Somali-Unterstützter soll Tinderdate mit Messer attackiert haben und könnte in einem der härtesten Gefängnisse der Welt landen

Ist mit JinoIRL ein weiterer US-Streamer im asiatischen Raum in Haft gelandet?

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Zuschauer gehen stark davon aus, dass Jino sein Date mit einem Messer angegriffen hat. | © Kick / JinoIRL

Die IRL-Streamerszene ist geprägt von fragwürdigen Figuren und problematischen Verhaltensweisen, denn für die Content-Creator in diesem Bereich ist klar: Je skandalöser sie sich benehmen – umso mehr Menschen sehen sich ihre Clips an.

Und auch, wenn das letztlich eher ein Trugschluss ist, gibt es nach wie vor reichlich Streamer, die genau so denken und sich entsprechend verhalten. Zwei der bekanntesten Fälle dieses Genres sind Johnny Somali und Vitaly Zdorovetskiy.

Somali und Zdorovetskiy

Während ersterer aktuell in Südkorea festsitzt, ohne Papiere nicht das Land verlassen kann und unter anderem wegen sexueller Belästigung Jugendlicher auf seinen Prozess wartet, der ihn, je nachdem für welche seiner Straftaten er letztlich verurteilt wird, für bis zu 30 Jahre ins Gefängnis bringen könnte, sitzt letzterer wegen Diebstahls und Beleidigung eines Beamten in philippinischer Abschiebehaft, wo er ebenfalls auf seinen Prozess wartet.

Durch eine Verkettung absurder Situationen – und vor allem seine eigene Schuld – könnte der Streamer JinoIRL nun ein Bindeglied zwischen beiden Fällen darstellen, weil sich der einstige Somali-Unterstützer gerade wohl selbst in den Philippinen in Untersuchungshaft befindet.

Jino und Johnny

JinoIRL war lange Zeit Kameramann und Unterstützer von Johnny Somali. Die beiden verbrachten gemeinsame Zeit in Japan, wohin Somali geflüchtet war, nachdem der US-Amerikaner aus Israel abgeschoben war, weil er dort mehrfach wegen Belästigung und tätlicher Angriffe angezeigt wurde.

Besserung zeigte Somali in Japan allerdings nicht und verhielt sich genauso widerwärtig und unsittlich wie zuvor. Jino stellte dabei sicher, dass das gesamte Fehlverhalten der beiden auf Kamera festgehalten und ins Internet gestreamt wurde, wo ihre vermeintlichen Fans sich all dies ansehen konnten.

Als die beiden deshalb in Japan von den Behörden aufgegriffen wurden, schob Jino die gesamte Schuld auf Johnny und behauptete, dass dieser ihn zur Belästigung Unschuldiger gedrängt hatte. Daraufhin wurde er freigelassen und kehrte in die USA zurück, während Johnny nach kurzem Gefängnisaufenthalt erneut abgeschoben wurde und nach Südkorea reiste.

Jino selbst lebt aktuell auf den Philippinen und macht dort genauso weiter, wie zuvor: Er filmt sich konstant dabei, wie er Menschen belästigt, Frauen bedrängt, öffentliches Eigentum zerstört oder in Streitereien mit Ladenbesitzern und anderen Menschen gerät.

Tinderdate mit Messer attackiert

Die Tatsache, dass sich Individuen wie Jino, Johnny und Vitaly pausenlos selbst im Internet darstellen, macht es für Behörden und Kritiker relativ leicht, ihre Vergehen zu beweisen, sodass nun, als philippinische Medien von einem US-Amerikaner berichteten, der eine junge Frau mit einem Messer attackierte, schnell ein Zusammenhang zwischen den Berichten und Jino hergestellt wurde.

So hatte Jino noch davor damit geprahlt an diesem Abend “mal wieder ein Date” zu haben und zeigte sich dabei in einem Outfit, das exakt so aussah, wie die Kleidung, die der (zensierte) Täter auf den Polizeifotos des Vorfalls trug.

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Die Medien zeigen den Täter bisher zwar nur zensiert – ein Abgleich der Kleidung machte für viele Zuschauer aber klar, dass es Jino ist. | © YouTube

Laut Polizei soll der Täter, nachdem das Date nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen sein soll und die junge philippinische Frau, welche er über Tinder kennengelernt hatte, zu einem anderen Mann auf ein Motorrad gestiegen war, ein Messer gezückt haben und den Motorradfahrer sowie die Frau selbst angegriffen haben.

Beide scheinen zum Glück nur leicht verletzt worden zu sein, während der Angreifer kurz darauf von den Behörden aufgegriffen wurde.

Landet Jino im Gefängnis?

Ob und wann sich der Täter vor Gericht zu verantworten hat, ist bisher noch ungewiss, sollte es sich aber um Jino handeln, könnte er durchaus damit rechnen, dass ihn ein ähnliches Schicksal wie Vitaly erwartet. Denn dieser wurde von der philippinischen Regierung nicht abgeschoben, sondern in ein Gefängnis gesteckt, um ein Exempel an ihm zu statuieren.

Im asiatischen Raum haben viele Länder inzwischen mit ausländischen Streamern zu kämpfen, die die Höflichkeit und Nachsicht der asiatischen Kulturen ausnutzen, um mit ihrem provokanten Verhalten für Aufmerksamkeit im Internet zu sorgen.

Der Umgang mit Vitaly – und nun eventuell auch Jino – durch die philippinische Regierung soll abschreckend wirken und andere Streamer davon abhalten, in das Land zu reisen. Unterstrichen wird dies von Berichten, dass Vitaly sich in einer überfüllten Zelle ohne ausreichende Frischluftzufuhr befände und unter mangelnder medizinischer Versorgung leide, während er auf seinen Prozess wartet, der bewusst hinausgezögert wird und noch mehr als ein Jahr andauern könnte. Jino könnte es also bald ganz ähnlich ergehen.

Kein Ruhm, kaum Geld

Besonders absurd bei alledem: Die vermeintliche Belohnung für ihr Verhalten – Ruhm und Reichtum im Internet – entspricht gar nicht wirklich der Realität. Die Kommentare unter den Videos von Somali und Co sind voll von Menschen, die ihr Verhalten ablehnen, sich über die Streamer lustig machen und ihnen nur das Schlechteste wünschen.


Das wenige Geld, welches dabei durch Spenden aus dem Chat an die Streamer geht, reicht nicht ansatzweise zum Leben und dient nur als kleiner Anreiz dafür, dass sich in noch problematischere Situationen gebracht wird – gleich einer Freakshow, bei der das Publikum nur sehen will, ob man den Influencer bis ans Äußerste und darüber hinaus treiben kann.

Die Zeit wird zeigen, ob Jino und andere daraus nun lernen werden, oder ob sich in Kürze schon die nächsten Streamer nach Asien aufmachen, um dort kurz darauf in einem Gefängnis zu landen.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....