Die BlizzCon 2026 brachte eine fette Mischung aus Nostalgie und Blick in die Zukunft – vor allem aber WoW: Forever!
Die BlizzCon ist zurück – und Blizzard hat die Rückkehr direkt für einige der größten Ankündigungen der vergangenen Jahre genutzt. Mit Diablo V, einem neuen StarCraft, frischen Inhalten für Warcraft III und einer animierten Diablo-Serie bei Netflix war nahezu jede große Marke des Unternehmens vertreten.
Das wichtigste Projekt für viele Warcraft-Fans dürfte allerdings World of Warcraft: Forever sein: Blizzards offizielle Antwort auf den jahrelangen Wunsch nach einem "Classic+".
WoW: Forever die dritte Version von World of Warcraft
Mit World of Warcraft: Forever entsteht neben dem modernen WoW und den bisherigen Classic-Servern eine dritte eigenständige Variante des MMORPGs. Blizzard kehrt dafür in die ursprüngliche Vanilla-Ära zurück, möchte die bekannte Welt aber nicht einfach ein weiteres Mal unverändert veröffentlichen.
Stattdessen soll das Azeroth von damals erstmals konsequent erweitert werden. Blizzard verspricht drei neue Gebiete, mehr als 1.000 zusätzliche Quests, neun neue Dungeons, zwei neue Raids und mit den Skyborne sogar ein neues spielbares Volk!
Damit ist WoW: Forever im Grunde genau das, was sich Teile der Community seit Jahren unter "Classic+" vorgestellt haben: Das Spielgefühl und die Welt des ursprünglichen WoW, kombiniert mit komplett neuen Abenteuern.
Der entscheidende Unterschied zu früheren Classic-Veröffentlichungen liegt in der Perspektive. WoW: Forever soll nicht nur eine weitere zeitlich begrenzte Reise durch bereits bekannte Erweiterungen werden.
Blizzard beschreibt das Projekt als dauerhafte dritte Säule von World of Warcraft, in der neue Wege eingeschlagen und bislang unentdeckte Ecken des alten Azeroths erkundet werden können.
Ein überraschend großer Schritt für Blizzard
Seit dem Start von WoW Classic im Jahr 2019 experimentierte Blizzard immer wieder mit verschiedenen Formen der ursprünglichen Spielerfahrung. Saisonale Server, Hardcore-Modi und die Season of Discovery veränderten einzelne Systeme oder ergänzten neue Fähigkeiten und Geheimnisse. Eine vollständig ausgebaute alternative Version der Vanilla-Welt blieb bislang jedoch aus.
WoW: Forever geht deutlich weiter. Neue Zonen, Dungeons und Raids bedeuten, dass Blizzard die ursprüngliche Welt nicht mehr nur archiviert, sondern ihre Geschichte aktiv fortschreibt.
Das Studio muss dabei eine schwierige Balance finden: Die neuen Inhalte sollen frisch wirken, dürfen aber nicht das langsamere Tempo, die soziale Abhängigkeit und den besonderen Entdeckergeist verlieren, für die Vanilla-WoW bis heute geliebt wird.
Gerade deshalb gehört Forever zu den spannendsten Blizzard-Projekten der kommenden Jahre. Gelingt dieses Gleichgewicht, könnte daraus ein dauerhaftes Zuhause für Spieler entstehen, denen das moderne WoW zu weit von seinen Ursprüngen entfernt ist.
Gleichzeitig bekommt Blizzard die Chance, Ideen umzusetzen, die im ursprünglichen Azeroth angedeutet, aber nie fertiggestellt wurden.
Lange warten müssen Fans nicht: Die Beta startet am 17. September 2026. Der vollständige Release ist bereits für den 4. November 2026 geplant.
The Last Titan soll über 20 Jahre Warcraft-Geschichte abschließen
Auch beim modernen World of Warcraft blickte Blizzard nach vorne. Mit Eclipse, Patch 12.2 von Midnight, rückt Xal’atath ihrem Ziel näher, Azeroths Weltenseele an sich zu reißen.
Daneben gab es einen ersten Ausblick auf The Last Titan. Die Erweiterung bildet den Abschluss der Worldsoul Saga und soll mehr als zwei Jahrzehnte Warcraft-Geschichte zu einem großen vorläufigen Finale führen.
Gleichzeitig soll sie die Grundlage für die Zeit danach legen. Weitere Informationen möchte Blizzard Anfang 2027 veröffentlichen.
Warcraft III erhält nach mehr als 23 Jahren eine neue Kampagne
Eine der unerwartetsten Ankündigungen betraf Warcraft III: Reforged. Mit Forsaken Kingdom bekommt das Strategiespiel erstmals seit mehr als 23 Jahren eine neue Kampagne.
Die Geschichte führt zurück zum Fall Lordaerons und zur Entstehung der Undercity. Begleitet wird die Kampagne von Update 3.0, das unter anderem eine umfassende grafische Überarbeitung und Verbesserungen am World Editor bringt.
Besonders überraschend: Blizzard veröffentlichte die neuen Inhalte direkt während der BlizzCon.
Diablo V spielt in einer Welt, in der Diablo gewonnen hat
Auch die nächste Generation von Diablo ist offiziell. Diablo V soll im Frühjahr 2029 erscheinen und beginnt mit einer ungewöhnlich düsteren Ausgangslage: Sanctuary ist gefallen und Diablo hat gewonnen.
Im Zentrum steht damit nicht mehr nur die Frage, wie das Böse aufgehalten werden kann, sondern was aus den Menschen und Helden wird, nachdem die Welt bereits verloren scheint.
Bis zum Release bleibt Diablo IV jedoch aktiv. Im ersten Halbjahr 2027 kehrt die Amazone als neue spielbare Klasse zurück. Außerdem erscheint Diablo IV am 15. September 2026 für Nintendo Switch 2.
Zum 30. Jubiläum der Reihe bringt die Season of Hell’s Legacy zudem die Prime Evils, Deckard Cain und Belohnungen aus verschiedenen Diablo-Epochen zurück.
Abseits der Spiele arbeitet Blizzard gemeinsam mit Netflix außerdem an einer neuen animierten Serie im Diablo-Universum. Details zur Handlung und zum Veröffentlichungstermin stehen noch aus.
StarCraft kehrt als Open-World-Shooter zurück
Nach langer Pause bekommt auch StarCraft ein neues großes Spiel. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein klassisches Strategiespiel: Das schlicht STARCRAFT genannte Projekt wird ein Open-World-Shooter im Koprulu-Sektor.
Der geplante Release liegt mit dem Frühjahr 2030 noch weit entfernt. Trotzdem zählt die Ankündigung zu den größten Überraschungen der Show. Blizzard wagt damit erneut den Versuch, das StarCraft-Universum außerhalb des Echtzeitstrategie-Genres zu etablieren.
Neue Helden für Overwatch, Hearthstone und Heroes of the Storm
In Overwatch wird Doctrine als neuer Support-Held eingeführt. Seine Fähigkeiten orientieren sich an Vampiren, während fledermausartige Drohnen beim Heilen und Kämpfen helfen.
Zusätzlich plant Blizzard große Überarbeitungen für Sombra und Roadhog sowie die neue Karte Watchpoint: Grimsvötn. Season 5 soll außerdem die einjährige Storyline „The Reign of Talon“ abschließen.
Hearthstone erhält im März 2027 mit dem Mönch seine erste neue Klasse seit sechs Jahren. Bereits am 20. Oktober 2026 erscheint die Erweiterung Reign of the Black Empire, die Azeroth zur Hochzeit der Alten Götter zeigt.
Die neue Mechanik „Assemble“ erlaubt es, zwei Karten zu einer mächtigeren Karte zu verbinden.
Selbst Heroes of the Storm meldet sich zurück: Xal’atath wird am 28. September als erster neuer Held seit sechs Jahren veröffentlicht. Blizzard deutete darüber hinaus an, dass künftig weitere Inhalte folgen könnten.
Eine BlizzCon zwischen Zukunft und Nostalgie
Die BlizzCon 2026 setzte stark auf bekannte Welten, beschränkte sich aber nicht auf bloße Remaster oder Jubiläumsaktionen. Diablo V und der neue StarCraft-Shooter blicken weit in die Zukunft, während Warcraft III: Forsaken Kingdom und WoW: Forever bewusst zu den Wurzeln von Blizzard zurückkehren.
Vor allem World of Warcraft: Forever könnte langfristig zur wichtigsten Ankündigung der gesamten Veranstaltung werden. Blizzard behandelt Classic damit erstmals nicht mehr nur als Museum für alte Inhalte, sondern als eigene Welt, die weiter wachsen darf.
Ob daraus tatsächlich das erhoffte „Classic+“ wird, entscheidet sich daran, ob die Entwickler neue Ideen einbauen können, ohne den Charakter des ursprünglichen WoW zu verlieren. Das Potenzial dafür ist nach den ersten Ankündigungen jedenfalls enorm.
