Gen.G und Dplus KIA stehen bereits im Worlds-Viertelfinale.
Das erste Wochenende der Worlds 2026 ist gespielt – und die Swiss Stage hat bereits klare Gewinner und Verlierer produziert. Gen.G und Dplus KIA stehen als erste Teams im Viertelfinale, die LPL hat sich nach einem katastrophalen Auftakt gefangen, während Europa und Nordamerika nach einem ordentlichen Start wieder deutlich unter Druck geraten sind.
Gen.G und DK setzen früh das koreanische Ausrufezeichen
Dass Gen.G als erster LCK-Seed schnell in Richtung Knockout-Stage marschiert, überrascht kaum. Der Weg war trotzdem nicht komplett problemlos. Gegen LYON verlor Gen.G im entscheidenden 2-0-Match sogar Game 1, ehe das Team die Serie drehte. Besonders Kim „Kiin“ Gi-in wurde im dritten Game auf Camille zum entscheidenden Faktor und führte Gen.G schließlich zum 3-0-Record.
Noch überzeugender wirkte bislang Dplus KIA. Der vierte koreanische Seed schlug Movistar KOI im Qualifikationsmatch klar mit 2:0 und wurde damit zum ersten Viertelfinalisten der Worlds. Shin „Smash“ Geum-jae setzte dabei mit dem ersten Pentakill des Turniers auf Kai’Sa direkt ein Highlight.
Damit stehen Koreas Seed 1 und Seed 4 als erste beiden Teams sicher in den Playoffs. Für die LCK ist das ein fast perfekter Start – auch wenn Hanwha Life Esports inzwischen deutlich mehr Probleme hat als erwartet.
Die LPL brauchte einen Tag zum Aufwachen
China erlebte dagegen einen Albtraumstart. Am ersten Tag verloren alle vier LPL-Teams ihre Auftaktspiele. Invictus Gaming unterlag Gen.G, Top Esports und Anyone’s Legend verloren ebenfalls, und auch Bilibili Gaming startete mit 0-1.
Schon am zweiten Tag änderte sich das Bild aber deutlich. Drei der vier chinesischen Teams gewannen ihre Matches, und am Sonntag folgten weitere wichtige Siege. Besonders iG sorgte mit dem Erfolg gegen MSI-Champion Hanwha Life Esports für ein Statement. Zi „JiaQi“ Jia-Qi war auf Yunara der zentrale Carry und brachte iG damit auf einen starken 2-1-Record.
Auch Top Esports hat sich stabilisiert. Gegen G2 war das Game zunächst offen, ehe ein schlecht ausgespielter Teamfight der Europäer um Minute 25 die Partie praktisch entschied. Bai „369“ Jia-Hao dominierte anschließend auf Ambessa und brachte TES ebenfalls einen wichtigen Sieg.
Der miserable erste Tag dürfte damit eher Ausrutscher als echter Trend gewesen sein. Die LPL ist wieder voll im Turnier.
Europas guter Start bekommt erste Risse
Für die LEC sah das Wochenende zunächst überraschend gut aus. Am ersten Tag gewann Europa zwei seiner drei Matches, am zweiten erneut zwei. Das ließ zumindest kurz hoffen, dass der LEC international stabiler auftreten könnte als in einigen vergangenen Jahren. Der Sonntag war dann allerdings komplett zum Vergessen.
Movistar KOI verlor das 2-0-Match gegen DK mit 0:2 und verpasste damit die erste Chance auf das Viertelfinale. G2 wiederum verlor gegen TES und steht nun deutlich stärker unter Druck. Besonders bitter ist dabei, dass G2 nach dem dominanten europäischen Jahr aktuell nicht dieselbe Klarheit auf der Map zeigt. Gerade die Makro-Entscheidungen und die Abstimmung wirkten gegen TES erneut unsauber.
Auch Karmine Corp muss nach überstandenen Play-ins weiter beweisen, dass das Team auf Main-Event-Level mithalten kann.
Noch ist für Europa nichts verloren. MKOI hat weitere Chancen auf die Knockout-Stage, und auch G2 kann sich weiterhin qualifizieren. Der komfortable Start ist aber vorbei.
Auch Nordamerika bekommt einen Reality-Check
Ähnlich sieht es für die LCS aus. LYON ist vielleicht die positivste Überraschung aus westlicher Sicht. Das Team schlug Team Secret Whales zum Auftakt und zwang sogar Gen.G über drei Games, nachdem es Game 1 der Qualifikationsserie gewonnen hatte.
Dass LYON Gen.G tatsächlich kontrollieren konnte, war ein starkes Signal. Gleichzeitig zeigte die Serie aber auch die übliche Grenze: Sobald Gen.G sich angepasst hatte, gewann Korea die beiden folgenden Games.
Team Liquid erlebte dagegen einen schwierigen Start und musste schon früh mit Niederlagen umgehen. Für Nordamerika gilt deshalb dasselbe wie für Europa: Die Region ist noch im Turnier, aber der Spielraum wird schnell kleiner.
Das erste Wochenende gehört klar der LCK
Nach drei Tagen ist die offensichtlichste Erkenntnis deshalb simpel: Korea sieht aktuell am stärksten aus.
Gen.G und DK sind bereits im Viertelfinale, T1 bleibt gefährlich, und selbst HLE ist trotz der unerwarteten Niederlage gegen iG noch nicht abgeschrieben. China hat sich nach dem katastrophalen Freitag deutlich erholt und wirkt wieder wie der erwartete zweite große Block.
Für den Westen war das Wochenende dagegen eine Reality-Check. Europa hatte gute erste zwei Tage, verlor aber am Sonntag sämtliche Matches. Nordamerika hat mit LYON zumindest ein Team, das Favoriten ernsthaft ärgern kann, aber auch dort fehlt bislang die Konstanz.
Die Swiss Stage bleibt trotzdem komplett offen. Genau dafür ist das Format gebaut: Ein starker Start garantiert nichts, ein schlechter Auftakt bedeutet noch lange nicht das Aus. Aber die ersten drei Tage haben zumindest eine alte Worlds-Regel bestätigt: Wenn es ernst wird, stehen Korea und China sehr schnell wieder oben.