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Meryl Streeps 15 beste Filme – vom schlechtesten bis zum besten Film

1-15

Ignacio Weil Ignacio Weil
Entertainment - August 23rd 2026, 13:30 MESZ
Death Becomes Her 1992

15. Der Tod steht ihr gut (1992)

Meryl Streep spielt Madeline Ashton nicht einfach nur – sie behandelt Eitelkeit, als hätte sie sie persönlich in einer Umkleidekabine in Beverly Hills beleidigt.

Robert Zemeckis verpackt das Ganze in untoten Glamour, Body-Horror-Slapstick und visuelle Effekte, die bis heute mehr Persönlichkeit haben als so manches vermeintlich „perfekte“ CGI von heute. Streep und Goldie Hawn treiben ihre Rivalität auf olympisches Niveau der Kleinkariertheit, während Bruce Willis irgendwie zum völlig erschöpften menschlichen Möbelstück zwischen den beiden wird.

Der Tod steht ihr gut ist campy, gemein und komplett absurd – und Streep weiß ganz genau, wie weit sie dabei mit einem Augenzwinkern gehen kann, ohne die Illusion zu zerstören.

| © Universal Pictures
Cropped August Osage County

14. Im August in Osage (2013)

Violet Weston hätte von der ersten Sekunde an einfach ein Monster auf voller Lautstärke sein können, doch Streep gibt ihr etwas noch Gemeineres: Rhythmus. Sie beißt zu, zieht sich zurück, murmelt, inszeniert sich – und explodiert schließlich am Esstisch, als wäre familiäres Trauma ein Wettkampfsport ohne Schiedsrichter.

Die Theaterwurzeln von Im August in Osage County sind kaum zu übersehen, doch genau das funktioniert beinahe zu seinem Vorteil. Das Haus der Westons fühlt sich an wie eine abgeschlossene Bühne voller Groll, Tabletten, Geheimnisse und miserabler Beleuchtung.

Streeps Performance ist groß und laut, keine Frage – gleichzeitig aber auch erschreckend präzise in diesen winzigen Pausen, kurz bevor die nächste verbale Wunde sitzt.

| © The Weinstein Company
Cropped Julie Julia

13. Julie & Julia (2009)

Streeps Julia Child ist nicht einfach nur eine Imitation – zum Glück, denn niemand braucht zwei Stunden lang „lustige Stimme, große Frau, Butter“.

Sie setzt Julia aus Lebenslust, guten Manieren, Einsamkeit, Neugier und diesem wunderbaren Gefühl zusammen, dass Freude eine Haltung ist und keine bloße Stimmung. Nora Ephrons Julie & Julia ist immer dann am stärksten, wenn Streep und Stanley Tucci gemeinsam auf der Leinwand zu sehen sind und Ehe wie Kochen zu einer gemeinsamen Sprache machen, statt zu einer Hochglanz-Lifestyle-Fantasie.

Das Ergebnis ist echtes Wohlfühlkino mit handwerklicher Substanz unter der süßen Oberfläche – und Streep lässt selbst jedes Omelett wie einen kleinen Akt des Mutes wirken.

| © Columbia Pictures
Cropped The Hours

12. The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit (2002)

Streeps Clarissa Vaughan lebt im Gegenwartsstrang von The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit, doch ihre Performance wirkt verfolgt von all den Versionen ihrer selbst, zu denen sie nie geworden ist.

Sie bewegt sich durch Erledigungen, Blumen, Partys und höflichen Smalltalk mit diesem beängstigenden Lächeln, das Menschen aufsetzen, wenn nur noch eine schlechte Erinnerung fehlt, damit sie in aller Öffentlichkeit zusammenbrechen.

Stephen Daldrys Film kann kühl wirken, fast so elegant und distanziert wie ein Ausstellungsstück hinter Museumsglas. Streep drückt jedoch ständig Wärme und Panik gegen diese Oberfläche.

Umgeben von Nicole Kidman und Julianne Moore versucht sie nie, beim Leiden noch einen draufzusetzen. Sie lässt schlicht das ganz normale Überleben erschöpfend aussehen.

| © Miramax Films
Cropped Out of Africa

11. Jenseits von Afrika (1985)

Die große Romanze, John Barrys Musik und die postkartenreifen Landschaften tragen einiges dazu bei, dass Jenseits von Afrika so eindrucksvoll wirkt. Doch Streep ist der Grund, warum unter all diesem Prestige überhaupt ein echter Puls schlägt.

Ihre Karen Blixen ist stolz, ohne eindimensional zu wirken, romantisch, ohne naiv zu werden, und auf eine Weise einsam, die der Film in seiner ganzen Hochglanzschönheit manchmal kaum eingestehen möchte.

An der Seite von Robert Redford spielt sie Begehren wie eine Verhandlung, Unabhängigkeit wie eine Rüstung und Herzschmerz wie etwas, das sie erst in sich aufnimmt, bevor sie es überhaupt ausspricht.

Der Film gehört ganz klar zur großen, klassischen Tradition des epischen Kinos – doch Streep zieht ihn immer wieder ganz leise zurück auf eine menschliche Ebene.

| © Universal Pictures
Cropped Silkwood

10. Silkwood (1983)

In Silkwood legt Streep jede Form von Glamour ab und spielt Karen Silkwood wie eine Frau, die schlicht keine Zeit dafür hat, Gefahr irgendwie filmreif aussehen zu lassen.

Mike Nichols gibt dem Film eine glaubwürdig gelebte Arbeitswelt, und Streep füllt sie mit Zigarettenpausen, bitterem Humor, miesen Morgenstunden, Gewerkschaftskonflikten und der langsam wachsenden Angst, dass es den Verantwortlichen vielleicht völlig egal ist, ob man überlebt.

Ihre Chemie mit Cher und Kurt Russell hält die Geschichte fest auf dem Boden, bevor die Paranoia endgültig die Kontrolle übernimmt.

Es ist eine ihrer am wenigsten glamourösen großen Performances – und genau deshalb trifft sie so hart.

| © ABC Motion Pictures
Cropped The Post

9. Die Verlegerin (2017)

Steven Spielbergs Die Verlegerin hätte Katharine Graham leicht zu einem überlebensgroßen Denkmal institutionellen Mutes machen können, doch Streep weigert sich, die Figur von Anfang an als fertig geformte Heldin zu spielen.

Sie zeigt Graham als jemanden, der in Echtzeit lernt, dass Vorsicht nicht dasselbe ist wie Feigheit – und dass sich Macht selbst dann ungewohnt anfühlen kann, wenn sie einem rechtmäßig zusteht.

Tom Hanks bekommt die großen, donnernden Newsroom-Momente, während Streep mit Blicken, heruntergeschluckten Sätzen und einer Entschlossenheit arbeitet, die sich ganz langsam festigt.

Ja, der Film ist ein Zeitungs-Thriller – aber seine größte Spannung entsteht dabei, einer Frau zuzusehen, wie sie beschließt, nicht länger um Erlaubnis zu bitten.

| © 20th Century Fox
Cropped The Bridges of Madison County

8. Die Brücken am Fluss (1995)

Clint Eastwood inszeniert Die Brücken am Fluss mit bewundernswerter Zurückhaltung – doch Streep ist diejenige, die genau diese Zurückhaltung schmerzen lässt.

Als Francesca verwandelt sie eine viertägige Romanze in ein ganzes zweites Leben, das beinahe stattfindet und dann doch nicht – ziemlich gemein für einen Film, der äußerlich so sanft daherkommt.

Ihre Performance steckt in den Händen, den Blicken, den halb begonnenen Geständnissen und in der vernichtenden Rechnung zwischen Pflichtgefühl und Sehnsucht.

Aus der Distanz lässt sich die Prämisse leicht belächeln. Aus der Nähe macht Streep daraus eine ganz private Katastrophe.

| © Warner Bros.
Cropped Defending Your Life

7. Rendezvous im Jenseits (1991)

Albert Brooks inszeniert das Jenseits als bürokratischen Ferienort mit besserem Essen, schlechterem Selbstwertgefühl und einem Gerichtssystem, das offenbar nur dazu da ist, deine Seele bloßzustellen.

Streep tritt als Julia auf und schafft es irgendwie, Erleuchtung entspannt, witzig und für Brooks’ ständig nervösen Daniel gleichzeitig völlig unerreichbar wirken zu lassen – und genau darin liegen sowohl der Witz als auch der Herzschmerz.

Hier muss sie nicht großartig leiden. Ihre Aufgabe ist es, zu strahlen, ohne dabei langweilig zu werden – deutlich schwieriger, als es klingt.

Ihre Leichtigkeit gibt Rendezvous im Jenseits seinen emotionalen Auftrieb und verwandelt eine clevere Komödie ganz nebenbei in etwas überraschend Tiefgründiges.

| © The Geffen Film Company
Cropped Adaptation

6. Adaption – Der Orchideen-Dieb (2002)

Dass Streep die Autorin Susan Orlean in Charlie Kaufmans völlig zerbrochenem Spiegelkabinett eines Drehbuchs spielt, klingt zunächst wie ein bloßer Kunstgriff – bis sie daraus etwas überraschend Verletzliches macht.

Adaption – Der Orchideen-Dieb faltet sich immer weiter in sich selbst zusammen und wirft Orchideen, Schreibblockaden, Betrug, Begehren und Nicolas Cages doppelte Panik in eine herrlich instabile Maschine.

Streeps große Stärke liegt hier darin, Orlean nie zur Pointe zu machen, selbst wenn der Film in sumpfiges Chaos und literarischen Wahnsinn abdriftet.

Sie spielt Neugier wie eine gefährliche Einstiegsdroge – vermutlich eine der treffendsten Beschreibungen, die man sowohl über das Schreiben als auch über Besessenheit machen kann.

| © Columbia Pictures
Cropped Kramer vs Kramer

5. Kramer gegen Kramer (1979)

Joanna Kramer taucht auf, geht, kehrt zurück – und verändert mit vergleichsweise wenig Screentime trotzdem die gesamte moralische Temperatur des Films.

Streep versteht dabei genau die Falle: Wäre Joanna einfach nur „die Mutter, die ihre Familie verlassen hat“, wäre der Film ordentlicher, einfacher und deutlich weniger interessant. Stattdessen gibt sie ihr Schuldgefühle, Erschöpfung, Intelligenz und das verletzte Bedürfnis, erst als Mensch gesehen zu werden, bevor man sie als Mutter beurteilt.

Kramer gegen Kramer konzentriert sich zwar vor allem auf Dustin Hoffmans Ted, doch Streeps Performance verhindert, dass der Sorgerechtsstreit zu einem simplen Punktestand im Gerichtssaal verkommt.

| © Columbia Pictures
Cropped Doubt

4. Glaubensfrage (2008)

Schwester Aloysius ist eine beeindruckend strenge Figur: die Haube wie eine Waffe, der Blick wie eine verschlossene Tür und eine moralische Gewissheit, die so scharf geschliffen ist, dass sie selbst gefährlich wirkt.

Streep spielt sie an der Seite von Philip Seymour Hoffman mit einer derart kontrollierten Skepsis, dass sich jedes Gespräch anfühlt, als würde jemand ein Messer über den Tisch schieben, ohne es jemals zu berühren.

Amy Adams und Viola Davis erhöhen den Druck zusätzlich und machen John Patrick Shanleys Geschichte zu einem Kampf um Wahrheit, Angst, Autorität und den Preis dafür, recht zu haben.

Das Geniale daran: In Glaubensfrage verlangt Streep nie, dass wir Aloysius mögen. Sie fordert uns vielmehr heraus, sie vorschnell abzuschreiben.

| © Miramax Films
Cropped The Devil Wears Prada

3. Der Teufel trägt Prada (2006)

Miranda Priestly hätte leicht zu einer in Designerklamotten gehüllten Drachenlady werden können, und viele Schauspielerinnen hätten diese Rolle vermutlich deutlich größer und lauter gespielt. Streep macht das Gegenteil: kälter, leiser und dadurch umso tödlicher. Sie senkt ihre Stimme so weit ab, dass sich alle um sie herum plötzlich verhalten, als wäre Sauerstoff ein Privileg.

Die berühmte Satire auf die Modewelt funktioniert, weil sie Miranda zugleich als Monster und als Maschine versteht: eine Frau, die sich Macht in einem System aufgebaut hat, das nur darauf wartet, sie genau dafür zu bestrafen, dass sie diese Macht auch nutzt.

Das knappe „Das wär’s“ wurde durch Der Teufel trägt Prada längst zu einem Stück Popkultur. Doch die Performance rund um diesen Satz ist deutlich schärfer, als es das Meme vermuten lässt.

| © Fox 2000 Pictures
Cropped Sophies Choice

2. Sophies Entscheidung (1982)

Streeps Darstellung von Sophie Zawistowska genießt einen derart legendären Ruf, dass die Performance beinahe unantastbar wirkt, noch bevor man überhaupt auf Play drückt – und dann beginnt der Film und rechtfertigt wirklich jeden einzelnen Teil dieses Rufs.

Sie trägt Sprache, Erinnerungen, Flirt, Scham und kaum erträgliches Trauma in sich, ohne irgendetwas davon zur bloßen Prestige-Show für Preisverleihungen werden zu lassen.

Alan J. Pakulas Sophies Entscheidung ist bewusst ein schwerer Film, doch Streep hält Sophie gerade in den kleinen Momenten lebendig, bevor das ganze Ausmaß der Tragödie sichtbar wird: in den Witzen, ihrem Charme, den Ausweichmanövern und den plötzlich auftauchenden Schatten.

Bis heute gilt die Rolle als eine der prägendsten Performances der Filmgeschichte, weil Streep niemals zulässt, dass das Leid den Menschen dahinter vollständig überdeckt.

| © ITC Entertainment
Cropped The Deer Hunter

1. Die durch die Hölle gehen(1978)

Streep dominiert Die durch die Hölle gehen nicht durch ihre Screentime, doch Linda wird zu einer Art emotionalem Klima, das über Michael Ciminos brutalem Kriegsepos liegt.

An der Seite von Robert De Niro, Christopher Walken, John Savage und John Cazale spielt sie eine Frau, die versucht, irgendwie ganz zu bleiben, während die Männer um sie herum von Kräften zerbrochen werden, die sich kaum eindeutig benennen lassen.

Ihre Szenen besitzen einen stillen, verletzten Realismus, der sich durch die Größe des Films und seine berühmten Schlüsselmomente hindurchschneidet.

Lange bevor Streep zur Standardantwort auf die Frage nach der besten lebenden Schauspielerin wurde, tat sie bereits etwas deutlich Schwierigeres: Sie machte Schweigen unvergesslich.

| © EMI Films
1-15

Meryl-Streep-Filme zu ranken, ist im Grunde eine Einladung zum Ärger, denn selbst ihre „schwächeren“ Arbeiten haben meist mindestens eine Szene, die sofort daran erinnert, warum sie eben Meryl Streep ist.

Trotzdem treffen manche Performances – und manche Filme – einfach härter als andere. Ganz egal, ob sie mit einem einzigen Blick eine ganze Wendung erzählt, einen Gerichtssaal mit Schweigen an sich reißt oder aus Spannung am Esstisch beinahe einen Kontaktsport macht.

Von prestigeträchtigen Dramen über bissige Komödien bis hin zu karriereprägenden Klassikern: Diese Filme zeigen am besten, warum der Name Meryl Streep bis heute eine ganz eigene filmische Gravitation besitzt.

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Meryl-Streep-Filme zu ranken, ist im Grunde eine Einladung zum Ärger, denn selbst ihre „schwächeren“ Arbeiten haben meist mindestens eine Szene, die sofort daran erinnert, warum sie eben Meryl Streep ist.

Trotzdem treffen manche Performances – und manche Filme – einfach härter als andere. Ganz egal, ob sie mit einem einzigen Blick eine ganze Wendung erzählt, einen Gerichtssaal mit Schweigen an sich reißt oder aus Spannung am Esstisch beinahe einen Kontaktsport macht.

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