G2 überspringt die Play-Ins bei den kommenden Worlds.
G2 Esports hat Karmine Corp im Upper-Bracket-Final der LEC Summer Playoffs mit 3:1 besiegt. Damit steht G2 nicht nur im Grand Final in Nizza, sondern ist auch direkt für die Swiss Stage der Worlds 2026 qualifiziert. Für KC ist die Niederlage bitter, aber noch nicht das Ende des Splits.
G2 bleibt Europas sicherste Bank
Es war noch nicht das Grand Final, aber für G2 war dieser Sieg trotzdem enorm wichtig. Durch das 3:1 gegen Karmine Corp überspringt das Team die Worlds Play-Ins und zieht direkt in die Swiss Stage ein. So kurz vor dem Event ist das mehr als nur ein Komfortbonus. Weniger Risiko, weniger zusätzliche Serien, mehr Vorbereitungszeit – für ein Team mit hohen Ambitionen kann genau das entscheidend sein.
G2 hatte sich bereits am Vortag mit einem 3:0 gegen Team Vitality für Worlds qualifiziert. Gegen KC ging es nun um den besseren Weg ins Turnier und um den Einzug ins LEC Summer Grand Final. Dort wird G2 in zwei Wochen in Nizza um den dritten LEC-Titel der Saison spielen.
Sportlich war die Serie auch deshalb ein Statement, weil Karmine Corp vorher ungeschlagen durch den LEC Summer gelaufen war. Die Blue Wall hatte während der Regular Season kein Match verloren und nach dem 3:1 gegen GIANTX auch die erste Worlds-Qualifikation der Organisationsgeschichte gefeiert. Trotzdem reichte es gegen G2 wieder nicht.
Karmine Corp hängt erneut an G2 fest
Für KC ist die Niederlage schwer einzuordnen. Einerseits ist das Team längst nicht gescheitert. Worlds sind sicher, die Saison bleibt stark, und durch das Lower Bracket gibt es weiterhin die Chance auf eine Revanche im Grand Final. Andererseits bestätigt die Serie ein Muster, das sich 2026 durchzieht: Wenn es in Europa richtig wichtig wird, steht G2 für Karmine Corp immer noch im Weg.
Schon beim LEC Versus und im Spring Split hatte G2 die direkten Playoff-Duelle gegen KC gewonnen. Auch diesmal konnte Karmine Corp zwar ein Spiel holen, aber nicht die Kontrolle über die Serie übernehmen. Nach zwei frühen G2-Siegen antwortete KC dominant in Game 3, doch im vierten Spiel schloss G2 die Serie wieder konsequent.
Besonders bitter: KC hatte nach dem EWC-Finale gegen Dplus KIA gerade erst wieder Momentum aufgebaut. Die Worlds-Qualifikation gegen GIANTX war historisch, der LEC-Summer-Lauf beeindruckend. Doch gegen G2 sah man erneut, dass Europas Hierarchie noch nicht endgültig gekippt ist.
Caps liefert passend zur Hall-of-Legends-Woche
Ein schöner Nebenplot war mal wieder Rasmus „Caps“ Winther. Der Midlaner wurde zum MVP der Serie gewählt und holte in Game 4 ausgerechnet Tristana heraus – einen der Champions, die Riot für seine Hall-of-Legends-Skins ausgewählt hat. Das passt fast zu gut zur aktuellen Caps-Woche.
G2 wirkte insgesamt besser vorbereitet, stabiler in Teamfights und abgeklärter in den entscheidenden Momenten. Genau das ist seit Jahren die Stärke dieser Organisation. Selbst wenn andere Teams im Laufe einer Saison mehr Hype sammeln, findet G2 in Best-of-Five-Serien fast immer einen Weg, europäische Gegner wieder auf Abstand zu halten.
Für Worlds ist das ein wichtiges Zeichen. Europa braucht Teams, die nicht nur einzelne Upsets liefern, sondern in Serien verlässlich bleiben. G2 hat 2026 nicht immer perfekt gewirkt, aber wenn es um Qualifikation, Titel und internationale Ausgangsposition geht, ist die Organisation weiterhin der verlässlichste Name der Region.
KC kann trotzdem noch viel gewinnen
Trotz der Niederlage sollte man Karmine Corp nicht zu hart bewerten. Das Team hat Worlds erreicht, einen starken Summer gespielt und sich im Vergleich zum enttäuschenden MSI-Auftritt deutlich stabilisiert. Für eine Organisation, die erst seit kurzer Zeit in der LEC spielt, ist das ein riesiger Schritt.
Der nächste Fokus ist jetzt klar: KC muss im Lower Bracket noch einmal liefern. Ein weiterer Sieg würde nicht nur die Revanche gegen G2 ermöglichen, sondern auch den direkten Worlds-Swiss-Spot sichern. Das wäre für die Blue Wall ein enorm wertvoller Abschluss vor dem internationalen Saisonhöhepunkt.
G2 dagegen hat genau das geschafft, was Topteams in solchen Serien schaffen müssen. Sie haben ein formstarkes KC gestoppt, sich den besten Worlds-Weg gesichert und ihre Rolle als Europas Maßstab bestätigt. Es war noch nicht das Grand Final. Aber für die europäische Worlds-Einordnung war dieses 3:1 trotzdem eines der wichtigsten Matches des Splits.