Tom Hanks wird 70: Zwischen der Verwandtschaft mit Abraham Lincoln und seiner Leidenschaft für Grusel-Fotos

Hanks zählt wohl zu den bekanntesten Menschen der Welt – ihn selbst interessieren die unbekannten Geschichten hinter verlorener Kleidung.

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Weil auch eine Hollywood-Instanz seine kleinen Eigenheiten braucht. | © Sony Pictures

Heute, am 09.07. feiert Tom Hanks seinen 70. Geburtstag. Geboren wurde er als Thomas Jeffrey Hanks am 9. Juli 1956 in Concord, Kalifornien. Aus dem Jungen, der früh mit Umzügen, der Trennung seiner Eltern und einem eher unsteten Familienleben zurechtkommen musste, wurde einer der verlässlichsten und beliebtesten Schauspieler der Filmgeschichte.

Hanks Weg nach Hollywood begann nicht mit Glamour, sondern mit Theater. Nach der Schulzeit in Oakland studierte er zunächst am Chabot College und später an der California State University in Sacramento, bevor ihn die Bühne immer stärker anzog.

Früh sammelte er praktische Erfahrung bei Theaterproduktionen, unter anderem in Cleveland. Diese klassische Grundlage merkt man seiner Karriere bis heute an: Hanks war nie nur Star, sondern immer auch Schauspieler im handwerklichen Sinn.

Vom Komödienstar zur Hollywood-Legende

Seinen ersten größeren TV-Erfolg feierte er Anfang der 80er mit der Sitcom Busenfreunde. Der Kino-Durchbruch kam kurz darauf mit Splash – Jungfrau am Haken. Spätestens mit Big wurde klar, was Hanks so besonders macht: Er konnte komisch sein, ohne albern zu wirken, verletzlich, ohne kitschig zu werden, und nahbar, ohne an Star-Aura zu verlieren.

In den 90ern wurde aus dem beliebten Komödiendarsteller einer der wichtigsten Charakterdarsteller Hollywoods. Für Philadelphia gewann Hanks seinen ersten Oscar als bester Hauptdarsteller. Nur ein Jahr später folgte direkt der zweite für Forrest Gump. Diese beiden Rollen zeigten zwei sehr unterschiedliche Seiten seines Talents: In Philadelphia spielte er einen an AIDS erkrankten Anwalt, der gegen Diskriminierung kämpft; in Forrest Gump wurde er zum Gesicht eines Films, der amerikanische Geschichte, Naivität, Tragik und Popkultur miteinander verband.

Danach blieb Hanks nicht einfach bei einem Erfolgsrezept. Er spielte den Astronauten Jim Lovell in Apollo 13, wurde als Stimme von Woody in Toy Story generationsübergreifend bekannt, kämpfte sich in Der Soldat James Ryan durch den Zweiten Weltkrieg, strandete in Cast Away – Verschollen fast allein auf der Leinwand und wechselte mit Filmen wie Schlaflos in Seattle, The Green Mile, Captain Phillips und Der wunderbare Mr. Rogers immer wieder zwischen Mainstream, Drama, Historie und Herzenswärme.

Auch hinter der Kamera prägend

Wichtig ist auch seine Arbeit hinter der Kamera. Gemeinsam mit Steven Spielberg prägte Hanks nicht nur Filme, sondern auch aufwendig produzierte Serien über amerikanische Geschichte und Kriegserfahrung. Dazu gehören Band of Brothers – Wir waren wie Brüder, The Pacific und später Masters of the Air. Auch Greyhound – Schlacht im Atlantik passt in dieses wiederkehrende Interesse: Hanks erzählt oft von Menschen, die in historischen Ausnahmesituationen Verantwortung übernehmen müssen.

Abraham Lincoln und die Gruselfotos

Ein besonders spannender Teil seiner Biografie ist seine Verwandtschaft mit Abraham Lincoln. Hanks ist kein direkter Nachkomme des früheren US-Präsidenten, aber ein entfernter Verwandter über die Familie von Lincolns Mutter Nancy Hanks. Genau diese Linie macht die Verbindung so interessant: Der Name Hanks ist nicht nur ein Hollywood-Name, sondern führt genealogisch bis in die Familie eines der berühmtesten Präsidenten der Vereinigten Staaten zurück.

Eine weitere, bemerkenswerte Eigenheit des Hollywoodstars ist seine ganz eigene Fotoreihe. Seit Jahren fotografiert Hanks verlorene Handschuhe. Während wir alle – gerade im Winter – wohl tagtäglich an Handschuhen vorbeilaufen, die irgendjemand hat liegen lassen, hält der Amerikaner inne und macht ein Bild davon.

Er selbst erklärte einst, dass ihn die Geschichten und Anekdoten hinter jedem einzelnen, dieser verwaisten Winteraccessoires interessieren würde, während viele Fans allerdings auch davon sprachen, dass einige dieser Bilder etwas sehr Unheimliches, fast Gruseliges an sich hätten.

Politische Haltung und soziales Engagement

Politisch ist Hanks vor allem als öffentliche Stimme aus dem liberal-demokratischen Umfeld sichtbar geworden. Er unterstützte demokratische Kandidaten und bezog gesellschaftspolitisch immer wieder Position, etwa in der Debatte um die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Dabei trat Hanks nicht als klassischer Polit-Aktivist auf, sondern eher als prominente Persönlichkeit, die ihre Reichweite nutzt, wenn ihm ein Thema wichtig ist.

Sein soziales Engagement ist eng mit Themen verbunden, die auch in seiner Karriere immer wieder auftauchen: Veteranen, Militärfamilien, Erinnerungskultur und öffentliche Verantwortung. Mit Initiativen wie "HANKS For Our Troops" unterstützt er Organisationen, die Veteranen und ihre Familien betreuen. Zudem engagierte er sich für die Hidden-Heroes-Kampagne der Elizabeth Dole Foundation, die auf die Situation von Menschen aufmerksam macht, die verwundete Veteranen und Soldaten im Alltag pflegen.

Dazu kommen weitere Auszeichnungen und Anerkennungen, die zeigen, wie stark Hanks längst über einzelne Filmrollen hinausgewachsen ist. 2016 erhielt er die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der USA. Die Ehrung passt zu einem Künstler, der oft genau das verkörpert, was Amerika gern über sich selbst erzählt: Anstand, Humor, Durchhaltevermögen und ein Gefühl für Gemeinschaft.

Ein Star, dem man glaubt

Mit 70 Jahren ist Tom Hanks deshalb mehr als nur ein Schauspieler mit ikonischen Rollen. Er ist ein Erzähler amerikanischer Mythen, aber auch jemand, der diese Mythen immer wieder menschlich macht. Ob als Astronaut, Soldat, Spielzeug-Cowboy, Anwalt, Kapitän, Vaterfigur oder ganz normaler Mann in einer außergewöhnlichen Situation: Hanks hat seine Karriere darauf gebaut, dass das Publikum ihm glaubt.

Und genau das ist vielleicht sein größtes Talent. Tom Hanks spielt nicht einfach Helden. Er spielt Menschen, denen man zutraut, im richtigen Moment das Richtige zu tun.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....