Die größten Skandale im eSport

Die dunkle Seite des eSport: skandalöse Fälle von Cheatern, Betrügern und Verbrechern. Wir zeigen dir ein Ranking der fünf größten Skandale aus der professionellen Gaming-Welt.
Biggest Esport Scandals
Von Cheatern wie Forsaken bis zu Leuten, die ins Gefängnis mussten. | © PGL / hltv.org

Wie lieben eSport. Egal ob wir beim Finale der Virtual Bundesliga selbst zugegen sind, oder uns das MSI einmal komplett reinfahren: Zocken auf den großen Bühnen dieser Welt ist faszinierend. Meistens läuft da alles glatt und rund, aber logischerweise gibt es auch im eSport einige Halunken und Typen, die hinter Gitter anstatt an die Tastatur gehören.

Wir zeigen dir deshalb die größten Skandale aus der Welt der Pro-Gamer. Natürlich geht es viel um Cheater – wir haben aber auch das Fyre Festival der Gamer für dich am Start. Los geht das.

5. Hearthstone | 2014: Sexismus-Vorfall in Finnland

Guter Wille – dumme Idee? 2014 kochte im Netz die Stimmung hoch, als Organisatoren eines Hearthstone-Turniers für die finnischen Qualifikationsturniere der IeSF (International Esports Federation) in Helsinki auf Männer beschränkten. Auf der eigenen Website hielten sie fest: Teilnehmen dürfen ausschließlich finnische, männliche Spieler.

Die International Esports Federation ist eine globale Organisation mit Sitz in Südkorea, die sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, den allgemeinen Status des eSport zu erhöhen, mit dem letztendlichen Ziel, ihn weltweit als legitimer Sport anerkennen zu lassen. Also dachten die sich nur: Lasst es uns wie beim traditionellen Sport machen und Frauen und Männer trennen. Danach gab es einige unglückliche Aussagen wie: Nein, das habt ihr alles falsch verstanden, wir setzen uns dadurch FÜR Frauen ein oder Man muss ja auch die Unterschiede in der Psychologie der Geschlechter berücksichtigen. Hier mal paraphrasiert wiedergegeben.

Am Ende des Tages ging Reddit, Facebook (ja 2014 Leute...) und "das Netz" richtig steil. Mittlerweile ist die ganze... "Idee" dahinter ad acta gelegt und Frauen dürfen – ganz untraditionell – einfach auch mitspielen.

4. CS:GO | 2018: Forsaken cheatet und wird zum Meme

Von Forsaken hast du vielleicht schon mal gehört und wenn nicht, dann jetzt. Der professionelle Counter-Strike: Global Offensive Spieler hat einen Aimbot bei einem offiziellen Turnier benutzt. Nikhil Kumawat vom Clan OpTic India traten bei dem eXTREMESLAND Turnier in Asien an. Dann schlägt ein Anti-Cheat-Programm an, er selbst versucht noch schnell alles zu löschen, doch sein Rechner wird konfisziert.

Das wirklich madige für ihn: Die Kameras hielten seinen lächerlichen Versuch, die ganzen Aimbot-Dateien noch schnell zu löschen fest. Sein Team wurde disqualifiziert, er nie wieder bei einem offizillen CS:GO-Turnier gesichtet und wir haben jede Menge Memes bekommen.

3. CS:GO | 2017: Der BIG-Bug beim PGL Major

Es geht kurios weiter in Counter Strike. Hier hat das deutsche Team BIG nicht gecheatet, sondern einfach einen Exploit benutzt, um sich krasse Vorteile zu verschaffen. Mit dem sogenannten BIG-Jump kann man unsichtbar werden und Gegner sehen. Klingt überragend, oder?

Wenn sich die Spieler beim Springen gleichzeitig duckten (hinter Deckung), konnten sie über Wände hinweg sehen – ihre Feinde aber nicht. Der Bug war schon lange bekannt, wurde aber nicht gepatcht oder verboten. Die anderen Teams beschwerten sich – doch der Exploit war legal.

Das gute Ende: Alle 16 Teams beim PGL Major in Krakau kamen zusammen und beschlossen schlichtweg, diesen Bug nicht mehr zu benutzen. BIG setzte sich danach gegen die Konkurrenz durch und gewann das Turnier. Auch ohne Exploit.

2. Starcraft II | 2016: Legende Life mit Wett-Betrug und Match-Fixing

Lee Seung Hyun, aka, Life, galt als einer der besten Starcraft II Spieler der Welt – bis er lebenslänglich gesperrt wurde und sogar hinter Gittern saß. Es ist die Story vom schnellen Geld, dass Ruhm und Ehre leider in den Schatten stellt.

Schon 2012 startet er aus dem Nichts in die Starcraft eSport Szene und rasierte alle Weg. Zwischen 2012 und 2014 erspielt sich der Pro ca. 320.000 US-Dollar an Preisgeldern. Dann wird 2015 ein gesamter Manipulations-Ring in der Szene aufgedeckt. Der Skandal machte auch vor großen Namen nicht halt. Life wird des Match-Fixings überführt, er hat absichtlich Spiele verloren, um auszucashen. Wett-Betrug ist aber auch in Korea kein Kavaliersdelikt: Life musste 18 Monate ins Gefängnis, dass auch er komplett für seinen eSport gesperrt wurde, ist logisch.

Life
Life bevor er seinen Perma-Ban erhielt. | © liquipedia

1. LoL | 2019: Griffin-Trainer cvMax bedrohte, beschimpfte und schlug seine Spieler

Der traurige erste Platz, oder der schlimmste Skandal ist wirklich nicht zum Lachen. In der LCK, Südkoreas LoL-Profi-Liga, machte Team Griffin einen krassen Job und entwickelte sich nach der Gründung 2016 in kürzester Zeit von den Newcomern zu einem Top-Team.

Die Worlds 2019 waren die größte Story für die Organisation – aber nicht wegen ihrer Leistung. Kurz vor Beginn der LoL-WM wurde der damalige Coach Kim Dae-ho (cvMax) entlassen. Auch der General Manager Cho Gyu-nam wurde nur wenig später freigestellt. Was war passiert?

Die Spieler von Griffin meldeten sich zu Wort und erhoben schwere Anschuldigungen gegen ihren Trainer und Manager. Während Gyu-nam seine "Schützlinge" mehrmals dazu genötigt haben soll, Verträge zu unterzeichnen, mit denen sie nicht einverstanden waren, war das Verhalten von Coach cvMax noch wesentlich schlimmer. So soll er seine Spieler massiv verbal und physisch verletzt haben, das Team berichtete davon, dass ihr Trainer sie sogar würgte. Es folgte eine offizielle Untersuchung, cvMax wurde es Untersagt noch einmal eine offizielle Position bei einem Team zu bekleiden und die gesamte Organisation wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

2021 folgt die Auflösung von Team Griffin

Genauso schnell wie der Aufstieg kam dann auch der Absturz von Team Griffin. Im Spring Split 2020 folgte der letzte Platz in der LCK und der Abstieg aus der Top-Liga. Am 5. Januar 2021 setzte die Organisation ihren letzten Tweet ab und verkündete die Auflösung.

Sondermention: Gaming Resort 2015 war das OG-Fyre Festival

Ein weiterer Skandal betraf zwar kein offizielles Turnier aus dem eSport; aber die Veranstalter von Gaming Resort haben einfach das original Fyre Festival gemacht – nur für uns Nerds anstatt für Insta-Models. Die Geschichte ist schnell erzählt: Versprochen wurden Luxus-Apartments mit enorm geilen PCs, Turniere in DOTA 2 und CS:GO und jede Menge Fun.

Herausgekommen ist ein wahrer Albtraum für die Pros, die sich damals in Slowenien versammelten. Schäbige Unterkünfte, keine funktionierenden PCs und Lebensmittelvergiftungen. Dann stellt sich raus, dass das Ganze noch nicht mal bezahlt wurde. Anschließend kommt die Polizei, es werden Reisepässe eingesackt und manche der Profis verpassen ihren Anschlusstermin bei den nächsten Turnieren. Versprochene Preisgelder gab es natürlich ebenfalls nicht. Der helle Wahnsinn.

Genau wie beim Fyre Festival eben auch.