Der Tag, an dem Rainbow 6 die Kontrolle verlor

Stellt euch vor ihr macht euer Lieblingsspiel an und stellt auf einmal fest, dass ihr ohne Grund gebannt wurdet. Viele Rainbow 6 Siege Spieler haben genau das vor Kurzem erlebt.

Rainbow 6 Siege Hack
Nach dem Hack: Viele Fragen, wenige Antworten. | © Ubisoft

Tom Clancy’s Rainbow Six Siege wurde am 27. Dezember gehackt. Für manche Spieler war das extrem frustrierend, weil ihre Accounts willkürlich gebannt wurden, während andere sich über enorme Mengen an Spielwährung freuen durften. Was zunächst wie pures Chaos wirkte, entpuppte sich jedoch als gezielte Hackerattacke.

Als der 27. Dezember Rainbow 6 erschütterte

Spieler bemerkten am 27. Dezember, dass etwas nicht stimmte. Auf allen Plattformen tauchten merkwürdige Nachrichten im Chat auf. Einige Spieler stellten fest, dass ihnen plötzlich hohe Summen an In-Game-Währung gutgeschrieben wurden, andere konnten sich nicht mehr einloggen, weil ihre Accounts ohne ersichtlichen Grund gebannt waren. Teilweise erhielten Spieler sogar seltene Skins. All diese Vorfälle ließen sich auf einen Hackerangriff zurückführen, der an diesem Tag begonnen hatte.

Ubisoft reagierte umgehend und nahm sowohl die Game-Server als auch den Marktplatz von Tom Clancy’s Rainbow Six Siege offline. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, betroffene Accounts auf einen Zustand vor dem Angriff zurückzusetzen. Spielerinnen und Spieler, die die erhaltenen Credits bereits ausgegeben hatten, sollen nicht bestraft werden.

Nach der Serverabschaltung zeigte sich, dass der Angriff primär auf die Hintergrundsysteme abzielte. Die Hacker führten verschiedene Eingriffe durch, ohne dabei ein einheitliches Muster zu verfolgen. Es gab keine offenkundigen Erpressungsversuche oder Forderungen, sondern vielmehr eine Reihe von isolierten und unkoordinierten Aktionen. Damit wird deutlich, dass es den Angreifern offenbar darum ging, ihre unautorisierte Kontrolle über interne Systeme zu demonstrieren, statt ein konsistentes Ziel zu verfolgen.

Spekulationen über ein internes Leck

Auch ohne ein offizielles Statement wird in der Community bereits darüber spekuliert, wie es zu dem Angriff kommen konnte. Laut einem Bericht von IBTimes.co.uk soll die Sicherheitsfirma VX-Underground aufgedeckt haben, dass Mitarbeiter des Kundensupports von Ubisoft Bestechungsgelder angenommen haben sollen, um Zugriff auf Spieleraccounts zu ermöglichen. Dabei seien demnach auch sensible Daten wie echte Namen von Spielern und IP-Adressen geleakt worden.

Ubisoft selbst hat diese Vorwürfe bislang nicht bestätigt. Ob es sich dabei um einen gezielten Insider-Missbrauch, eine Kombination mehrerer Sicherheitslücken oder um unbelegte Spekulationen handelt, ist derzeit offen. Klar ist jedoch, dass der Angriff weit über gewöhnliche Cheat-Vorfälle hinausging und Fragen nach der Absicherung interner Zugriffsrechte bei Ubisoft aufwirft. Eine vollständige Aufklärung steht bislang aus.

Was denkt ihr? War euer Account bei dem Hacker-Angriff betroffen? Schreibt es uns in die Kommentare!

Luis Scharringhausen

Videospiele sind meine Leidenschaft, besonders Elden Ring. Nebenbei studiere ich Journalismus und schaue gerne Serien....