Freispruch für Drachenlord!

Drachenlord wurde auf YouTube berühmt. Viele Menschen folgen ihm und das nicht, weil sie ihn mögen. Der eskalative Streit zwischen "Fans" und Drachenlord trägt sich seit Jahren schon nicht mehr nur virtuell ab. Wegen Körperverletzung und Beleidigungen steht der YouTuber wieder vor Gericht.

Drachenlord Gericht
Provokation ist Teil seines online Auftritts | © keystone

[Update, 24.03.2022]

Rainer Winkler muss nicht ins Gefängnis. Der Richter verurteilt ihn zu einem Jahr Haft auf Bewährung und rät ihm, sich so unauffällig wie möglich zu verhalten und sich zurückzuhalten. Der Mann, den Drachenlord mit der Taschenlampe getroffen hat, fällt dem Richter unangenehm ins Wort, lacht und verhält sich auffällig. Auf Nachfrage von Rainer Winklers Pflichtverteidiger stellt sich heraus, dass der Mann etwa zwei Stunden vor seiner Aussage vor Gericht zwei Bier getrunken hatte, auf Twitter kursieren Fotos von ihm mit einer Flasche Pfeffi. Er wird nachher mit 1,76 Promille vor dem Gebäude ausfällig und verhaftet. Das Drachengame hat es bis vor den Gerichtsaal geschafft. Ob Drachenlord in Zukunft noch streamen wird, ist unklar.

[Originaler Artikel]

Rainer Winkler, bekannt als Drachenlord, steht am 23. März wieder vor Gericht, diesmal droht Gefängnis. Schon mehrfach wurde er wegen Körperverletzung und Beleidigungen vorbestraft. Rainer Winkler ist im Oktober 2021 zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Nun wird das Urteil erneut geprüft. Als Tatbestand steht folgendes fest: Körperverletzung mit einer Taschenlampe, einen anderen Mann in den Schwitzkasten genommen, er hat Backsteine nach einem fahrenden Auto geworfen und er hat die Polizei in einem Stream übel beschimpft. Die Geschichte von einem YouTuber, um den es einen regelrechten Mobbingkrieg gibt, der seinesgleichen sucht.

Drachenschanze wurde abgerissen

Alles startete, als Drachenlord 2014 seine Hater aufforderte, bei ihm zu Hause vorbeizukommen. Der kleine Ort, in dem er lebte, wurde zu einem Pilgerort des Hasses gegen den YouTuber. Es wurde zum Schauplatz eines absurden und teilweise gewalttätigen Kräftemessen zwischen Hater und dem Drachenlord, begleitet von Geschrei, Belagerungen und Nachbarn, die absolut verzweifelt waren. Das vom Internet „Drachenschanze“ getaufte Haus, ist mittlerweile an die Gemeinde verkauft und abgerissen worden. Inzwischen kamen Hater, um Fotos zu machen oder Innenansichten zu filmen und Steine von den Mauern zu stehlen.

Klicks durch Provokation

Der fragwürdige Kult um Drachenlord hält noch immer an, auch wenn er aktuell keinen festen Wohnsitz zu besitzen scheint. Trotzdem sammeln sich Hater in Telegramgruppen und veranstalten regelrechte Schnitzeljagden zu seinen aktuellen Aufenthaltsorten. Er scheint fast das Echo seiner Hater zu suchen. Regelmäßig kommen immer noch Videos über sein Leben auf seinem YouTube-Kanal, rechtfertigt dies damit, dass es sein Job sei. Selbst sein Auto zeigte er im Internet, welches jetzt überall erkannt wird. Es ist ein wahrscheinlich weltweit einzigartiger Fall, der eine Gruppendynamik aus Hass, Mobbing und Provokation erschaffen hat, die sich verselbstständigt hat und keiner, so traurig es klingt, ohne den anderen kann.

Drachenlord erhält Bewährungsstrafe

Er hat auf das Urteil im Oktober Berufung eingelegt, weil er auf ein milderes Urteil hofft und nicht ins Gefängnis möchte. Auch die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt, die Provokationen gegen Drachenlord werden sicher auch eine Rolle gespielt haben. Ob Rainer Winkler mit einem gemäßigtem Urteil rechnen darf, ist derzeit offen. Doch auf jeden Fall wird die Verhandlung mehr Einblicke in seine Psyche offen legen. Ein Psychiater hat ausführlich mit ihm gesprochen, dieses Gutachten wird die Entscheidung der Richter wesentlich mitbestimmen. Das bewährungsfreie Urteil stand 2021 von den Medien unter Kritik. Weil Drachenlord, wie man es drehen und wenden möchte, sowohl Täter ist, aber auch Opfer eines Hassmobs wurde und immer noch ist.



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