Brennan Lee Mulligan, der Dungeonmeister der neuesten Critical-Role-Kampagne, hat jetzte eine spielverändernde Idee zum Aufleveln von Charakteren entwickelt.
Leveln war schon immer einer der weniger spaßigen Teile von Dungeons & Dragons – nicht das Aufleveln an sich, sondern das Auswürfeln von Werten und das Treffen früher Entscheidungen, ohne dabei schon eine klare Richtung für Deinen Charakter zu haben. Um dieses Problem anzugehen, hat sich Brennan Lee Mulligan, der Dungeon Master der neuesten Kampagne von Critical Role, eine clevere Idee ausgedacht, um den Prozess deutlich spannender zu gestalten.
Wenn Level-Ups plötzlich Bedeutung bekommen
Da Critical Role eine der größten live übertragenen DnD-Gruppen ist, dient es schon lange als Inspirationsquelle für Homebrew-Regeln und erzählerische Ideen. Die früheren Kampagnen wurden von Matthew Mercer geleitet, der in Kampagne 4 als Dungeonmeister zurücktrat, um selbst als Spieler am Tisch Platz zu nehmen.
Jeder, der sich mit Rollenspielen auskennt, weiß, dass jeder Dungeonmeister (kurz DM) seine eigenen Gewohnheiten, Vorlieben und Homebrew-Regeln in eine Kampagne mitbringt. Das heißt aber nicht nur, vorbereitete Charaktere-Sheets, Figuren, Spielbretter und Co (am besten vollständig verpackt und reisebereit in einer entsprechenden Tasche ) sondern auch den eigenen Stil mitzubringen. Dies kann auf erzählerischer Ebene stattfinden, aber auch in gestalterischer Hinsicht – mancher DM verleiht jeder Figur eine eigene Stimme, andere dekorieren den Tisch entsprechend oder kommt mit einem wirklich ansehnlichen Würfelbrett aus Leder und Samt wie diesem hier daher.
In vielen Runden fehlt dem Level-Up jedoch eine erzählerische Erklärung. Ein Zauberer lernt plötzlich neue Zauber, ein Kleriker wird auf einmal zu einem stärkeren Heiler und ein Schurke wechselt nahtlos in eine neue Unterklasse und wird zum Meisterassassinen – alles ohne wirkliche Story-Begründung.
Und genau hier setzt Brennan Lee Mulligans Idee an: ein Konzept, das dem Leveln echtes erzählerisches Gewicht verleiht und gleichzeitig ein unterhaltsames und bedeutungsvolles Erlebnis für die Spieler schafft.
Es ist eine kleine, spaßige Methode, um alles frisch zu halten und diese Level-Up-Momente mitten im Abenteuer stattfinden zu lassen.
So funktioniert das Ganze
Die Spieler müssen den Zeitpunkt ihres Level-Ups nicht sofort festlegen. Stattdessen bekommen sie im Voraus die Möglichkeit, einige Talente oder Zauber auszuwählen, die sie interessant finden.
Wir bereiten uns auf ein Level-Up vor, bei dem wir noch gar nicht wissen, wann genau es stattfinden wird.
Jeder Spieler kann selbst einen dramatischen Moment wählen, um sein Level-Up zu verkünden. Das kann mitten in der Session oder sogar während eines Kampfes passieren – ganz ohne Zustimmung durch Brennan als DM.
Der Anstieg der Trefferpunkte greift erst, sobald sich ein Spieler dazu entscheidet, aufzuleveln. Ab diesem erzählerischen Moment erhält der Charakter Zugriff auf eines der zuvor ausgewählten Talente oder Zauber. Schon allein von dieser Idee zu hören, hat bei mir sofort unzählige Möglichkeiten für eindrucksvolle Level-Up-Momente für meinen eigenen Charakter ausgelöst (ich schreibe meinem DM kurz, eine Sekunde …).
Ein Kleriker könnte zum Beispiel in einer ausweglosen Situation genau dann einen neuen Zauber freischalten, wenn er am dringendsten gebraucht wird und dabei so wunderschöne Würfel, wie diese Liquid-Core-Dice zu werfen. Erzählerisch ergibt das absolut Sinn und löst auf elegante und unterhaltsame Weise ein altes Problem von DnD.
Wer weiß – vielleicht beeinflusst dieser Ansatz sogar Deine eigene DnD-Runde. Die Zuschauer des Critical-Role-Streams scheinen diese frische Herangehensweise an ein zuvor rein mechanisches System jedenfalls sehr zu schätzen.
Was hältst Du von dieser neuen Regel? Würdest Du sie in Deiner eigenen DnD-Gruppe verwenden? Schreib uns Deine Meinung in die Kommentare!