Der letzte Reveal bei den Game Awards ist normalerweise dazu gedacht, die Show mit einem Höhepunkt zu beenden. In diesem Jahr sorgte er jedoch nicht für Applaus, sondern für eine sofortige Debatte.
Ein neuer PvP-Raid-Shooter der Entwickler von Titanfall und Apex Legends sollte auf dem Papier eigentlich vielversprechend klingen. Die Reaktionen auf den Highguard-Reveal sprechen jedoch eine andere – deutliche – Sprache.
Erste Reaktionen auf den Highguard-Reveal bei den Game Awards
Kurz vor der Vergabe des Game of the Year Awards präsentierten die Game Awards ihre letzte Ankündigung des Abends. Als geheimes Projekt von Entwicklern, die zuvor an Titanfall und Apex Legends gearbeitet hatten, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Statt Begeisterung löste der Reveal-Trailer jedoch einen massiven Backlash aus. Allein auf dem IGN-YouTube-Kanal sammelte der Trailer bis zu 30.000 Dislikes. In den sozialen Medien wird das kommende Spiel bereits verspottet:
Oh, ich verstehe, es ist ‚high‘ wie ‚over‘ und ‚guard‘ wie ‚watch‘.
Der finale Reveal der Show ist ein FPS nach dem Motto: ‚Server werden in sechs Monaten abgeschaltet‘.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nie geleakt wurde, weil es einfach niemanden interessiert hat, lmao.
Abseits des Spotts wurden schnell Vergleiche zu Concord gezogen. Einer der zentralen Kritikpunkte ist, dass Highguard im Trailer vollkommen generisch wirkt. Obwohl das Entwicklerstudio Wildlight das Spiel als revolutionären Beitrag zum Shooter-Genre ankündigt, ist im gezeigten Material nichts zu erkennen, das diesen Anspruch stützt. Der Trailer vermittelt weder neue Ideen noch Mechaniken, die sich klar vom bestehenden Genre abheben. Gleichzeitig muss festgehalten werden, dass bisher ausschließlich ein Reveal-Trailer gezeigt wurde.
Viele Fans ärgerten sich besonders darüber, dass Highguard als letzter Reveal der Game Awards ausgewählt wurde. Dabei handelt es sich um den wichtigsten Ankündigungsplatz der Show, von dem viele Zuschauer einen Titel mit großer Strahlkraft erwarten.
Dass dieser Slot ausgerechnet an einen generischen Hero-Shooter eines komplett neuen Studios ging, dessen größtes Verkaufsargument darin besteht, dass die Entwickler vor fast zehn Jahren an ikonischen Spielen gearbeitet haben, empfanden viele als enttäuschend. Vergleicht man das mit der Aussicht auf ein neues Projekt von Larian Studios oder einen geistigen Nachfolger der KOTOR-Reihe, wird die Reaktion deutlich nachvollziehbarer.
Zu früh wie ein Urteil
Bereits angemessene Kritik schlug jedoch schnell in endgültige Schlussfolgerungen um. Manche behandeln Highguard inzwischen so, als sei sein Schicksal bereits besiegelt, obwohl wir über das Spiel selbst so gut wie nichts wissen. Es gibt keinerlei Informationen zum Helden-Roster, zu den grundlegenden Gameplay-Mechaniken, zu Progressionssystemen oder zur Monetarisierung.
An diesem Punkt richtet sich der Backlash weniger gegen Highguard selbst als gegen eine allgemeine Frustration über aktuelle Shooter-Veröffentlichungen. Große Versprechen und noch größere Budgets haben in den letzten Jahren häufig Spiele hervorgebracht, die sich weder wirklich spaßig noch spürbar anders anfühlen. Concord war das jüngste Beispiel für diese Enttäuschung, und genau dieser Schatten liegt deutlich über den Reaktionen auf Highguard.
Diese Frustration ist nachvollziehbar. Ein Spiel jedoch bereits als „tot“ zu erklären, bevor überhaupt ein einziger Gameplay-Trailer gezeigt wurde, ist es nicht. Am Ende wird Highguard daran gemessen werden müssen, wie es sich spielt und welchen Beitrag es zum Genre leistet. Sollte es in diesen Punkten scheitern, wäre die Kritik gerechtfertigt. Bis dahin ist ein endgültiges Urteil jedoch schlicht noch nicht gerechtfertigt.
Was denkt ihr? In sechs Monaten tot oder ein möglicher Überraschungserfolg? Schreibt es uns in die Kommentare!