DFL entscheidet: Bundesligisten müssen ab 2023 ein eSport-Team haben

Die VBL wird weiter professionalisiert. Das kündigte die DFL nach einer Mitgliedsversammlung an. Ab dem kommenden Jahr soll ein Lizenzierungsverfahren laufen, das für die Bundesliga und 2. Bundesliga gelten soll.
VBL
Die Virtuelle Bundesliga macht einen großen Schritt in Richtung Professionalität. | © dfl

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat mitgeteilt, dass die Virtuelle Bundesliga (VBL) in den Liga-Statuten verankert wird. Auf Deutsch heißt das, dass die VBL eine lizenzierte Liga sein wird. Das soll für die Bundesliga und 2. Bundesliga gelten, deren Strukturen quasi aus der Realität in die Onlinewelt übernommen werden. Damit geht die VBL einen großen Schritt in Richtung Professionalisierung.

Zu den Auflagen, die Vereine dann erfüllen müssen, um an der VBL teilnehmen zu dürfen, zählen unter anderem "der Unterhalt eines eFootball-Teams" wie auch der "Betrieb einer eFootball-Hauptspielstätte". Diese habe über "erforderliche technische Ausstattung" zu verfügen. Zusätzlich bedarf es einer hauptamtlich beschäftigten für den eFootball verantwortlichen Person. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge vergehen lassen.

Wer also professionell eSport in der VBL betreiben will, muss aufrüsten, um den Ansprüchen zu genügen. Die DFL betont, dass es Sanktionen gäbe, sollten die Voraussetzungen nicht korrekt erfüllt sein. Beruhig euch mal Jungs, ehrlich.

VBL geht mit EA Sports Hand in Hand

Bereits 2020 wurde der Lizenzierungsvertrag mit EA Sports vorzeitig verlängert. Die VBL plant also auch trotz der Namensänderung von "FIFA" auf "EA Sports FC" weiter mit den Nordamerikanern. Das gilt zumindest mittelfristig, denn es bleibt abzuwarten, wie der Verband FIFA das gleichnamige Spiel ab 2024 entwickelt und inwiefern das eSport-tauglich ist. Immerhin bleiben die Lizenzen der Stars bei EA.

VBL kein Zwang für Fußballvereine

Andreas Heyden, Geschäftsführer der DFL Digital Sport GmbH und exekutiver Vizepräsident der Digital Innovations DFL Group, sagt zum Thema der verpflichteten Teilnahme der Clubs: "Es wird keinen Zwang geben." Als sogenanntes B-Kriterium habe die VBL keinen Einfluss auf die Lizenzerteilung eines Klubs für die Bundesliga oder 2. Bundesliga.

Ganz auf freiwilliger Basis läuft die Teilnahme aber nicht. Folgen einer Nicht-Teilnahme wollen Heyden und die DFL "in den nächsten Jahren mit den Klubs besprechen." Auch sollen sich etwaige Sanktionen nicht "auf den Spielbetrieb und Wettbewerb in der Bundesliga und 2. Bundesliga auswirken."

In Kraft tritt die VBL als B-Kriterium erst zur Saison 2023/24, die kommende Spielzeit ist noch vollständig freiwillig. "Wir sind sehr glücklich über diesen Schritt. Ich glaube, es spiegelt den Einsatz der Spieler, der Klubs, aber auch der Liga wider", meinte Heyden. Die Aufnahme solle "noch mehr Klubs motivieren, am Wettbewerb teilzunehmen."

"Ich glaube, das Wichtigste ist, dass es von den Managern des klassischen Fußballsports, die diese Entscheidung getroffen haben, anerkannt wird."

Heyden betonte zudem die "Relevanz in der Jugendzielgruppe, die man heutzutage nicht mehr wegdiskutieren kann. "Es gibt eine klare Nachfrage am Markt. Auf der einen Seite Menschen, die das Spiel FIFA spielen wollen. Auf der anderen Seite Fans, die sich diese Spiele anschauen wollen."

DFL respektiert Marketing-Deals

Die VBL-Aufnahme in die DFL-Statuten habe außerdem nicht zur Folge, dass Vereine wie der FC Bayern München ihre Marketing-Deals mit anderen Anbietern wie eFootball-Entwickler Konami beenden müssen – eine inhaltliche Exklusivität scheint nicht vorgesehen.