Nintendo vs. Palworld: Nintendo scheitert mit seinen Patenten

Nintendo wollte beweisen, dass Palworld zu nah an Pokémon liegt, doch das japanische Patentamt sah das anders.

Nintendo scheitert mit Patent
Nintendos Patente scheitern: Das Verfahren gegen Palworld verliert an Gewicht. | © Pocketpair

Nintendo wollte mit Patenten gegen den Überraschungserfolg Palworld vorgehen, doch das japanische Patentamt winkte ab: Die angeblich einzigartigen Spielmechaniken waren längst nichts Neues mehr.

Patentamt entscheidet gegen Nintendo

Das japanische Patentamt hat mehrere von Nintendo eingereichte Patentanträge im laufenden Verfahren gegen das Entwicklerstudio Pocketpair zurückgewiesen. Der Konzern wollte zentrale Spielmechaniken aus Palworld, etwa das Einfangen und Nutzen von Kreaturen, als eigene Erfindungen schützen, um seine Klage wegen angeblicher Ähnlichkeiten zu Pokémon zu stützen.

Die Prüfer kamen jedoch zu dem Schluss, dass den Anträgen die nötige Neuheit fehlt. Viele der von Nintendo beanspruchten Elemente seien bereits in früheren Spielen anderer Studios verwendet worden. Damit verlieren die Patente ihre Grundlage und Nintendos juristische Argumentation an Gewicht.

Für den japanischen Spielekonzern ist das ein spürbarer Rückschlag. Ohne wirksame Schutzrechte bröckelt die Strategie, Palworld auf rechtlichem Weg einzuschränken. Die Entscheidung des Patentamts verändert das Kräfteverhältnis im Verfahren deutlich und gilt als Signal, dass sich grundlegende Spielmechaniken nicht so einfach monopolisieren lassen.

Wie aus einem Hype ein Rechtsstreit wurde

Der Konflikt zwischen Nintendo und dem Entwicklerstudio Pocketpair begann kurz nach dem weltweiten Erfolg von Palworld. Das Spiel sorgte für Aufsehen, weil Spieler darin fantasievolle Kreaturen fangen und einsetzen können, mit kugelförmigen Wurfobjekten, die stark an die Pokébälle aus der Pokémon-Reihe erinnern. Auch das Design einiger Figuren weckte bei Fans und Beobachtern Erinnerungen an Nintendos ikonische Monster.

Nintendo und die Pokémon Company reagierten schnell und reichten in Japan Klage ein. Der Vorwurf lautete, Palworld kopiere zentrale Elemente der Pokémon-Reihe und verletze geistiges Eigentum. Pocketpair wies diese Anschuldigungen entschieden zurück und betonte, man habe ein völlig eigenes Spielkonzept geschaffen, das sich nur optisch an vertrauten Mustern orientiere.

Seitdem hat sich der Streit zu einem Symbolfall für die Gaming-Branche entwickelt. Er zeigt, wie schmal die Grenze zwischen Inspiration und Imitation geworden ist und wie groß der Druck auf Entwickler wächst, in einer von etablierten Marken dominierten Industrie neue Ideen zu verwirklichen.

Der Balanceakt zwischen Recht und Innovation

Der Fall zeigt, wie schwierig es ist, kreative Ideen in Videospielen zu schützen, ohne sie gleichzeitig zu behindern. Patente können zwar Innovation sichern, doch wenn sie zu weit gefasst sind, schränken sie die kreative Freiheit der Entwickler erheblich ein. Videospiele leben von Inspiration, Weiterentwicklung und dem Mut, bekannte Konzepte neu zu denken. Nur eine offene kreative Kultur ermöglicht echte Neuerungen, von denen sowohl Entwickler als auch Spieler profitieren.

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Luis Scharringhausen

Videospiele sind meine Leidenschaft, besonders Elden Ring. Nebenbei studiere ich Journalismus und schaue gerne Serien....