Usain Bolt wird 40: Warum auf dem Speiseplan des schnellsten Manns der Welt 1.000 Chicken Nuggets stehen

Er gilt als schnellster Mensch der Welt und plant nicht, diesen Titel all zu bald herzugeben.

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Diese Pose, die Dank Bolt weltweit mit rekordbrechenden Siegen verbunden wird. | © Wikipedia

Er ist der schnellste Mann, der jemals offiziell über 100 Meter gestoppt wurde – und einer der größten Sportstars des 21. Jahrhunderts. Heute, am 21. August 2026, feiert Usain Bolt seinen 40. Geburtstag.

Der Jamaikaner hat seine aktive Karriere zwar bereits 2017 beendet, doch seine 9,58 Sekunden über 100 Meter und 19,19 Sekunden über 200 Meter sind bis heute Weltrekorde. Acht olympische Goldmedaillen und elf WM-Titel machten ihn zu einer der prägendsten Figuren der Leichtathletikgeschichte. Doch zu Bolts Geschichte gehören nicht nur Rekorde und seine weltberühmte Siegerpose. Vom sportbegeisterten Jungen aus einem kleinen Ort auf Jamaika entwickelte er sich zum globalen Superstar, engagierte sich für Kinder und Bildung und blieb seiner Heimat auch nach dem Karriereende eng verbunden.

Und dann wäre da noch eine der wohl absurdesten Ernährungsgeschichten der Olympia-Geschichte: Während der Spiele in Peking soll Bolt innerhalb von zehn Tagen rund 1.000 Chicken Nuggets gegessen haben.

Vom Cricketplatz auf die Laufbahn

Usain St. Leo Bolt wurde am 21. August 1986 in Sherwood Content im jamaikanischen Parish Trelawny geboren. Seine Eltern Jennifer und Wellesley Bolt betrieben dort einen kleinen Lebensmittelladen. Als Kind interessierte sich Bolt zunächst vor allem für Cricket und Fußball. Erst in der Schule wurde zunehmend deutlich, wie außergewöhnlich schnell er tatsächlich war.

Sein Talent ließ sich schon früh nicht mehr übersehen. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2002 in Kingston gewann Bolt im Alter von gerade einmal 15 Jahren die 200 Meter. Mit 15 Jahren und 332 Tagen wurde er damit zum jüngsten männlichen Junioren-Weltmeister der damaligen Leichtathletikgeschichte.

Der Weg zum späteren Superstar verlief trotzdem nicht völlig geradlinig. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen schied der damals 17-Jährige über 200 Meter bereits in der ersten Runde aus. Verletzungen und sein teilweise lockerer Umgang mit Training und Ernährung bremsten ihn in jungen Jahren immer wieder aus. Unter Trainer Glen Mills entwickelte Bolt jedoch zunehmend die nötige Disziplin, um sein enormes Talent dauerhaft auf die Bahn zu bringen.

2008 wird Usain Bolt zum globalen Superstar

Der endgültige Durchbruch kam 2008. Bolt konzentrierte sich nun auch auf die 100 Meter – und stellte bereits im Mai in New York mit 9,72 Sekunden einen Weltrekord auf. Wenige Monate später folgten die Olympischen Spiele in Peking und damit die Rennen, die aus einem außergewöhnlichen Sprinter einen Weltstar machten.

Im Finale über 100 Meter führte Bolt so deutlich, dass er bereits vor der Ziellinie die Arme ausbreitete und zu feiern begann. Trotzdem stoppte die Uhr bei 9,69 Sekunden – Weltrekord. Über 200 Meter folgte mit 19,30 Sekunden der nächste Weltrekord. Auch mit Jamaikas 4-mal-100-Meter-Staffel gewann er zunächst Gold und stellte einen weiteren Weltrekord auf. Diese Staffelmedaille wurde Bolt und seinen Teamkollegen allerdings 2017 aberkannt, nachdem bei Nesta Carter in einer nachträglich untersuchten Probe eine verbotene Substanz festgestellt worden war. Deshalb wird Bolt heute offiziell mit acht statt neun olympischen Goldmedaillen geführt.

1.000 Chicken Nuggets in zehn Tagen

Ausgerechnet während dieser historischen Spiele entstand auch eine der berühmtesten Geschichten über Bolt. Der Jamaikaner kam nach eigenen Angaben mit dem Essen in China zunächst nicht besonders gut zurecht. Nachdem sein Körper auf eine lokale Mahlzeit schlecht reagiert hatte, setzte er auf etwas, von dem er wusste, dass er es vertrug: Chicken McNuggets von McDonald's.

Und Bolt beließ es nicht bei einer kleinen Portion. In seiner Autobiografie Wie der Blitz. Die Autobiographie beschrieb er später, wie er die Nuggets teilweise zum Frühstück, Mittag- und Abendessen aß. Seine eigene Schätzung: etwa 100 Nuggets pro Tag und rund 1.000 Stück innerhalb von zehn Tagen. Dazu trank er vor allem Wasser.

Mit anderen Worten: Einer der dominantesten Olympia-Auftritte der Sportgeschichte wurde zumindest teilweise von Chicken Nuggets angetrieben. Ernährungswissenschaftlich dürfte das bis heute schwer zu empfehlen sein – Bolts Leistungen schadete es in Peking offensichtlich nicht.

9,58 Sekunden: Der Weltrekord für die Ewigkeit?

So spektakulär Peking war, seinen sportlichen Höhepunkt erreichte Bolt ausgerechnet ein Jahr später in Deutschland. Bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin lief er die 100 Meter am 16. August in 9,58 Sekunden. Nur vier Tage später folgte über 200 Meter der nächste Weltrekord: 19,19 Sekunden.

Beide Zeiten stehen auch an seinem 40. Geburtstag im Jahr 2026 noch immer an der Spitze der Weltrekordlisten. Bolt ist bis heute der einzige Mensch, der die 100 Meter offiziell in weniger als 9,60 Sekunden gelaufen ist.

Seine Kombination aus Körpergröße, enormer Schrittlänge und außergewöhnlicher Höchstgeschwindigkeit machte Bolt zu einem ungewöhnlichen Sprinter. Gleichzeitig wurde er durch seine Persönlichkeit zum Entertainer: Grimassen vor dem Start, Tänze nach dem Rennen und natürlich seine berühmte „Lightning Bolt“-Pose gehörten irgendwann genauso zu großen Leichtathletik-Abenden wie die Rennen selbst.

Drei Olympische Spiele, sechs Einzel-Goldmedaillen

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London bewies Bolt, dass Peking kein einmaliger Höhenflug gewesen war. Er verteidigte sowohl über 100 als auch über 200 Meter seinen Titel. Mit Jamaika gewann er zudem die 4-mal-100-Meter-Staffel in 36,84 Sekunden – ebenfalls Weltrekord.

Vier Jahre später wiederholte er das Kunststück in Rio de Janeiro. Bolt gewann erneut die 100 und 200 Meter sowie die Staffel. Damit holte er bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen – 2008, 2012 und 2016 – jeweils Gold über 100 und 200 Meter. Das gelang keinem anderen Sprinter.

Auch bei Weltmeisterschaften dominierte er über Jahre. Insgesamt gewann Bolt elf WM-Titel. Nur 2011 in Daegu verhinderte ein Fehlstart im 100-Meter-Finale eine noch beeindruckendere Serie.

Ein Karriereende ohne Hollywood-Finale

Sein letztes großes Turnier verlief dagegen ungewohnt bitter. Bei der WM 2017 in London musste sich Bolt über 100 Meter mit Bronze begnügen. Im letzten Rennen seiner Karriere, der 4-mal-100-Meter-Staffel, verletzte er sich während seines Abschnitts und ging auf der Bahn zu Boden.

Es war kein perfektes Ende. Vielleicht passte gerade das aber zu einer Karriere, die trotz all der scheinbaren Leichtigkeit auch aus Verletzungen, Rückschlägen und enormem Trainingsaufwand bestand. Bolt beendete seine Leichtathletikkarriere mit 30 Jahren.

Fußball statt Sprintbahn

Ganz ohne Sport ging es anschließend nicht. Bolt hatte nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Fußball zu seinen großen Leidenschaften gehörte. 2018 trainierte er unter anderem beim australischen Klub Central Coast Mariners mit und erzielte in einem Testspiel sogar zwei Tore. Zu einer langfristigen Karriere als Profifußballer kam es jedoch nicht.

Privat verlagerte sich sein Fokus zunehmend auf seine Familie. Mit seiner langjährigen Partnerin Kasi Bennett hat Bolt drei Kinder: Tochter Olympia Lightning sowie die Zwillingssöhne Thunder und Saint Leo. Noch im Mai 2026 gratulierte er seinen inzwischen fünfjährigen Zwillingen öffentlich zum Geburtstag.

Politisch zurückhaltend, gesellschaftlich umso aktiver

Anders als einige andere globale Sportikonen hat Bolt sich bewusst dagegen entschieden, eine parteipolitische Rolle einzunehmen. Bereits in früheren Interviews erklärte er, sich von der jamaikanischen Parteipolitik möglichst fernhalten zu wollen. Hintergrund sei unter anderem die starke Konkurrenz zwischen Jamaica Labour Party und People's National Party – eine offene Unterstützung einer Seite würde automatisch einen Teil seiner Landsleute gegen ihn aufbringen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Bolt gesellschaftlich unpolitisch wäre. Sein Verhältnis zu Jamaika zieht sich durch seine gesamte Karriere. Seine Erfolge machten ihn international zu einem der bekanntesten Botschafter des Landes, während er seine Bekanntheit immer wieder nutzte, um Projekte in seiner Heimat zu unterstützen. Statt über Parteien versucht Bolt seinen Einfluss vor allem über Sport, Bildung und konkrete Hilfsprojekte geltend zu machen.

Die Usain Bolt Foundation unterstützt Kinder und Schulen

Ein zentraler Teil davon ist die Usain Bolt Foundation. Sie verfolgt das Ziel, Kindern durch Bildung, sportliche Angebote und kulturelle Entwicklung bessere Perspektiven zu ermöglichen. Besonders häufig profitieren Schulen und Gemeinden auf Jamaika.

Während der Corona-Pandemie spendete die Stiftung beispielsweise 150 Laptops an Schulen im ländlichen Jamaika. 2025 gingen insgesamt 6,1 Millionen Jamaika-Dollar in Geld- und Sachleistungen an mehrere ländliche High Schools, um deren Nachwuchsprogramme zu unterstützen. Und auch 2026 setzte Bolt sein Engagement fort: Erst im Juli unterstützte er Absolventen seiner früheren Waldensia Primary School mit einer Spende in Höhe von 1,7 Millionen Jamaika-Dollar.

Auch nach Naturkatastrophen engagierte sich seine Stiftung. Nach Hurrikan Melissa unterstützte sie 2025 betroffene Gemeinden in Jamaika. Bereits Jahre zuvor hatte die Organisation außerdem Hilfsmaßnahmen für Opfer von Hurrikan Matthew in Haiti unterstützt.

Auch 2026 sammelt Bolt Geld für UNICEF

Seine Leidenschaft für Fußball verbindet Bolt inzwischen regelmäßig mit wohltätigem Engagement. Seit Jahren ist er Teil von Soccer Aid for UNICEF. 2026 kehrte er erneut ins London Stadium zurück – diesmal erstmals als Manager der World XI. Das Charity-Event sammelt Geld für UNICEF-Projekte, die unter anderem Kindern Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und sicheren Lebensbedingungen ermöglichen.

Für Bolt war die Rückkehr an diesen Ort gleichzeitig eine Reise in die eigene Vergangenheit: Im London Stadium hatte er 2012 drei olympische Goldmedaillen gewonnen. 14 Jahre später stand nicht mehr seine eigene Zeit auf der Anzeigetafel im Mittelpunkt, sondern das Sammeln von Spenden.

Mehr als nur 9,58 Sekunden

Usain Bolt hat seine Sportart auf eine Weise geprägt, die weit über Rekordlisten hinausgeht. In einer Disziplin, in der ein Rennen nach weniger als zehn Sekunden vorbei sein kann, schaffte er es, Menschen weltweit vor die Fernseher zu ziehen. Seine Starts wurden zu Ereignissen, seine Siegerpose zu einem der bekanntesten Bilder des Weltsports.

Und obwohl seit seinem letzten offiziellen Rennen mittlerweile neun Jahre vergangen sind, hat bislang niemand seine beiden wichtigsten Bestmarken gebrochen. Die 9,58 Sekunden über 100 Meter und die 19,19 Sekunden über 200 Meter erinnern noch immer daran, wie weit Bolt seiner Zeit voraus war.

Heute wird der schnellste Mann der Geschichte 40 Jahre alt. Acht Olympia-Goldmedaillen, elf WM-Titel, zwei nahezu unglaubliche Einzel-Weltrekorde, unzählige soziale Projekte – und irgendwo dazwischen 1.000 Chicken Nuggets in zehn Tagen.

Was ist eure stärkste Erinnerung an Usain Bolt? Sein 9,58-Sekunden-Weltrekord, die legendären Olympia-Rennen oder vielleicht doch die Geschichte mit den 1.000 Chicken Nuggets?

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....