Niemand kann mit Sicherheit sagen, in welche Richtung AAA‑Spiele sich entwickeln. Klar ist jedoch, dass viele Theorien über die Zukunft der Gaming-Branche im Internet kursieren. Eine davon stammt vom ehemaligen Assassin’s Creed-Director Alexandre Amancio.
Alexandre Amancio, ehemaliger Director von Assassin’s Creed Unity und Revelations, ist für seine scharfe Kritik an der AAA-Spieleindustrie bekannt. In einem Interview mit gamesindustry führte er seine Ansichten weiter aus und argumentierte, dass das Kernproblem in den immer größer werdenden Entwicklerteams liege.
„Die westliche Spieleindustrie steckt in einer Krise.“
Menschen auf der ganzen Welt diskutieren aktiv über die Zukunft der Gaming-Branche. Während künstliche Intelligenz in vielen dieser Debatten eine große Rolle spielt, ist sie nicht der Faktor, den Alexandre Amancio als Kern des Problems sieht. Seiner Ansicht nach kommt es vor allem auf die Größe der Entwicklerteams an.
In dem Interview erklärte er gegenüber gamesindustry, dass die Entwicklung eines Spiels ab etwa 100 beteiligten Personen schnell stark von Management geprägt wird. Es entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf, in dem immer mehr Menschen eingestellt werden, nur um andere zu koordinieren, die bereits mit der Koordination beschäftigt sind.
Etwas, das viele AAA-Studios fälschlicherweise tun – oder zumindest früher getan haben – ist zu glauben, man könne ein Problem lösen, indem man einfach mehr Leute darauf ansetzt.
Seiner Meinung nach kann das Hinzufügen weiterer Personen die Dynamik eines bestehenden Teams grundlegend verändern. Der Entwicklungsprozess selbst wird variabler und schwerer kontrollierbar. Anders ausgedrückt: Zu viel Input aus zu vielen Richtungen verändert zwangsläufig das Endergebnis eines Spiels.
Kleine Teams sind die Zukunft
Seiner Ansicht nach würden AAA-Studios davon profitieren, auf kleinere Teams zu setzen. Das könnte die Effizienz maximieren und gleichzeitig übermäßiges Verwässern vermeiden, das die kreative Ausrichtung verwischt und das Endergebnis abschwächt.
Ich denke, es gibt Dinge, die wir von anderen Branchen lernen können. Die Filmindustrie hat sich zu gebündelten Kernteams entwickelt, in denen jede Person dafür verantwortlich ist, eine Crew zusammenzustellen, die sie dabei unterstützt.
Teams auf diese Weise aufzubauen würde auch bedeuten, dass sie größtenteils temporär sind. Zwar gäbe es für jedes Projekt bewährte Ansprechpartner, langfristig würden dadurch jedoch viele Rollen überflüssig werden.
Outsourcing und Co-Development-Studios gehören ebenfalls zu Amancios vorgeschlagenen Lösungen. Kleinere Studios mit schlanken Teams könnten flexibel bleiben und zusätzliche Ressourcen von externen Partnern nur dann hinzuziehen, wenn ein Projekt sie tatsächlich benötigt.
Letztlich kann nur die Zukunft zeigen, wohin sich die Gaming-Branche entwickelt. Aktuell stehen AAA-Studios jedoch eindeutig vor einer Krise – insbesondere wenn Titel wie Clair Obscur: Expedition 33 beweisen, dass ein kleines Studio ein hochwertiges Spielerlebnis liefern kann, ohne stark auf generative KI zu setzen.
Was denkst du? Liegt das Problem wirklich an der Teamgröße, oder spielt KI doch eine größere Rolle? Teile deine Meinung in den Kommentaren!