Jack Doherty wegen Kokainbesitzes vor Gericht? Kriegt der 22-jährige endlich Konsequenzen zu spüren?

Was, wenn Geld und Social Media-Einfluss plötzlich nicht mehr alle (Zellen-)Türen öffnen?

Jack Doherty Koka
Könnte diese Verhaftung die erste sein, die für Doherty ernsthafte Konsequenzen hat? | © Miami Police / TikTok


Das der Influencer für Skandale sorgt, ist alles andere als ungewöhnlich – diesmal könnten die Konsequenzen allerdings drastischer sein, als sonst.

Kaum Konsequenzen für Jack Doherty

Jack Doherty dürfte wohl all das sein, von dem Menschen, die für gewöhnlich weniger mit Influencern und Streamern zu tun haben, glauben, wie diese sich verhalten. Er ist jung, reich, laut, provokant und nervig. Er kennt keine Grenzen und hält sich für ein wenig besser und cleverer als alle anderen. Und bisher kam er damit auch irgendwie immer durch.

Klar, es gab hier und da mal körperliche Auseinandersetzungen, denn ein großer Teil des Content von Doherty besteht daraus, Passanten auf der Straße zu belästigen und sich dann hinter seinen Bodyguards zu verstecken, hin und wieder aber dann doch mal Fäuste flogen. Und auch sein Umgang mit Frauen – etwa, dass er teils noch minderjährige Mädchen auf seine Partys einlud, sie unter Druck setzte und sie Modelverträge für seine Erwachsenenplattform unterschreiben ließ, die geltend wurden sobald sie 18 waren – hatte hier und da Konsequenzen, wenn seine ehemalige Partnerin über ihn und seine Machenschaften auspackte.

Dennoch, im Großen und Ganzen wirkte es bisher immer so, als würden die Probleme, die Doherty aufgrund seines Verhaltens erlebte, für ihn in zwei Kategorien fallen: Probleme, die für mehr Aufmerksamkeit sorgten und Probleme, die sich mit einer großen Menge Geld aus der Welt schaffen ließen.

Widerstand gegen die Polizei und Medikamentenbesitz

Aktuell steht er wieder vor Gericht, weil er gemeinsam mit Freunden mitten auf einer Straße filmend den Verkehr aufhielt und sich zunächst gegen eine Festnahme durch die Polizisten, die herangezogen wurden, wehrte. Als die Beamten daraufhin sein Auto durchsuchten, wurden – so hieß es zumindest damals – einige Gramm Cannabis und eine orangene Pille gefunden.

Bei der Pille soll es sich um Adderall gehandelt haben – ein verschreibungspflichtiges Medikament, das eine Kombination aus Amphetamin-Salzen ist und hauptsächlich zur Behandlung von ADHS verwendet wird. Seit Längerem heißt es schon, dass Doherty dieses Mittel in rauen Mengen konsumieren würde, um sein Leben als nervtötenden Dauerstramer, der kaum schläft und isst, durchzuhalten.

Doherty fluchtet vor Passant
Bisher gelang es Doherty immer, mit (relativ) heiler Haut davonzukommen. | © Jack Doherty

Gefängnisstrafe wegen Kokainbesitzes?

Wie der YouTuber Atozy, der extra nach Miami flog, um dem ersten Anhörungstag des Prozesses beizuwohnen, nun berichtete, könnte die Polizei aber weit mehr als das ADHS-Medikament im Auto Dohertys entdeckt haben.

So sei Doherty zwar – wenig überraschend – nicht selbst zu diesem Termin aufgetaucht, der Richter hätte aber dennoch die Anklagepunkte verlesen und im Zuge dessen nicht von Adderall gesprochen, sondern von Kokain. Sollte Atozy damit recht haben und die Anklage sich nun nicht mehr nur um ein Medikament handeln, das Doherty angeblich sowieso verschrieben bekommt, er aber in größeren Mengen und anderen Formen mit sich führt, als gestattet, sondern sich um den Besitz von Kokain drehen, könnte dies weitreichendere Folgen haben und sich auf die potenzielle Strafe auswirken.

So kann der Besitz von bis zu 28 Gramm der Droge eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Dollar oder sogar eine Gefängnisstrafe bis maximal 5 Jahren mit sich bringen – bei größeren Mengen können diese Strafen jedoch noch deutlich höher ausfallen, weil dann davon ausgegangen wird, dass der Besitzer nicht nur selbst konsumiert, sondern eventuell auch verkauft.

Ob Jack Doherty – unabhängig davon, wie das Urteil letztlich ausfallen wird – je aus alledem lernt, ist fraglich, dass der aktuelle Prozess zumindest ein Zeichen dahingehend sein könnte, dass selbst ein 22jähriger mit mehreren Millionen Followern sich nicht alles leisten kann, könnte aber nach wie vor möglich sein.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....