Robert Pattinson wird 40. – Warum er die Rolle als Vampir nie ernst nahm

Ob Zauberer, Vampir oder Antiheld – Pattinson spielt seine Rollen stets mir Ernst, auch wenn er sie nicht immer ernst nimmt.

Robert Pattinson 01 Netflix
Pattinson hat sich längst von der Twilight-Saga gelöst. | © Netflix

Robert Pattinson wird 40 Jahre alt. Geboren wurde er am 13. Mai 1986 in London; seine Laufbahn gehört zu den erstaunlichsten Imagewechseln des modernen Kinos. Erst war er Cedric Diggory in Harry Potter und der Feuerkelch, dann Edward Cullen in Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen, später der ruppige Indie-Darsteller in Filmen wie Good Time, Der Leuchtturm und High Life, schließlich Bruce Wayne in The Batman. Heute wirkt Pattinson wie einer, der den Ruhm nicht loswerden musste, sondern ihn gegen sich selbst ausgespielt hat.

Zwischen Zauberern und Vampiren

Sein früher Ruhm kam mit zwei Fantasiewelten. In Harry Potter und der Feuerkelch war Pattinson 2005 noch der noble, tragische Cedric Diggory. Drei Jahre später verwandelte ihn Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen in ein globales Idol.

Als Edward Cullen wurde er zur Projektionsfläche einer ganzen Teenagergeneration: blass, schön, melancholisch, gefährlich und romantisch zugleich. Die Filmreihe — mit New Moon, Eclipse und Breaking Dawn — machte Pattinson und Kristen Stewart weltberühmt und wurde zu einem Milliardenphänomen.

Der Humor im Umgang mit seiner Rolle

Bemerkenswert ist aber, wie wenig Pattinson seine Rolle als Edward Cullen je mit sakralem Ernst behandelte. Er machte sich in Interviews immer wieder über die Figur, die Romantik und die Logik der Saga lustig.

Besonders berühmt wurde seine Haltung, Edward nicht als makellosen Traummann zu spielen, sondern als düsteren, selbstverachtenden Außenseiter. Gleichzeitig ist die oft verkürzte Behauptung, er habe die Rolle „nie ernst genommen“, nur halb richtig: Pattinson nahm gerade die Dunkelheit der Figur so ernst, dass es am Set offenbar Spannungen gab. 2017 erzählte er Howard Stern, er sei bei Twilight beinahe gefeuert worden, weil seine Interpretation den Produzenten zu finster gewesen sei.

Gerade diese Mischung aus Spott und Ernst wurde später zu seinem Markenzeichen. Pattinson war nie der Star, der seine eigene Ikone sauber poliert. Er zerlegt sie lieber. Nach Twilight ging er nicht den bequemsten Blockbusterweg, sondern suchte Regisseure, die ihn aus dem Posterboy-Image herausrissen: David Cronenberg mit Cosmopolis und Maps to the Stars, James Gray mit Die versunkene Stadt Z, die Safdie-Brüder mit Good Time, Claire Denis mit High Life und Robert Eggers mit Der Leuchtturm. Der Guardian nannte Twilight in einem Interview mit Pattinson einmal ausdrücklich den „härtesten Part“, den er gemacht habe — eine Erinnerung daran, dass Popphänomene für Schauspieler oft komplizierter sind, als sie von außen aussehen.

Der entscheidende Punkt: Pattinson floh nicht einfach vor Edward Cullen. Er nutzte Edward als Sprungbrett, aber auch als Gegner. Alles, was an Twilight glatt, schön und verehrend war, beantwortete er danach mit Schmutz, Risiko und Exzentrik. In Good Time spielte er einen Kleinkriminellen voller Panik und Energie. In Der Leuchtturm wirkte er neben Willem Dafoe wie ein Mann, der an Schuld, Wahnsinn und Möwengeschrei zerbricht. In Tenet zeigte er wieder seine elegante Seite, aber diesmal kühler, ironischer, erwachsener.

Die Rückkehr als Batman

Mit The Batman gelang ihm 2022 dann der große Kreiswechsel: wieder eine Ikone, wieder Fan-Erwartungen, wieder Misstrauen im Vorfeld — und wieder eine eigenwillige Lösung. Pattinsons Bruce Wayne war kein souveräner Playboy, sondern ein traumatisierter, fast krankhaft zurückgezogener junger Mann. Auch das passt zu seiner Karriere: Er interessiert sich weniger für Helden als für beschädigte Menschen im Kostüm. Die Fortsetzung The Batman: Part II ist nach mehreren Verschiebungen derzeit für Oktober 2027 geplant; Warner Bros. hatte 2025 bestätigt, dass die Dreharbeiten im Frühjahr 2026 beginnen sollen.

Zuletzt spielte Pattinson in Bong Joon Hos Science-Fiction-Satire Mickey 17. Der Film, basierend auf Edward Ashtons Roman Mickey7 , zeigt ihn als „Expendable“, einen Arbeiter auf einer Weltraummission, der immer wieder stirbt und neu gedruckt wird. Dass Pattinson ausgerechnet bei Bong Joon Ho, dem Regisseur von Parasite, eine Rolle über Identität, Austauschbarkeit und Selbstverlust übernahm, wirkt fast wie eine Zusammenfassung seiner Karriere: Er ist ein Star, der ständig neue Versionen seiner selbst testet.

Mehr als ein Fledermausmann

Auch privat ist Pattinson inzwischen weit entfernt vom fiebrigen Boulevard der späten 2000er. Seine frühere Beziehung zu Kristen Stewart wurde einst gnadenlos öffentlich begleitet; heute lebt er deutlich zurückgezogener. Mit der Musikerin und Schauspielerin Suki Waterhouse bekam er 2024 ein Kind, und beide treten nur dosiert öffentlich auf.

Pattinsons Verhältnis zu Twilight ist inzwischen milder geworden, aber nicht ehrfürchtig. 2025 reagierte er amüsiert auf Menschen, die der Reihe noch immer vorwerfen, das Vampirgenre ruiniert zu haben. Sinngemäß fragte er, ob man daran wirklich noch festhänge ein typischer Pattinson-Moment: trocken, leicht genervt, aber auch bewusst komisch.

Am Vorabend seines 40. Geburtstags erscheint Robert Pattinson deshalb wie ein Schauspieler, der zwei Karrieren überlebt hat: die Karriere, die ihm Hollywood nach Twilight geben wollte, und die Karriere, die Fans von ihm erwarteten. Er hat aus Edward Cullen keinen Käfig gemacht, sondern Material. Dass er die Rolle nie brav verehrte, sondern ironisierte, verzerrte und innerlich verdunkelte, war kein Zeichen von Gleichgültigkeit. Es war der Anfang jener Methode, die ihn bis heute interessant macht: Robert Pattinson nimmt den Ruhm nicht ernst, aber die Arbeit dahinter sehr.

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Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....