Eine Gruppe von Schülern wollte ihrem Lehrer einen Streich spielen. Aber was als Scherz begann, endete in einer großen Tragödie.
Es sollte ein klassischer Amerikanischer Streich sein – einer, den wir alle schon mal in einem Film gesehen oder sogar selbst erlebt haben: Jugendliche umwickeln das Haus eines Opfers mit Toilettenpapier. Leider kostete dieser harmlose Scherz im vorliegenden Fall einen Lehrer das Leben – und dennoch fordert die Frau des Opfers, dass die Täter keine Strafe erhalten sollen.
Der tragische Unfall
Es sollte eigentlich ein Scherz sein. Laut der Polizei von Atlanta hatten fünf Schüler den Plan gefasst, das Haus ihres Mathematiklehrers mit Toilettenpapier zu bewerfen. Als die Schüler mit der Aktion fertig waren und zu ihren Autos zurückkehrten, soll der Lehrer das Haus verlassen haben, um ihnen hinterherzulaufen. Da es an diesem Tag jedoch rutschig war, stürzte Lehrer Jason Hughes und wurde von einem der Autos überfahren. Obwohl die Schüler sofort anhielten um zu helfen, erlag Hughes schließlich seinen Verletzungen.
Jason Hughes schien nicht einmal aus Wut aus dem Haus gerannt zu sein – laut BBC wusste er sogar, dass seine Schüler sie ihm einen Streich spielen wollten, und freute sich darauf. Wir können nur vermuten, dass er das Haus verlassen hatte, weil es einfach Teil des Streiches sei, mitzuerleben, wie das Opfer überrascht vor dem eingewickelten Haus steht und er ihnen diesen Spaß nicht nehmen wollte.
Seine Familie möchte, dass die Anklagen fallen gelassen werden
Die BBC berichtet außerdem, dass der 18-jährige Junge, der das Auto fuhr, das den Lehrer auf tragische Weise überfuhr, wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr angeklagt wurde, und dass alle fünf Schüler, die an dem Streich beteiligt waren, wegen Hausfriedensbruchs und Vermüllung von Privatgrundstücken angeklagt wurden. Hughes' Frau erklärt jedoch ausdrücklich, dass seine Familie möchte, dass die Anklage fallen gelassen wird:
Das würde Jasons lebenslangem Engagement für das Wohlergehen dieser Kinder zuwiderlaufen.
Die Frau des Toten bezieht sich dabei auf die einmalige Beziehung die der Lehrer zu seinen Schülern hatte, der wusste, dass einige von ihnen planten, ihm einen Streich zu spielen und der sichtlich Freude daran hatte. Sie nun für den schrecklichen Unfall zu bestrafen, den keiner von ihnen in irgendeiner Form beabsichtigt hatte, wäre nicht in seinem Sinne gewesen.
In jüngster Vergangenheit kam es immer wieder vor, das alberne Jugendstreiche durch den Einfluss von Social Media zu tödlichen Challenges wurden, wie etwa im Falle des Studenten, der bei einem eskalierten Klingelstreich erschossen wurde – der in Atlanta zu Tode gekommene Lehrer allerdings wurde weniger Opfer eines solchen Trends als viel mehr eines tragischen Unfalls, für den seine Hinterbliebenen niemanden zur Rechenschaft ziehen wollen.