Warum Müllers Rating in FIFA keinen Sinn ergibt

Thomas Müller ist seit Jahren das Musterbeispiel für eigenwillige Ratings in FIFA. Kein Stat auf der Karte des Bayern-Stars knackt die 85 – und trotzdem hat er in FIFA 23 eine Gesamtbewertung von 87. Wie geht das?

FIFA 23 Müller Rating
EA und das Rating von Thomas Müller in FIFA... es ist kompliziert. | © EA Sports / EarlyGame

Das wichtigste gleich mal vorneweg: Thomas Müller ist für EA ein extrem undankbarer Spieler. Realtalk: Er ist weder ein schneller Sprinter, noch ein technisch herausragender Zauberer und auch in Sachen Abschluss ist er nicht unter den besten der Welt... und trotzdem ist der 33-jährige Weltmeister, zweifacher Champions League-Sieger und gefühlte 20-mal deutscher Meister. Thomas Müller ist Weltklasse – auf seine ganz eigene Art und Weise.

Die Frage ist: Wie kann ein Spieler 87 OVR haben, wenn er nicht mal mit einem Stat die 85 knackt? EA hat da seine ganz eigenen Wege, um Müller sein "Spezial-Rating" zu verpassen.

Wie EA bei Müllers FIFA-Rating trickst

Obwohl Müller Rekord-Vorlagengeber der Bundesliga ist und über 250 Tore für den FC Bayern geschossen hat, hat er bei Passen nie die 85 geknackt und auch sein Abschluss schafft es nicht in richtig gute Werte. Und trotzdem hat er seit Jahren eine 86 OVR – in FIFA 23 sogar 87 OVR.

Obwohl die Ratings jedes Jahr für starke Diskussionen in der Community sorgen (Neymar und Heung-min Son haben beide 89 OVR – nur als Beispiel), nimmt sich EA weit mehr Zeit für Ratings, als du vielleicht glaubst. Es gibt eine ganze Scouting-Abteilung, die Spieler auf der ganzen Welt beobachtet und so die Einzelstats bestimmt. Die wiederum ergeben das Gesamtrating (OVR). Nur bei Thomas Müller muss EA die Zahlen ein wenig nach oben schrauben, ansonsten hätte er wohl ein Rating von 82 oder 83...

Michael Mueller-Moehring (Datenbank-Boss bei EA) gab ESPN dazu bereits 2016 ein interessantes Statement. Die Kanadier mussten bei Müller das Rating extra anpassen.

"Thomas Müller kann – abgesehen von seinem Stellungsspiel – eigentlich nichts so richitg. Er ist kein großartiger Dribbler und sein Abschluss ist manchmal wirklich, wirklich schlecht. Schusskraft ist auch nicht seine Stärke.

Wenn wir Thomas Müller also 'richtig' bewerten, erhält er am Ende ein Rating, von dem wir sagen, dass es keinen Sinn ergibt. Es ist zu niedrig."

Sprich: EA muss Müllers OVR besser machen als sie eigentlich ist. Und genau deshalb ist Müller auch einer der Spieler, die wohl das Gegenteil von den Meta-Spielern in FIFA sind. Sein Rating ergibt keinen Sinn – und jetzt kann man noch die Diskussion starten, ob sein Rating im 80er-Bereich nicht grundsätzlich frech ist...