Nach häuslicher Gewalt, Landesflucht und psychatrischer Anstalt: Mois will wieder "normaler Sohn sein" und kauft Mutter Wohnung

Mois zeigt sich von einer geläuterten Seite – bleibt nur zu hoffen, dass diese auch Bestand hat.

Mois kauft Mutter Wohnung
Mit einer großen Menge Geldscheine kaufte Mois seiner Familie eine neue Wohnung. | © Moiszeit / TikTok

Mois ist seit einiger Zeit wieder zurück im Internet. Zuletzt mit der Nachricht, dass er für seine Mutter und Tochter eine neue Wohnung gekauft habe - doch einige Beobachter haben berechtigte Zweifel daran, ob die Eskapaden der letzten Jahre wirklich vorbei sind.

Mois als Problemstreamer

Die Zeiten, in denen Zelemkhan Arsanov einfach nur als erfolgreicher Rap-Influencer bekannt war, sind längst vorbei. Der YouTuber und Streamer, der seine Videos als Mois veröffentlichte, hat in den vergangenen Jahren für reichlich Skandale und Aufsehen gesorgt: Gewalt und Drohungen gegen seine Frau und Kinder, wüste Beleidigungen gegen andere YouTuber und Rapper, Steuerhinterziehung, Flucht aus seiner Heimat, ein Joker-Gesichtstattoo und der Konsum fragwürdiger Substanzen – all das stets begleitet von Kameras. Meist von der ganz eigenen, mit der er seine polarisierenden Statements und skurrilen Aktionen ins Internet streamte.

Zuletzt war er in einer Anstalt untergekommen, in der man sich angeblich um seine Psyche kümmern wollte und aus welcher heraus es ihm eigentlich untersagt schien, zu streamen – wovon er sich allerdings nur bedingt abhalten ließ.

Rückkehr als "normaler Sohn"

Und in den vergangenen Monaten scheint er dies auch wieder mehr als erfolgreich zu tun: Inzwischen folgen ihm auf TikTok wieder knapp 1,2 Millionen Menschen und es scheint, als hätte die gesamte Community vergessen, was in der Vergangenheit geschehen war und wie negativ sich das Dasein als Influencer auf Mois Leben und seine Psyche ausgewirkt hatte.

Auch die neueste Nachricht aus dem Hause Mois wirkt erstmal positiv, die Frage ist, wie lange der Frieden hält.

Denn, dass Mois seiner Mutter und Tochter eine Wohnung in Wien schenkt, klingt zunächst einmal ja nach etwas Gutem. Eine Geste, die Verantwortung signalisiert, Fürsorge und den Wunsch nach Stabilität. Mois selbst sagt, er wolle "wieder ein normaler Sohn sein". Doch so sehr diese Worte Hoffnung wecken – sie werfen auch eine berechtigte Frage auf: Reicht eine einzelne gute Tat aus, um von echter Veränderung zu sprechen?

Das Internet ist skeptisch

In den vergangenen Jahren war Mois immer wieder durch öffentliche Eskapaden, emotionale Ausbrüche und widersprüchliche Aussagen aufgefallen. Phasen der Einsicht wechselten sich mit neuen Kontroversen ab. Gerade deshalb reagieren viele Beobachter mittlerweile skeptisch, wenn er von Neuanfängen spricht. Nicht, weil man ihm Besserung nicht gönnt – sondern weil ähnliche Versprechen bereits mehrfach folgten, ohne dass langfristig Ruhe eingekehrt wäre.

Mois streamt aus Psychiatrie
Noch vor wenigen Monaten gab Mois ein wesentlich instabileres Bild ab. | © TikTok

Die Wohnung für seine Familie ist ohne Zweifel eine sinnvolle und wichtige Entscheidung. Sie verbessert konkret die Lebensumstände seiner Mutter und seiner Tochter. Doch sie wirkt auch wie ein sehr öffentlich inszenierter Schritt – begleitet von Statements, Kameras und Aufmerksamkeit. So redet er davon "kurz mal nach Deutschland" gereist zu sein, um "Para abzuholen" und zeigt sich beim Unterschreiben des Mietvertrags mit entsprechend vielen Geldscheinen. Auch wenn er ruhiger spricht und alles bescheidener wirken lässt, als in der Vergangenheit, scheint sich im Kern nicht viel an der Idee des erfolgreichen Influencers, der seinen Reichtum zur Schau stellt, geändert zu haben. Und genau hier liegt der Kern der Kritik: Wenn echte Heilung und Reife das Ziel sind, braucht es dann wirklich erneut die Bühne?

Vielleicht wäre der konsequenteste Beweis einer echten Veränderung nicht ein weiteres emotionales Video oder Interview, sondern das Gegenteil davon: Stille. Ein längerer Rückzug aus der Öffentlichkeit, ohne Updates, ohne Rechtfertigungen, ohne neue Narrative. Zeit, um Verantwortung nicht nur zu zeigen, sondern zu leben – fernab von Klickzahlen und Kommentaren.

Denn wahre Besserung lässt sich weniger an einzelnen Aktionen messen als an Beständigkeit. An Monaten ohne Drama. An Entscheidungen, die nicht erklärt werden müssen. An einem Leben, das nicht ständig öffentlich validiert wird.

Ob Mois diesen Weg gehen kann oder will, bleibt offen. Die Wohnung ist ein Schritt in die richtige Richtung – aber kein endgültiger Beweis für einen nachhaltigen Wandel. Vielleicht täte ihm genau das am meisten gut, was in der Influencer-Welt am schwersten fällt: Für längere Zeit einfach nicht negativ stattzufinden.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....