EA-Boss bestätigt: FIFA 23 wird das letzte FIFA

Der Namensvertrag zwischen der FIFA und EA Sports läuft im Dezember 2022 aus. Andrew Wilson, EA-CEO, hat derweil bestätigt, dass kein neuer Vertrag zustande kommt.
EA vs FIFA
EA und die FIFA werden in Zukunft getrennte Wege gehen. Nach FIFA 23 ist Schluss... | © EarlyGame

Wir haben bereits im Oktober darüber berichtet, dass es zu einem Namensstreit zwischen der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) und den Spielepublisher EA Sports kam. Jüngst hat die Seite VGC einige Aussagen Andrew Wilson, CEO von EA, gegenüber seiner Mitarbeiter veröffentlicht. Seine Zitate verschärfen die Uneinigkeit zwischen dem Weltverband und dem Noch-Hersteller der FIFA-Reihe für die Gaming-Welt.

Der Schock sitzt tief. Bei uns zumindest. Wir spielen schon in drei verschiedenen Jahrzehnten die beliebte Fußballsimulation FIFA. Mein persönlich erstes FIFA war FIFA 2002, und nach genau 20 Jahren ist dann wohl Schluss mit lustig: EA will den Vertrag mit der FIFA nicht verlängern.

EA-Boss bestätigt: EA und FIFA gehen getrennte Wege

Der Vertragspoker zwischen der FIFA und EA ist nicht aufgegangen. Doch wer hat sich verpokert? FIFA oder EA? Oder beide? Only time will tell. Stand jetzt sehen die Fakten so aus: Der bestehende Vertrag zwischen den beiden Parteien läuft seit 2013 und verliert seine Gültigkeit am 31.12.2022. Eine Verlängerung scheint fast komplett ausgeschlossen. Wilson beschreibt die aktuelle Abmachung als "Hindernis".

Nach FIFA 23 ist Schluss

Da das aktuelle Papier noch bis Ende 2022 gültig ist, gehen wir davon aus, dass EA mit FIFA 23 das letzte Spiel in dieser Reihe veröffentlichen wird. Inwiefern Klauseln in dem Vertrag sind, die besagen, was mit einem veröffentlichten Spiel außerhalb des gültigen Vertrages passiert, wissen wir nicht. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass es gar kein FIFA 23 geben wird (sondern ein Spiel mit anderem Namen). EA scheint die Schnauze voll zu haben.

FIFA will 860 Millionen Euro über vier Jahre

Verträge scheitern immer am Geld. Im Zeitraum von 2013 bis 2022 überwies EA ca. 850 Millionen Euro auf ein Konto in die Schweiz oder auf die Kaimaninseln. Die FIFA fordert nun allerdings mehr als das Doppelte! 860 Millionen Euro sollen nun in einen Zeitraum von nur vier Jahren für den Namen "FIFA" fällig werden. EA Sports möchte diese Forderungen nicht erfüllen. Der EA-Boss sagt dazu:

"Mit Blick auf die Zukunft wollen wir die Franchise ausbauen, und ironischerweise war die FIFA-Lizenz ein Hindernis dafür."

EA sichert sich Namensrechte für FIFA-Nachfolger

Wilson führt fort: "Wir haben in den letzten 30 Jahren eine großartige Beziehung zur FIFA aufgebaut. Wir haben einen Wert in Milliardenhöhe geschaffen... es ist einfach riesig. Wir haben eines der größten Unterhaltungsangebote der Welt geschaffen."

Und dennoch kann es sich ein Milliarden-Unternehmen wie EA erlauben, auf den Namen ihres mit Abstand erfolgreichsten Spiels zu verzichten. Jährlich nehmen die Kanadier alleine mit Ultimate Team 1,5 Milliarden Euro ein. Das ist euer ausgegebenes Geld für schlechte FUT-Packts, btw. Dass die Geier der FIFA da etwas vom Kuchen haben möchten, logisch. Doch nicht mit dem EA-Vorstand:

"Ich würde behaupten - und das mag vielleicht etwas voreingenommen sein - dass die Marke FIFA als Videospiel mehr Bedeutung als der Fußballverband hat. Wir sehen das nicht als selbstverständlich an und wir versuchen, nicht arrogant zu sein. Wir haben wirklich hart daran gearbeitet, der FIFA klarzumachen, was wir für die Zukunft brauchen.

Rumms. EA hat sich mittlerweile auch diverse Rechte an neuen Namen für die FIFA-Reihe gesichert. FIFA 24 könnte "EA Sports FC 24" heißen. Da wirds mir schlecht.

EA verzichtet auf FIFA WM-Modus

Auch der beliebte WM-Modus (FIFA 14, FIFA 18) ist in der Zukunft Geschichte. Wilson bestätigt:

"In einem WM-Jahr erhalten wir natürlich Zugang zur Weltmeisterschaft, aber im breiteren Kontext des globalen Fußballs auf jährlicher Basis ist die Weltmeisterschaft zwar wichtig, aber nicht das Wichtigste. Wir haben 300 andere Lizenzen, die uns die Inhalte liefern, mit denen sich unsere Spieler am meisten und am intensivsten beschäftigen."

FIFA ist nun also nach PES die zweite Fußballsimulation, die binnen kürzester Zeit ihren Namen verlieren wird. Das Spiel, der Großteil der Lizenzen, das Gameplay und Ultimate Team werden natürlich erhalten bleiben. Im Grunde ändert sich "nur" der Name. Aber was zocken wir dann? Ich glaube, dass ich für immer "FIFA" sagen werde.

Wer ist jetzt der Verlierer der ganzen Story? Für mich sind das irgendwo beide Parteien. EA verliert den Namen, die Brand seines erfolgreichsten Videospiels. Der Wiedererkennungswert ist einfach weg. Und die FIFA? Denen geht ein Haufen Geld durch die Lappen. Auch verpassen sie die Möglichkeit, wieder etwas grünes Licht auf die politischen Schandtaten der vergangenen Jahrzehnte (hust Katar hust) zu werfen.

Warum können sich beide nicht auf einen Preis in der berühmten Mitte einigen? Geld und Arroganz regiert die Welt...