Er spendete Milliarden und brachte die ganze Welt zum Lachen: Zum Todestag von Jerry Lewis

Für einige gilt Lewis noch heute als Urvater des modernen Entertainments.

Jerry Lewis 01 Paramount Pictures
Einige Figuren wirken altbacken, andere zeitlos: Immer brachten sie das Publikum zum Lachen. | © Paramount Pictures

Am 20. August 2026 jährt sich der Tod von Jerry Lewis zum neunten Mal. Der US-amerikanische Komiker, Schauspieler, Regisseur und Produzent gehörte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Gesichtern des amerikanischen Entertainments. Mit seinem extrem körperlichen Humor, seiner Arbeit hinter der Kamera und seinem langjährigen sozialen Engagement hinterließ er Spuren, die weit über seine eigenen Filme hinausreichen.

Lewis war dabei weit mehr als nur der überdrehte Slapstick-Komiker, als den ihn viele zunächst wahrnahmen. Er wollte möglichst viele Bereiche seiner Produktionen selbst kontrollieren, experimentierte mit Filmtechnik und entwickelte sich zu einem der ungewöhnlichsten Multitalente Hollywoods.

Vom Bühnenkind zum Comedy-Star

Jerry Lewis wurde 1926 als Joseph Levitch in Newark im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Seine Eltern arbeiteten selbst im Unterhaltungsgeschäft, sodass Bühne und Showbusiness schon früh zu seinem Alltag gehörten.

Bereits als Jugendlicher trat Lewis mit eigenen Nummern auf. Seine große Karriere begann allerdings erst, als er Ende der 1940er-Jahre auf Dean Martin traf. Die beiden entwickelten eine Comedy-Dynamik, die beim Publikum schnell funktionierte: Martin spielte den entspannten, charmanten Gegenpart, während Lewis für Chaos, Grimassen und völlig überzeichnete Reaktionen zuständig war.

Als Martin and Lewis wurden sie innerhalb weniger Jahre zu einem riesigen Entertainment-Phänomen. Sie standen gemeinsam in Nachtclubs auf der Bühne, waren im Radio und Fernsehen zu sehen und drehten zwischen 1949 und 1956 zahlreiche erfolgreiche Kinofilme.

Nach Dean Martin wurde Lewis selbst zum Filmemacher

Die gemeinsame Karriere endete 1956, doch für Jerry Lewis bedeutete die Trennung keineswegs das Ende seines Erfolgs. Stattdessen baute er sich eine Solokarriere auf und übernahm zunehmend selbst die kreative Kontrolle über seine Filme.

Er arbeitete als Schauspieler, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor und konnte damit seine eigene Vorstellung von Comedy deutlich konsequenter umsetzen. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört Der verrückte Professor aus dem Jahr 1963. Lewis führte Regie und spielte zugleich mehrere Facetten der Hauptfigur.

Der Film entwickelte sich zu einem der bekanntesten Werke seiner Karriere und zeigte, dass seine Komik nicht nur aus spontanen Slapstick-Momenten bestand. Lewis beschäftigte sich intensiv mit Timing, Inszenierung und der technischen Umsetzung seiner Szenen.

Eine Idee von Jerry Lewis veränderte Filmsets

Auch technisch hinterließ Lewis einen bemerkenswerten Einfluss. Bei seinen Regiearbeiten wollte er direkt überprüfen können, wie eine gedrehte Szene tatsächlich aussah. Dafür setzte er ein frühes Video-Playback-System ein, bei dem das Kamerabild gleichzeitig auf Video aufgezeichnet und unmittelbar kontrolliert werden konnte.

Solche Verfahren entwickelten sich später zum sogenannten Video Assist, der heute bei Film- und Fernsehproduktionen selbstverständlich ist. Lewis konnte dadurch gleichzeitig vor und hinter der Kamera arbeiten und nach einem Take direkt beurteilen, ob eine Szene funktionierte.

Interessanterweise wurde seine Arbeit außerhalb der USA teilweise anders wahrgenommen als in seiner Heimat. Vor allem französische Filmkritiker beschäftigten sich intensiv mit seinen Filmen und betrachteten Lewis nicht lediglich als populären Komiker, sondern auch als ernstzunehmenden Regisseur und Autorenfilmer.

Jahrzehntelanger Einsatz für Menschen mit Muskeldystrophie

Ein zweiter großer Teil seines öffentlichen Lebens hatte nur wenig mit Film zu tun. Jerry Lewis engagierte sich jahrzehntelang für die Muscular Dystrophy Association und wurde insbesondere durch den jährlichen MDA Labor Day Telethon bekannt.

Ab den 1960er-Jahren wurde die oft viele Stunden dauernde Fernsehsendung zu einer festen Größe im amerikanischen TV. Ziel war es, Spenden für die Forschung und für Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen zu sammeln.

Lewis wurde über Jahrzehnte zum prominentesten Gesicht der Aktion. Im Laufe dieser Zeit kamen durch die Telethons enorme Spendensummen zusammen. Sein Engagement brachte ihm zahlreiche humanitäre Ehrungen ein und wurde schließlich zu einem ebenso wichtigen Teil seiner öffentlichen Wahrnehmung wie seine Filme.

Sein Humor beeinflusste mehrere Generationen

Jerry Lewis setzte besonders stark auf körperliche Comedy. Übertriebene Bewegungen, verzerrte Stimmen, hektische Reaktionen und präzise inszeniertes Chaos wurden zu seinen Markenzeichen.

Dieser Stil beeinflusste zahlreiche spätere Comedians und Schauspieler. Gleichzeitig zeigte seine Karriere, dass Comedy und technische Innovation kein Widerspruch sein mussten. Lewis interessierte sich nicht nur dafür, wie ein Gag beim Publikum ankam, sondern auch dafür, wie Kameraführung, Schnitt und Produktion diesen Gag überhaupt ermöglichten.

Auch im hohen Alter blieb er als Schauspieler und öffentliche Persönlichkeit präsent. Für seine jahrzehntelange Arbeit im Entertainment und sein humanitäres Engagement erhielt er 2009 den Jean Hersholt Humanitarian Award der Academy.

Jerry Lewis starb im Alter von 91 Jahren

Am 20. August 2017 starb Jerry Lewis im Alter von 91 Jahren in seinem Zuhause in Las Vegas. Damit endete eine Karriere, die sich über mehr als sieben Jahrzehnte erstreckt hatte und von Nachtclubs über Hollywood-Filme bis zu großen Live-Fernsehshows reichte.

Zu seinem neunten Todestag am 20. August 2026 bleibt deshalb ein Entertainer in Erinnerung, der sich nur schwer auf eine einzige Rolle reduzieren lässt. Jerry Lewis war Komiker und Schauspieler, aber genauso Regisseur, Produzent, technischer Tüftler und über Jahrzehnte eine der prominentesten Figuren des amerikanischen Charity-Fernsehens.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....