Polizei im Stream, plötzliches Ende, wilde Spekulationen. Jetzt ist klar: Dahinter steckte eine Werbeaktion.
Am 3. November 2026 kam es im Twitch-Stream von HandOfBlood, zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall. Eine Mitarbeiterin betrat plötzlich den Raum und bat den Streamer, sein Mikrofon stummzuschalten. Im Hintergrund waren vermeintliche Polizeibeamte zu sehen. Kurz darauf brach HandOfBlood die Übertragung ab. Über Instagram meldete sich Hänno anschließend bei seinen besorgten Fans und versicherte, dass es ihm gut gehe.
Was tatsächlich hinter dem Vorfall steckte, ließ er jedoch zunächst offen. Dies sorgte in der Community für reichlich Gesprächsstoff. Während einige einen Swatting-Vorfall vermuteten, suchten andere bereits nach Hinweisen auf eine mögliche PR-Aktion.
Besonders die nach dem Stream aufgetauchten Social-Media-Videos lieferten Anlass für Zweifel. Auf den darin gezeigten Polizeifahrzeugen fehlten offenbar die Hoheitszeichen, während sich die Uniformen keiner bestimmten Polizeieinheit zuordnen ließen.
Eine Razzia mit prickelndem Hintergrund
Der 5. November brachte schließlich Klarheit: Statt Kokain spielte bei dieser Razzia offenbar Koffein die Hauptrolle.
Der Creator veröffentlichte gemeinsam mit seiner Marke Knabe Drinks ein als Werbung gekennzeichnetes YouTube-Video, das die vermeintliche Razzia im Stil einer tagesschau-Sendung aufgreift.
Die fingierte Nachrichtensendung nimmt schließlich eine überraschend spritzige Wendung. Hinter dem ganzen Polizeiaufgebot steckt die Vorstellung von Knabe Kola Null, mit der die Getränkemarke ihr Sortiment um eine zucker- und koffeinfreie Variante erweitert. Was zwei Tage lang für Spekulationen sorgte, entpuppt sich damit als aufwendig inszenierter Produktlaunch.
Genialer PR-Coup oder eine Spur zu weit?
Bei aller Kreativität ist die Aktion nicht ganz unproblematisch, schließlich sind echte Swatting-Vorfälle für Streamer eine ernst zu nehmende Gefahr. Das musste etwa Trymacs erfahren, bei dem ein falscher Notruf einen tatsächlichen Polizeieinsatz auslöste. Ein solches Szenario für Werbezwecke nachzustellen, dürfte deshalb nicht bei jedem gut ankommen.
Andererseits ist HandOfBlood längst nicht der Erste, der mit einem fake Polizeieinsatz Aufmerksamkeit erzeugen will. Solche Inszenierungen sind im Streaming-Kosmos kein völlig neues Phänomen, und im Kampf um Reichweite werden PR-Aktionen ohnehin immer ausgefallener. Ob er mit seiner Aktion den richtigen Ton getroffen hat, dürfte in der Community noch länger für Diskussionen sorgen.
Immerhin ging es bei der Aktion nicht um reine Selbstvermarktung, sondern darum, sein neues Produkt mit einer ordentlichen Portion Humor vorzustellen. Ob man darüber lachen kann oder die Inszenierung geschmacklos findet, liegt letztlich im Auge des Betrachters.
