Ikkimels überraschender Weg: Vom Uni-Labor auf die Rap-Bühne

Ikkimel polarisiert mit provokanten Rap-Songs. Dabei wollte sie einst Neurowissenschaftlerin werden.

Ikkimel
Wusstest du das über die deutsche Erfolgs-Rapperin? © Ikkimel

„Ich bin eine geile F****, was soll ich jetzt machen?“ – mit solchen Aussagen sorgt Ikkimel regelmäßig für Aufsehen. Die Rapperin ist für ihre provokanten Texte, ihre selbstbewusste Art und ihr bewusst überzogenes Auftreten bekannt. Songs wie „Keta und Krawall“, „Bikini Grell“ oder „F****“ machten sie zu einer der auffälligsten Figuren im deutschen Rap. Doch bevor Melina Gaby Strauß, wie Ikkimel bürgerlich heißt, mit expliziten Lyrics und provokanten Auftritten für Schlagzeilen sorgte, hatte sie eigentlich einen ganz anderen Karriereplan.

Das besagte Zitat fiel laut dem österreichischen Radiosender FM4 lachend in einem der zahlreichen Interviews, die Ikkimel zu dieser Zeit gab. Gerade ihr unverblümter Umgang mit Sexualität und ihr offensives Selbstbewusstsein sind zu einem Markenzeichen der Rapperin geworden. Sie macht aus Begriffen, die Frauen häufig als Beleidigung entgegengeschleudert werden, bewusst einen Teil ihrer Kunstfigur und ihres Auftretens.

Ikkimel studierte Sprachwissenschaften

Bevor die Musik zu ihrem Beruf wurde, beschäftigte sich Ikkimel allerdings mit deutlich wissenschaftlicheren Themen. Sie studierte an der Freien Universität Berlin Deutsche Philologie sowie Sozial- und Kulturanthropologie mit Schwerpunkt Sprachwissenschaften. Anschließend arbeitete sie in einem Labor für Gehirn- und Sprachforschung. Die Wissenschaft war für sie dabei keineswegs nur ein Plan B: In einem Interview mit ZEIT Campus erklärte sie, dass sie ihr Studium sehr gemocht habe.

Ihr nächster Schritt war eigentlich bereits vorbereitet. Ikkimel wollte nach Norwegen gehen und dort einen Master in Neurowissenschaften absolvieren. Sogar ein entsprechendes Stipendium hatte sie bereits in der Tasche. Aus der geplanten wissenschaftlichen Karriere wurde jedoch nichts – denn eine schwere Erkrankung ihres Vaters veränderte ihr Leben.

Ihr Vater bekam die Diagnose "Blutkrebs". Statt nach Norwegen zu ziehen, blieb Ikkimel in Berlin und kümmerte sich um ihn. Während dieser Zeit begann sie, in ihren freien Momenten Musik zu machen. Nach seinem Tod und während des Corona-Lockdowns stellte sie sich schließlich die Frage, was sie mit ihrem Leben anfangen wollte. Die Antwort fiel anders aus als ursprünglich geplant: Sie entschied sich für die Musik.

Aus der angehenden Neurowissenschaftlerin wurde schließlich Ikkimel – eine Rapperin, die heute mit provokanten Aussagen, freizügigem Auftreten und Songs über Sex, Drogen und Selbstbestimmung polarisiert. Genau diese kompromisslose Art ist inzwischen ihr Markenzeichen. Was einst als Karriere im Labor begann, führte sie stattdessen auf die großen Bühnen des deutschen Raps.

Wusstest du das über die Musikerin? Hörst du ihre Musik? Schreib es in die Kommentare.

Michelle Baier

Michelle lebt für Gaming, Streamer, digitale Trends und alles, was die moderne Popkultur und Kreativwelt bewegt....