Gegen AI-"Kunst": Gamestudio fordert Bewerber auf, vor ihren Augen zu Zeichnen

Um Betrug durch KI-generierte Portfolios zu umgehen, fordert ein mittelgroßes Gamestudio in Japan Bewerber nun auf, während des Bewerbungsgespräches von Hand zu zeichnen.

Ai Art
Um den Einsatz von generativer KI zu vermeiden, hat sich ein japanisches Game Studio einen besonderen Plan ausgedacht. | | © Pexels

Der Einsatz von generativer KI ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Auch die Gaming-Industrie ist davon betroffen und Recruiter haben inzwischen Schwierigkeiten, echtes Talent von KI-generierten Werken zu unterscheiden. Als Reaktion darauf haben einige japanische Gamestudios begonnen, Bewerber während des Vorstellungsgesprächs zeichnen zu lassen, um sicherzustellen, dass ihre Portfolios nicht mithilfe von KI erstellt wurden.

Wenn Betrug zur Festanstellung wird

In einem Interview mit dem japanischen Magazin Daily Shincho erklärte ein anonymer leitender Grafikdesigner, dass der Bewerbungsprozess zunehmend schwieriger wird. Generative KI entwickelt sich rasant weiter und es wird immer schwerer, echte Kunst von maschinell erzeugten Bildern zu unterscheiden. Online-Portfolios sind mittlerweile überflutet mit KI-Art.

Das Problem sei, dass einige Bewerber bereits KI-generierte Werke als ihre eigenen ausgegeben haben. Diese Personen wurden aufgrund beeindruckender Portfolios eingestellt, nur damit Unternehmen später feststellen mussten, dass das eigentliche Talent nicht vorhanden war.

Der Designer erklärte weiter, dass inzwischen immer mehr Unternehmen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einführen, um diese Art von KI-Betrug zu verhindern.

Für Unternehmen ist es eine Zeit- und Ressourcenverschwendung, jemanden einzustellen, der nicht über die versprochenen Fähigkeiten verfügt, und es nimmt wirklich talentierten Leuten die Möglichkeit auf einen Job.

Gamestudios schlagen zurück

Um sich gegen die ansteigende Nutzung von generativer KI zu behaupten, verlangen einige Studios mittlerweile, dass Bewerber ihre Fähigkeiten live demonstrieren. Auch wenn dieser Ansatz für beide Seiten zeitaufwendig ist, gilt er aktuell als eine zuverlässige Lösung.

Es ist eine Menge Arbeit für einen Recruiter und es fühlt sich an, als wären wir ein paar Schritte zurückgegangen.

Der Designer erklärt, dass er KI ebenfalls als Werkzeug nutzt, aber nicht, um ihm seine eigene Arbeit abzunehmen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass menschliche Kreativität die besten Charaktere und Grafiken erzeugen kann.

Trotz der strengeren Einstellungsverfahren wird in den Führungsebenen weiterhin darüber diskutiert, kreative Rollen durch generative KI zu ersetzen. Der anonyme Designer gibt zu, dass er sich in seinem Job nicht mehr so sicher fühlt wie früher.

Wie fühlst du dich beim Gedanken an generative KI? Kann KI menschliche Kreativität wirklich ersetzen? Sag uns deine Meinung in den Kommentaren!

Luca Friedrich

Luca hat eine Leidenschaft fürs Gaming und Tabletop-RPGs. Sein Bachelorstudium in Multimedia und Kommunikation hat er mit den Schwerpunkten Mediendesign und Journalismus abgeschlossen....