Ein Fitnessinfluencer, der zeigte, dass man nicht nur Muskeln, sondern auch die Seele stählen kann.
Heute jährt sich der Tod von Chris O’Donnell zum ersten Mal. Unter dem Namen Creeohdee war er für Hunderttausende Menschen auf TikTok und Instagram mehr als ein Fitness-Influencer: Er war Motivator der von seinem Wachsen berichtete und andere dabei begleitete, selbst zu wachsen – und vor allem ein Mensch, der seine Verletzlichkeit nicht hinter perfekten Bildern versteckte.
Er wurde nur 31 Jahre alt.
Fitness für Körper und Seele
Chris O’Donnell erlangte Bekanntheit durch Fitnessvideos, Trainingsroutinen und körperliche Transformationen. Doch schnell wurde deutlich, dass sein Erfolg nicht allein auf Muskeln und Disziplin beruhte. Seine Inhalte verbanden Bewegung mit Natur, Abenteuer mit Selbstreflexion. Wanderungen, Roadtrips, Momente mit seinen Hunden – all das gehörte ebenso zu seiner Online-Identität wie Gewichte und Wiederholungen.
Gerade diese Mischung machte ihn für viele glaubwürdig. O’Donnell präsentierte keinen makellosen Lifestyle, sondern einen aktiven Versuch, ein erfülltes Leben zu führen. Statt nur eine gestählte Fassade zu präsentieren, ging er auch auf sein verletzliches Inneres ein, legte es seinen Zuschauern offen und sprach davon, wie man sich selbst heilt.
Offenheit über innere Kämpfe
Besonders prägend war seine Offenheit im Umgang mit mentaler Gesundheit. Chris sprach öffentlich über Depressionen, über frühere Abhängigkeiten und über seinen Weg in die Nüchternheit. Damit durchbrach er ein gängiges Narrativ der Fitness-Szene, in der Stärke oft mit Schweigen verwechselt wird.
Für viele Follower war genau das der entscheidende Punkt: Sie fühlten sich gesehen. O’Donnell zeigte, dass körperliche Stärke und psychische Verletzlichkeit kein Widerspruch sind – sondern oft zusammengehören.
Ein Tod, der erschütterte
Am 11. Januar 2025 wurde bekannt, dass Chris O’Donnell sich das Leben genommen hatte. Die Nachricht traf seine Community unerwartet und hart. In den sozialen Netzwerken drückten unzählige Menschen ihre Trauer aus – viele von ihnen kannten ihn nur digital und empfanden den Verlust dennoch als persönlich.
Sein Tod löste erneut eine breite Debatte aus: über den Druck, der auf öffentlichen Personen lastet, über die Diskrepanz zwischen äußerem Erfolg und innerem Erleben und über die Verantwortung, mentale Gesundheit ernst zu nehmen – auch und gerade im digitalen Raum.
Ein Jahr später ist Chris O’Donnell weiterhin präsent. Seine Videos werden geteilt, seine Worte zitiert, seine Haltung erinnert. Für viele steht er sinnbildlich für eine neue Generation von Influencern, die nicht nur Leistung zeigen, sondern auch Zweifel zulassen.
Sein Vermächtnis liegt weniger in konkreten Trainingsplänen als in einer Haltung: Ehrlich zu sich selbst zu sein. Hilfe anzunehmen. Und zu verstehen, dass kein Algorithmus der Welt menschliche Nähe ersetzen kann.
Du bist nicht allein – Hilfe ist nur einen Anruf entfernt
Wenn du selbst unter Suizidgedanken leidest oder jemanden kennst, der verzweifelt ist, zögere nicht: anhaltende Suizidgedanken sind ein medizinischer Notfall und müssen sofort behandelt werden. Ruf umgehend die 112 an – du musst dafür nichts zahlen, niemand wird dir Vorwürfe machen.
Professionelle Unterstützung findest du auch bei der Telefon‑Seelsorge unter 0800‑1110111 oder 0800‑1110222.
Außerdem kannst du jederzeit online mit geschultem Fachpersonal im Chat sprechen.
Niemand muss schwere Zeiten allein durchstehen! Rede mit jemandem, dem du vertraust, und hol dir professionelle Hilfe. Es gibt immer einen Weg zurück ins Leben – und Menschen, die dich auf diesem Weg begleiten möchten.