Die Welt des Gamings ist sehr männerdominiert, aber über die letzten Jahre haben immer mehr Frauen auch ihren Weg zum Streaming gefunden. Aber ist es für Frauen wirklich leichter, dort Fuß zu fassen?
Die meisten Menschen würden zustimmen, dass die Erfahrungen von Frauen auf Twitch sich stark von denen der Männer unterscheiden. Doch meist hört es dort auch schon mit dem Einverständnis auf. Während viele behaupten, Frauen hätten es auf Twitch leichter und sagen Dinge wie: „Die Leute klicken einfach auf deinen Stream, nur weil du weiblich bist“, gibt es ebenso viele, die das Gegenteil behaupten.
Die 2021 Twitch Leaks
Im Jahr 2021 wurde eine Liste der bestverdienenden Twitch-Kanäle geleakt und eroberte das Internet. Die Menschen waren schockiert – nicht nur, weil Informationen dieser Art überhaupt an die Öffentlichkeit gelangten, sondern auch wegen des Inhalts selbst.
Während weiblichen Streamerinnen zu dieser Zeit bereits vorgeworfen wurde, es in der Branche deutlich leichter zu haben, ermöglichten die Twitch-Leaks ein neues Licht darauf: Unter den Top 10 fanden sich Streaming-Gruppen und viele Männer – jedoch keine einzige Frau. Tatsächlich war die erste Frau auf der Liste Pokimane auf Rang 39. Das sorgte für noch mehr Diskussionen.
The entirety of Twitch got leaked, including source code and creator payouts: xQcOW, Ibai, Asmongold, shroud and more.https://t.co/uQWZx8cZ33 pic.twitter.com/WYUzcJJ4Me
— Instant Gaming (@InstantGamingEN) October 6, 2021
Weibliche Streamerinnen haben ein "Gläsernes Dach"
In einem älteren Clip, hat Mizkif auf ein Video von Pokimane reagiert und redet darüber, dass Frauen es nur zu Anfang ihrer Karriere leichter haben als Männer. Er sagt dazu (frei übersetzt):
"Frauen haben es leichter die ersten 100-200 Zuschauer zu bekommen, aber Frauen haben auch ein Dach aus Glas. Es ist fast unmöglich da durchzukommen."
Im Grunde erklärt er, dass weibliche Streamerinnen es meist leichter haben, sich zunächst eine Zuschauerschaft aufzubauen, es aber deutlich schwerer ist, über dieses Anfangsniveau hinaus zu wachsen. Das gläserne Dach, auf die er sich bezieht, existiert seiner Ansicht nach daher ausschließlich für Frauen. Doch das ist Jahre her – und hat sich das inzwischen geändert, richtig?
Wie ist der Stand heute?
Nach den Twitch-Leaks im Jahr 2021 veränderte sich die Streaming-Welt weiter. Was einst ein Teil des Internets war, der durch COVID einen massiven Boom erlebte, hat sich inzwischen beruhigt und ein neues, fruchtbares Umfeld geschaffen, in dem Menschen andere unterhalten können. Communities wuchsen und neue Streamer*innen traten hervor – viele von ihnen weiblich.
Laut Dexerto wurde die weibliche V-Tuberin Ironmouse im September 2024 zur meistabonnierten Streamerin aller Zeiten, und selbst im Januar 2026 befand sie sich noch unter den Top 5 der meistabonnierten Streamer*innen. Dennoch ist sie nach wie vor die einzige Frau in den Top 25. Die erste weibliche Face-Cam-Streamerin auf der Liste ist kkatamina auf Platz 34. Auch wenn sich dies nicht direkt in Einnahmen übersetzen lässt, sagt es dennoch viel aus.
Wir können zwar Veränderungen innerhalb der Community beobachten, doch letztlich braucht es noch sehr viel mehr Arbeit und vor allem Zeit, um die zugrunde liegenden Mechanismen wirklich zu verändern. Da die Welt des Gamings gesellschaftlich lange als überwiegend männlich wahrgenommen wurde, begannen viele, dies als gegebenen Fakt zu akzeptieren. Jede vermeintliche Eindringung durch eine Frau ist für die unsichersten Mitglieder dieser Community daher nur schwer zu akzeptieren. Wie auch Mizkif in seinem Clip auch sagte (frei übersetzt):
"Männer wollen Männern zuschauen. Das ist meistens einfach so."
Lust auf mehr Infos? EarlyGame hat Streaming-Star Felikah zum Thema interviewt – ihre Antworten solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen!