6. Doki Doki Literature Club (2017)
Alles an diesem Spiel schreit geradezu "harmlose Dating-Simulation", von der bunten Grafik bis hin zu den harmlosen Schulklubs-Scherzen, die darauf ausgelegt zu sein scheinen, deine Wachsamkeit zu verringern. Dann beginnt Doki Doki Literature Club, an den Nähten zu zerren – winzige Unstimmigkeiten im Tonfall, Momente, die zu lange nachwirken, Zeilen, die plötzlich so wirken, als wären sie nicht für dich bestimmt.
Der Horror entsteht, weil er persönlich und meta ist, als würde das Spiel beobachten, wie du spielst, und deine Erwartungen gegen dich selbst als Waffe einsetzen. Was als niedliches Charakterdrama beginnt, verwandelt sich in eine langsame, bewusste Entwirrung, bei der sogar die Benutzeroberfläche nicht mehr vertrauenswürdig wirkt. Diese Wendung ist aus gutem Grund berüchtigt: Sie überrascht dich nicht nur, sondern schreibt das, was du zu spielen glaubtest, neu. | © Team Salvato