Gaming ist Kunst

ART 4
Ich spiele für die Kunst, nicht für den Rage. (Quelle: Ghost of Tsushima)

Kuchen, Kaffee & Entspannung: Es ist wieder mal Zeit für einen EarlyGame Schnack.

Neulich fragte mich mein Date, wie viel Zeit ich mit Videospielen verbringe. An dieser Frage ist nichts Besonderes oder Komisches – alles gut... Tatsächlich ist es eine berechtigte Frage, da ich für eine Gaming-Seite arbeite. Die Sache ist aber die, dass die Frage in der Hoffnung gestellt wurde, dass ich etwa in die Richtung antworte, dass ich nicht allzu viel Zeit mit Videospielen verbringe.

Und genau das ist das Problem, das ich heute von der Mücke zum Elefanten machen will.


"Wie viel Zeit verbringst du mit Videospielen?"

Gebt's zu. Diese Frage einfach nur zu lesen oder sie laut in eurem Kopf auszusprechen – sie hat eine negative Konnotation, oder? Man weiß einfach, dass es am Ende ein Urteil geben wird, abhängig von der geantworteten Stundenzahl.

Wenn die Frage wäre: "Wie viel Zeit verbringst du mit Lesen", könnten die Stunden, die ich antworte, nicht hoch genug sein. Aber darüber, dass Bücher überbewertet sind, habe ich schon geschrieben...

Bücher werden überbewertet

... also werde ich den Weg nicht nochmal einschlagen, sondern in eine andere Richtung lenken und heute die Rolle des verständnisvollen Erklärers einnehmen:

Wenn Leute, die nicht gamen den Begriff "Gamer" hören, gehen sie in Gedanken sofort auf den World of Warcraft No-Lifer mit permanent orange gefärbten Cheetos Fingern. Oder die FIFA / COD Rager, die von Gegnern wie Teammates gleichermaßen geächtet werden. Nun, an dieser Art von Gamer ist nichts auszusetzen, außer... bleibt von den Cheetos fern und shut the f*** up. Bitte, danke!

Stereotype gamer
Gaming ist Kunst <3 (Quelle: South Park)

Natürlich ist kein potenzieller Liebespartner daran interessiert, sich auf einen dieser Stereotypen einzulassen. Daher ist die Frage, wie viel Zeit man mit Videospielen verbringt, durchaus berechtigt. Sie entsteht eher aus Unwissenheit als aus Ignoranz.

Glücklicherweise bin ich hier, um aufzuklären, wofür ich diese Gifs von Ghost of Tsushima, Red Dead Redemption und Uncharted biete:




Diese Spiele sind lebendig gewordene Romane. Diese alten Wild West Groschen-Romane? Ja, die wurden nie mehr verwirklicht als mit Red Dead Redemption 2. Und behaltet eure Spaghetti-Western, ich lebe das Cowboy-Leben selber aus. Ghost of Tsushima wiederum lässt mich Flöte spielen und japanische Philosophie zitieren, während ich durch echt-gewordene japanisches Gemälde reite. Uncharted ist dagegen ein größerer Blockbuster als jeder Blockbuster-Film.

Mehr lesen:

Und das Wichtigste: Das Spielen dieser Games ist in etwa so Rage auslösend wie ein Buch oder ein Film. Das heißt: Es ist eine stille, friedliche Erfahrung. Keine Cheetos müssen dafür ihr knuspriges Leben lassen...

Lasst mich das also mit einem Abschlusswort zu Ende bringen:

Gamer sind mehr als nur wütende Rager. Die Gaming Szene hat sich schon lange gespalten: in die wettbewerbsorientierte Gamer (die sich zum Esports weiterentwickelt haben) und die, die um das Erlebnis spielen. Letzteren, die Experience-Gamer, sind nicht laut und wütend. Nein. Wir genießen unsere Spiele genauso, wie andere ihr Buch genießen: Nett und ruhig.

Tatsächlich sind wir der perfekte Partner: setzt euch einfach daneben und schaut uns zu, wie wir eure neue Lieblings Cowboy- oder Samurai-Serie spielen.

Game & Chill.