Nach dem Tod Chameneis scheint für Hasan Piker klar, dass der Iran Nuklearwaffen benötigt.
Nach dem Tod des Ajatollah durch einen US gestützten Luftangriff ist Polit-Streamer Hasan Piker davon überzeugt, dass die Lage des Iran nur durch den Besitz von nuklearen Sprengköpfen stabilisiert werden könnte.
Politischer Zündstoff in der Streamer-Szene
Ein Ereignis mit geopolitisch so gewaltiger Tragweite wie der Tod des iranischen Ajatollah Ali Chamenei sorgt auch für Debatten innerhalb der Szene politischer Streamer auf der ganzen Welt.
Nach dem Tod von Irans oberstem religiösen und politischen Führer durch eine gemeinsame Luftangriffskampagne der USA und Israels scheint die Lage des Landes unsicherer als je zuvor.
Dass dabei auch Aussagen und vermeintliche Feststellungen getroffen werden, die für einiges an Zündstoff sorgen, ist nicht nur der aufgeladenen Lage geschuldet – einige dieser Streamer scheinen es mit ihren Aussagen geradezu darauf anzulegen anzuecken. Einerseits, weil sie fest davon überzeugt sind, im Recht zu sein – andererseits, weil auch hier nach dem Credo gelebt wird: Jede Form von Publicity ist gute Publicity.
Piker: Atomwaffen würden Iran stabilisieren
Im Falle von Hasan Piker etwa sind sich viele Kritiker klar, dass eine Mischung aus beidem ihn zu den Statements hinreißt, die er immer wieder äußert.
Schon in den letzten Jahren fiel er immer wieder durch fragwürdige Aussagen rund um die politische Lage im Iran auf – etwa, wenn er von der LGBTQ+-Freundlichkeit des Landes sprach, oder behauptete, dass Frauen im Land nicht unterdrückt werden würden oder versuchte zu erklären, warum die "Tod den USA"-Rufen einer bewaffneten Gruppe von Iranern lediglich harmloser Gesang sei.
Während er kürzlich vor allem noch durch Aussagen und Taten abseits seiner Pro-Iranischen Haltung auffiel und etwa erklärte, dass die VenezoelanerInnen, die sich über die Gefangennahme Maduros freuten, keine Ahnung hätten oder er seine eigene Hündin mit einem Schockhalsband zu quälen schien, in der Kritik stand, sorgt einer seiner vermeintlich aktuellen Tweets zu Chameneis Tod bei vielen für Kopfschütteln.
In einem Screenshot des Tweets, den unter anderem der YouTuber MorePegasus teilte, steht (frei übersetzt):
Iran würde nicht bombardiert werden, wenn sie Nuklearsprengköpfe und ein Liefersystem wie Jericho 3 hätten. [...] Die Region wäre stabiler, wenn Iran diese hätte. Der Moment, in dem Trump die JCPOA auseinanderriss, war der Moment, in welchem sie die Fatwa wegwarfen.
Dabei bezieht sich Piker auf das iranische Atomabkommen und wie eine potenzielle Gefahr, die vom Land ausgehen würde, vermeintlich Sicherheit für die Bevölkerung bedeuten könnte – Aussagen, die viele mehr als kritisch ansehen.
Diese Diskussion um Iran und Atomwaffen fällt in eine Zeit großer Unsicherheit: Nach Jahrzehnten internationaler Spannungen über Teherans Atomprogramm bleibt unklar, wie die neue Führung reagieren wird, insbesondere angesichts der Veränderungen im Land nach dem Tod Khameneis. Viele Experten weisen darauf hin, dass die Vorstellung, Atomwaffen brächten Stabilität, stark umstritten und völkerrechtlich sowie geopolitisch gefährlich ist – und sowohl internationale Abkommen als auch regionale Sicherheit weiter belasten könnte.
Ob Pikers Einschätzung der Situation also auch nur ansatzweise fundiert hat, bleibt mehr als fraglich.