Für den Umweltschützer ist klar, dass das private Feuerwerk keine Zukunft haben sollte.
Wie jedes Jahr zu Silvester, versammelte sich die Welt auch rund um den Übergang von 2025 in 2026, um sich in zwei Lager zu spalten: Jene, die sich um Menschenwohl, Natur und Tiere sorgen und jene, die Unsummen von Geld mit lautem Knallen pulverisieren. Umweltschützer und Meeresbiologe Robert Marc Lehmann bezieht in dieser Kontroverse klar Stellung.
Lehmann gegen privates Feuerwerk
Robert Marc Lehmann hat sich öffentlich für ein Verbot privater Böller und Feuerwerkskörper ausgesprochen. Mit seiner Forderung möchte er eine Debatte anstoßen, die weit über die jährliche Silvestertradition hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen für ihn der Schutz von Tieren, die Gesundheit der Menschen sowie die Auswirkungen auf Umwelt und Klima.
Er argumentiert, dass privates Feuerwerk massive Belastungen verursacht, die gesellschaftlich oft verharmlost werden. Besonders deutlich weist er auf die Folgen für Tiere hin. Haustiere wie Hunde und Katzen reagieren häufig mit Angst, Panik oder Fluchtverhalten auf die lauten Knallgeräusche und Lichtblitze. Auch Wildtiere sind betroffen: Vögel werden nachts aufgeschreckt, verlassen ihre Schlafplätze und verbrauchen in der kalten Jahreszeit wertvolle Energie, die ihnen später zum Überleben fehlt. In landwirtschaftlichen Betrieben kann der Lärm zudem Nutztiere in Stress versetzen und Verletzungen begünstigen.
Haus-, Nutztiere und die Umwelt leiden stark
In Videos auf YouTube und Instagram präsentiert er diverse Clips von Wild- und Haustieren, die durch den ohrenbetäubenden Lärm und die Lichtverschmutzung in Todesangst geraten, panisch aus ihren natürlichen Habitaten flüchten oder sich schutzsuchend verkriechen, ohne auch nur im Ansatz verstehen zu können, was gerade passiert. Durch die enorme Stressbelastung und die panische Flucht kommen hierbei auch immer wieder Tiere zu Tode.
Neben dem Tierschutz hebt Lehmann auch die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen hervor. In der Silvesternacht steigen die Feinstaubwerte in vielen Städten stark an. Diese kurzfristige, aber intensive Belastung der Luft kann insbesondere für Menschen mit Atemwegserkrankungen, ältere Personen oder Kinder problematisch sein. Aus Lehmanns Sicht steht der gesundheitliche Schaden in keinem angemessenen Verhältnis zum kurzen Vergnügen durch das Zünden von Böllern.
Ein weiterer zentraler Punkt seiner Kritik betrifft die Umweltverschmutzung. Nach dem Jahreswechsel bleiben tonnenweise Müll, Plastikreste und chemische Rückstände auf Straßen, in Parks und in Gewässern zurück. Diese Stoffe gelangen in Böden und Wasserläufe und tragen zur langfristigen Belastung von Ökosystemen bei. Lehmann sieht darin ein vermeidbares Problem, da es aus seiner Sicht zeitgemäße Alternativen zum klassischen Feuerwerk gibt.
Tierschützer fordert ein Umdenken
Mit seiner Forderung nach einem Böllerverbot stellt Lehmann nicht das Feiern an sich infrage, sondern plädiert für ein Umdenken. Denkbar seien zentrale, professionell organisierte Feuerwerke, Licht- und Drohnenshows oder andere Formen des gemeinsamen Feierns, die deutlich weniger Lärm und Schadstoffe verursachen. Sein Ziel ist es, Traditionen weiterzuentwickeln, ohne dabei Umwelt, Tiere und Menschen unnötig zu belasten.
Er teilte in diesem Zuge auch die Petition "Böllerverbot Jetzt!", die in einem offenen Brief an Bundesminister Alexander Dobrindt fordert, den privaten Kauf und Gebrauch von Pyrotechnik an Silvester zu verbieten.
In einem Instagram-Video an Neujahr äußert er sich zudem nochmals zur Nacht davor:
Ich hab ehrlich gesagt absolut keine Worte für das, was letzte Nacht schon wieder passiert ist. Ich finde wir versagen hier als Gesellschaft auf gesamter Länge. Und zwar die, die Böllern aus Egoismus und Empathielosigkeit, die Regierung aus Ignoranz und wir Tiermenschen mit Haustieren, weil wir einfach nicht laut genug waren und sind, für die, die keine Stimme haben.
Der Diskurs geht weiter
Die Reaktionen auf seine Aussagen fallen natürlich unterschiedlich aus. Während viele seine Haltung als konsequenten Schritt für mehr Umwelt- und Tierschutz begrüßen, empfinden andere ein Verbot als Einschränkung persönlicher Freiheit und kultureller Gewohnheiten.
Ein wiederkehrendes Muster, welches sich auch ganz ähnlich in der Veganismus-Debatte äußert. Trotz klarer wissenschaftlicher Erkenntnisse, unter anderem in Bezug auf die Gesundheit des Menschen und längst etablierter Alternativen, argumentieren viele Menschen entgegen progressiver Lebens- und Verhaltensweisen mit vermeintlichen alten Werten, was von Vertretern dieser Haltungen oft als egoistisch und engstirnig kategorisiert wird.
Lehmann weist daraufhin, dass wir gesellschaftlich längst weiter sein müssten und die wissenschaftliche Faktenlage uns längst zu einem Umdenken führen sollte.
Auch in einem Kommentar unter dem Video ist zu lesen: "Wer böllert, kann nicht gleichzeitig behaupten, dass er Tiere liebt. Passt nicht zusammen."
Unabhängig davon hat Lehmann mit seiner Position eine breite gesellschaftliche Diskussion ausgelöst – darüber, wie viel Knall es für einen guten Start ins neue Jahr wirklich braucht.
Wie steht ihr zu dem Thema? Lasst uns eure Argumente in den Kommentaren wissen.