Alle Jugendworter 2026 Anwärter erklärt – auch das wegen Merz Verbotene!
Von "Gute Käses" über "Süper" bis "Six-Seven" – wir erklären die Anwärter auf das Jugendwort 2026
Seit knapp 18 Jahren wird nun das Jugendwort des Jahres als Titel vergeben und seit einiger Zeit handelt es sich dabie sogar tatsächlich um Begriffe, die junge Menschen so verwenden. Denn während sich der Langenscheidt-Verlag lange damit beschäftigt hatte, Worte wie "Smombie" zu erfinden, weil man glaubte "so reden die Jugendlichen doch ganz sicher" gibt es seit einigen Jahren nun eine offizielle Abstimmung, an der sich auch jede und jeder beteiligen kann.
Damit ihr wisst, welche Worte das sind und was sie bedeuten, findet ihr hier die Top Ten der Anwärter auf das Jugendwort des Jahres 2026!
| @ ARD
Crashout
Wer einen "Crashout" hat oder "Crashout geht", verliert komplett die Beherrschung oder reagiert völlig übertrieben auf eine eigentlich harmlose Situation. Das Wort stammt aus dem Englischen und beschreibt einen emotionalen Ausbruch. In den sozialen Medien wird der Begriff allerdings meist ironisch benutzt. Wenn jemand wegen eines verlorenen Videospiels den Controller durch das Zimmer werfen möchte oder wegen einer Kleinigkeit komplett ausrastet, sprechen viele scherzhaft von einem "Crashout". Oft wird der Begriff sogar verwendet, bevor es überhaupt passiert: "Ich bekomme gleich einen Crashout." | © pexels.com / cottonbro studio
67 (Six Seven)
Einer der rätselhaftesten Begriffe auf der Liste. "67" stammt ursprünglich aus der Rap- und Social-Media-Szene und wurde vor allem durch TikTok immer populärer. Je nach Situation kann der Ausdruck Zustimmung, Überraschung oder einfach eine Reaktion auf etwas Beeindruckendes sein. Eine feste Bedeutung gibt es allerdings kaum – und genau das macht den Begriff so typisch für Internetkultur. Viele verwenden ihn ganz selbstverständlich, obwohl sie ihn selbst nur schwer erklären könnten. Im Grunde ist "67" mittlerweile fast schon ein Insider-Code dafür, dass man tief genug in der TikTok-Bubble unterwegs ist. | © pexels.com / Mathias Reding
Digga
Kaum ein Jugendwort hat sich so lange gehalten wie "Digga". Ursprünglich kommt der Begriff aus Hamburg und war dort eine lockere Anrede unter Freunden. Heute kennt ihn praktisch jeder in Deutschland. Das Besondere: Das Wort kann fast alles bedeuten. Es ersetzt Namen, funktioniert als Ausruf der Überraschung, kann Zustimmung ausdrücken oder auch genervte Kritik sein. Ob "Digga!" freundlich oder genervt gemeint ist, entscheidet meistens nur die Betonung. Genau diese Vielseitigkeit hat dafür gesorgt, dass der Begriff seit Jahren nicht mehr aus der Jugendsprache wegzudenken ist. | © pexels.com / kaboompics
"Du bist gut genuuuuug"
Eigentlich handelt es sich nur um eine Zeile aus einem viralen Song. Durch TikTok entwickelte sich daraus aber schnell ein eigenes Meme. Der Satz wird inzwischen verwendet, um Menschen aufzumuntern, sie ironisch zu motivieren oder einfach Situationen übertrieben dramatisch zu kommentieren. Gerade die langgezogene Betonung von "genuuuuug" gehört dabei fast schon dazu. Viele kennen den Spruch inzwischen, ohne den ursprünglichen Song überhaupt gehört zu haben. | © Kitschkrieg / Instagram
Gute Käse
Ein Ausdruck, der auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn ergibt – und genau deshalb so gut funktioniert. "Gute Käse" bedeutet schlicht, dass etwas richtig gut, gelungen oder cool ist. Warum ausgerechnet Käse? Eine eindeutige Erklärung gibt es nicht. Der Begriff lebt genau von seiner Absurdität. Solche scheinbar sinnlosen Ausdrücke verbreiten sich in sozialen Netzwerken oft besonders schnell, weil sie auffallen und sich leicht weitererzählen lassen. Wer heute sagt "Das ist gute Käse", meint also schlicht: Das war richtig stark. | © pexels.com / kaboompics
Macker
Das Wort selbst ist zwar keineswegs neu, seine Verwendung hat sich aber verändert. Früher bezeichnete "Macker" häufig einen selbstverliebten oder etwas überheblichen Typen. In der heutigen Jugendsprache wird der Begriff oft deutlich lockerer verwendet. Er kann einfach einen Freund, den eigenen Partner oder irgendeinen Typen beschreiben, über den gerade gesprochen wird. Je nach Situation kann "Macker" dabei freundlich, ironisch oder leicht spöttisch gemeint sein. Genau diese Flexibilität macht den Begriff heute wieder so beliebt. | © pexels.com / Rick Hadley
Peak
Das englische Wort für "Höhepunkt" hat längst seinen Weg in die deutsche Jugendsprache gefunden. Wenn etwas als "Peak" bezeichnet wird, bedeutet das: Besser geht es eigentlich nicht mehr. Ein besonders gutes Tor, ein extrem lustiger Moment oder ein beeindruckender Film können alle einfach "Peak" sein. Gleichzeitig wird der Begriff auch gerne ironisch verwendet, wenn jemand das genaue Gegenteil meint. Gerade diese Mischung aus ernst gemeintem Lob und humorvoller Übertreibung sorgt dafür, dass "Peak" inzwischen in unzähligen TikToks und Kommentaren auftaucht. | © pexels.com / limshig
Ragebait
Im Zeitalter von TikTok, Instagram und X begegnet man Ragebait ständig. Gemeint sind Inhalte, die absichtlich provozieren oder offensichtlich falsche Aussagen treffen, nur damit möglichst viele Menschen wütend kommentieren. Der Trick dahinter ist simpel: Jeder Kommentar, selbst wenn er voller Kritik steckt, sorgt für mehr Reichweite. Deshalb gilt oft der Spruch: "Don't feed the Ragebait." Wer sich aufregt und kommentiert, hilft dem Beitrag letztlich dabei, noch mehr Menschen zu erreichen. Genau deshalb gehört der Begriff inzwischen fest zum Wortschatz vieler Social-Media-Nutzer. | © pexels.com / Andrea Piacquadio
Schere
"Schere" hat sich in den vergangenen Monaten als eine moderne Kurzform für "Mein Fehler" oder "Das war peinlich" etabliert. Wenn jemand etwas vergisst, sich verspricht oder eine offensichtliche Dummheit macht, reicht oft ein kurzes "Schere" als Reaktion. Warum ausgerechnet dieses Wort verwendet wird, lässt sich kaum logisch erklären – wie bei vielen Internet-Memes ist der Ursprung weniger wichtig als die gemeinsame Bedeutung, die sich mit der Zeit entwickelt hat. Gerade die Kürze macht den Begriff perfekt für Chats, Kommentare oder schnelle Reaktionen in Videos. | © pexels.com / Lorencius Stefanus
Süper
Das türkische Wort für "super" existiert natürlich schon lange, wurde aber durch virale TikTok-Clips und Memes plötzlich auch im deutschsprachigen Internet allgegenwärtig. Inzwischen wird "Süper" oft bewusst mit einem Augenzwinkern verwendet. Es beschreibt Situationen, die besonders gut laufen – oder ironisch genau das Gegenteil. Wenn beispielsweise etwas komplett schiefgeht, kommentieren viele einfach trocken mit "Süper". Gerade dieser Wechsel zwischen ehrlichem Lob und ironischem Humor hat den Begriff weit über die türkischsprachige Community hinaus bekannt gemacht. | Klaus Nielsen
Mehrzweckeier
Ungewöhnlich ist, dass in diesem Jahr ein besonders vielversprechender Anwärter frühzeitig aus dem Rennen genommen wurde: "Mehrzweckeier" hatte gute Chancen das Jugendwort 2026 zu werden, wurde vom Langenscheidt-Verlag jedoch gecancelt.
Hintergrund dieser Entscheidung ist tatsächlich Friedrich Merz. Während einer Demonstration gegen die Wehrpflicht in Berlin wurde ein Plakat beschlagnahmt, auf dem "Merz leck Eier" zu lesen war – die Polizei ermittelte sogar wegen "übler Nachrede und Verleumdung gegen eine Person des politischen Lebens".
Aus dem Schild und dem Vorfall wurde ein Meme – später wandelte das Internet den Begriff ab und ging über zum juristisch unproblematischen "Mehrzweckeier". Der Aufruf, genau diesen Begriff zum Jugendwort des Jahres zu wählen, war also sogar ein politisches Statement. Eines, das dem Verlag am Ende zu heikel war und so strich man diesen Kandidaten einfach. | © pexels.com / Engin Akyurt
Das Jugendwort des Jahres... über die Jahre
Der Titel des Jugendworts des Jahres wird bereits seit 2008 vom Langenscheidt-Verlag vergeben – also schon seit einer Zeit, wo an "Six-Seven" und "Du bist gut genuuuug" noch gar nicht zu denken war.
Aber welche Worte waren damals der inbegriff von hip und knorke? Wir werfen in der Gallery Das Jugendwort des Jahres... über die Jahre einen Blick auf genau diese Begriffe, die die Jugend von heute und damals so verwendete.
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