soll der Rat aus Jugendlichen selbst bestehen. Wer also zwischen 13 und 17 Jahren alt ist, kann sich noch bis zum 1. März für den Teen Council bewerben.

Zwischen Jugendschutz und Privatsphäre

So nachvollziehbar die Maßnahme für mehr Kinderschutz auch sein mag, wirft sie dennoch Fragen in Bezug auf Privatsphäre und Datenschutz auf. Besonders die im Hintergrund laufende Erkennungssoftware steht dabei in der Kritik. Zwar hat Discord versichert, dass keine privaten Informationen ausgewertet werden sollen, dennoch werden Nutzer automatisch von einer Software überprüft.

Die zentrale Frage ist daher nicht, ob Kinderschutz grundsätzlich sinnvoll ist, sondern welche Maßnahmen dabei noch als ethisch vertretbar gelten. Ob Discord mit diesem Ansatz den richtigen Mittelweg zwischen Kinderschutz und Privatsphäre gefunden hat, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Einführung der Altersprüfung die Debatte um Altersgrenzen in sozialen Netzwerken neu entfacht hat.

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Luis Scharringhausen

Videospiele sind meine Leidenschaft, besonders Elden Ring. Nebenbei studiere ich Journalismus und schaue gerne Serien....