4. Hüter der Erinnerung – The Giver (2014)
Hüter der Erinnerung brauchte fast 20 Jahre, um endlich ins Kino zu kommen – und bis dahin fühlte sich die Geschichte, die der Film erzählen wollte, wie eine weitere austauschbare Jugend-Dystopie an. Lois Lowrys Buch funktioniert gerade deshalb so gut, weil seine Welt ruhig und überschaubar bleibt. Der Film packt stattdessen Verfolgungsjagden, eine Rebellion und einen Bösewicht hinein, der im Buch kaum eine Rolle spielt. Jeff Bridges hatte jahrzehntelang versucht, das Projekt auf die Leinwand zu bringen – doch das fertige Ergebnis verwässert ausgerechnet die moralische Wucht, die das Buch so lesenswert machte. Eine ruhige Auseinandersetzung mit Erinnerung und Kontrolle in einen weiteren Teenie-Actionfilm zu verwandeln, beweist irgendwie genau den Punkt, den das Buch vermitteln wollte. | © The Weinstein Company