So wie der Basketball sein Leben war, versuchte er auch die Leben anderer damit zu verbessern.
Vielleicht nicht alle, aber zumindest einige von uns haben es schon mal gemacht: Man sitzt zuhause, in der Schule oder dem Büro, knüllt ein nicht mehr benötigtes Blatt Papier zusammen, wirft es aus gewisser Entfernung Richtung Mülleimer und ruft "Kobe!" – gut, ignorieren wir an der Stelle, dass die meisten von uns den Wurf wohl vermasselt haben und fokussieren uns auf den Ursprung dieses Ausrufes: Kobe Bryant. Der Todestag des Basketball-Idols jährt sich heute zum sechsten Mal und erschüttert nach wie vor die Sportwelt und weit darüber hinaus.
Ein Leben für den Basketball
Geboren am 23. August 1978 in Philadelphia, wuchs Kobe Bryant mit dem Spiel als allgegenwärtigen Begleiter auf. Sein Vater, selbst Profibasketballer, prägte früh seine Leidenschaft. Kobe übersprang das College und wechselte direkt in die NBA – ein mutiger Schritt, der sich als historisch erweisen sollte. Schon früh zeichnete sich sein außergewöhnlicher Ehrgeiz ab, der später unter dem Begriff der "Mamba Mentality" weltbekannt wurde.
Bryant verbrachte seine gesamte 20-jährige NBA-Karriere bei den Los Angeles Lakers. In dieser Zeit gewann er fünf NBA-Meisterschaften, wurde zweimal Finals-MVP und 18-mal ins All-Star-Team gewählt. Mit seinem kompromisslosen Trainingsethos, seinem Willen in entscheidenden Momenten und seiner technischen Brillanz wurde er zu einem der größten Basketballspieler aller Zeiten. Doch er definierte Erfolg nicht nur über Titel. Für Bryant ging es um tägliche Verbesserung, Disziplin und Verantwortung – Werte, die er offen weitergab, besonders an die nächste Generation von Athletinnen und Athleten.
Ein Vorwurf der sexuellen Belästigung warf einen Schatten auf das Image Bryants und auch wenn Kritiker skeptisch blieben, entschuldigte sich der Spieler nach dem Gerichtsprozess und betonte, dass er zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen war, dass alles auf gemeinsamem Konsens gefußt hätte.
Abseits des Spielfelds engagierte sich Kobe Bryant stark im Bildungs- und Jugendbereich. Über Stiftungen und eigene Projekte setzte er sich für benachteiligte Kinder, Sportförderung und Bildungschancen ein. Nach seinem Karriereende entdeckte er zudem eine neue kreative Seite: Als Geschichtenerzähler, Autor und Produzent gewann er 2018 sogar einen Oscar für den animierten Kurzfilm Dear Basketball. Auch hier blieb sein Anspruch derselbe – Exzellenz durch Hingabe.
Eine Mentalität, die weiterlebt
Am 26. Januar 2020 kam Kobe Bryant bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien ums Leben. Unter den Opfern war auch seine 13-jährige Tochter Gianna, die selbst als großes Basketballtalent galt. Die Nachricht löste weltweit Trauer, Sprachlosigkeit und Anteilnahme aus. Sportlerinnen, Künstler, Politiker und Millionen Fans gedachten eines Mannes, der für viele weit mehr als ein Athlet war.
Auch sechs Jahre später ist Kobe Bryants Einfluss ungebrochen. Seine "Mamba Mentality" lebt weiter – in Sport, Wirtschaft, Kunst und persönlicher Entwicklung. Für viele steht sie sinnbildlich für Fokus, Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Wachstum zu übernehmen. Kobe Bryant bleibt eine Inspirationsfigur, weil er zeigte, dass Größe nicht nur im Talent liegt, sondern im täglichen Einsatz für das eigene Potenzial.