3. The Wire
Diese Serie interessiert sich nicht für einfache Bösewichte oder ordentliche Schlussfolgerungen, und genau deshalb ist sie nach wie vor unübertroffen. The Wire bewegt sich durch Baltimore wie durch ein lebendiges Ökosystem – Polizisten, Straßenecken, Gewerkschaften, Rathaus, Schulen, Nachrichtenredaktionen – und zeigt, wie jede Institution Menschen in Formen zwängt, die sie sich nicht ausgesucht haben. Das Drehbuch ist geduldig und brutal witzig, die Darsteller sind zukünftige Stars, und die Serie vertraut darauf, dass man ihr folgen kann, ohne an die Hand genommen zu werden. Was sie so eindringlich macht, ist, dass sie „Kriminalität“ eher als Symptom denn als Genre-Motor behandelt: Folge dem Geld, folge den Anreizen, folge dem Schaden. Selbst wenn es ruhig ist, ist es erschütternd, und am Ende fühlt man sich weniger unterhalten als informiert. | © HBO