Bekannte und berühmte Deutsche, die im Juni 2026 verstarben
Bekannte und berühmte Deutsche, die im Juni 2026 verstarben
Im Juni, der Mitte des Jahres, richten viele Menschen ihren Blick auch zurück auf die vergangenen sechs Monate, das gestern und damit auch auf all jene, die uns nicht mehr auf dem Weg des Lebens begleiten.
Wir von EarlyGame wollen diesen Moment nutzen, um für all jene einen Moment inne zu halten, die im Juni von uns gegangen sind und die, auch wenn wir sie manchmal nicht direkt kannten, auf die eine oder andere Art unser Leben beeinflusst haben.
Bernd Caspar Dietrich († 2. Juni 2026)
Bernd Caspar Dietrich war ein deutscher Maler, Konzeptkünstler und Ausstellungsmacher. Geboren wurde er am 24. Juni 1957 in Eilenburg. Bekannt wurde er vor allem durch seine künstlerische Auseinandersetzung mit Sand, Licht, Glas, Beton, Gold und dem physikalischen Phänomen der Reflexion.
Schon früh kam Dietrich mit Kunst in Berührung. Später studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und entwickelte eine eigene Bildsprache, die Material, Oberfläche und Lichtwirkung stark in den Mittelpunkt stellte. Besonders prägend wurde seine Beschäftigung mit Sand, aus der über Jahrzehnte hinweg verschiedene Werkserien entstanden.
Ein wichtiger Ort seines Wirkens war Schermbeck. Gemeinsam mit seiner Frau Hella Sinnhuber entwickelte er dort den artpark Hoher Berg zu einem offenen Raum für Kunst, Kultur, Natur und gesellschaftlichen Austausch. Dietrich verstand Kunst nicht nur als ästhetisches Objekt, sondern auch als Begegnung, Haltung und gesellschaftlichen Impuls.
Zu seinen bekannten Werkreihen zählen unter anderem die „Wheels“ sowie „BetonGold“. Internationale Aufmerksamkeit erhielt sein Werk auch durch Versteigerungen beim Auktionshaus Christie’s. Neben seiner künstlerischen Arbeit engagierte sich Dietrich zudem für soziale Projekte, darunter Aktionen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.
Bernd Caspar Dietrich starb am 2. Juni 2026 im Alter von 68 Jahren, nur wenige Wochen vor seinem 69. Geburtstag. Die Kunstszene am Niederrhein würdigte ihn als engagierten Künstler, Impulsgeber und Mitgestalter eines besonderen kulturellen Ortes. | © Wikipedia
Axel Schreiber († 3. Juni 2026)
Axel Schreiber war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Geboren wurde er am 30. Januar 1977 in Lübben im Spreewald. Aufgewachsen ist er in Groß Leuthen, später machte er in Lübben sein Abitur.
Bevor er zur Schauspielerei kam, absolvierte Schreiber zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Anschließend studierte er von 2001 bis 2004 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und begann ab 2001 als Schauspieler zu arbeiten.
Einem größeren Publikum wurde Axel Schreiber vor allem durch die ARD-Serie „Türkisch für Anfänger“ bekannt. Dort spielte er ab 2006 die Rolle des Axel Mende und wurde damit Teil einer der bekanntesten deutschen Comedyserien der 2000er-Jahre.
Auch danach war Schreiber regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Er wirkte in mehr als 50 Produktionen mit, darunter „Weißt was geil wär…?!“, „Berlin am Meer“, „Tatort“, „SOKO Leipzig“, „Der Bergdoktor“, „Notruf Hafenkante“, „Der junge Häuptling Winnetou“ und zuletzt in der ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“.
Axel Schreiber lebte seit 2004 in Berlin. Er starb am 3. Juni 2026 im Alter von 49 Jahren nach längerer Krebserkrankung. In Erinnerung bleibt er vor allem als vielseitiger Schauspieler, der über viele Jahre hinweg das deutsche Fernsehen mitgeprägt hat. | © Sat.1
Ulrich Pätzold († 4. Juni 2026)
Ulrich Pätzold war ein deutscher Journalist, Medienforscher und Journalistik-Professor. Geboren wurde er am 20. August 1943 in Bielefeld. Über viele Jahre prägte er die journalistische Ausbildung in Deutschland, besonders an der Technischen Universität Dortmund.
Pätzold war rund 30 Jahre an der TU Dortmund tätig und spielte Anfang der 1980er-Jahre eine wichtige Rolle beim Aufbau des Modellstudiengangs Journalistik. Sein Schwerpunkt in Lehre und Forschung lag auf der journalistischen Vermittlung und der Frage, wie Medien Inhalte verständlich, verantwortungsvoll und gesellschaftlich relevant aufbereiten.
1984 gründete er gemeinsam mit seinem ehemaligen Studenten Horst Röper das Dortmunder Medienforschungsinstitut FORMATT. Damit wurde Pätzold auch über die Hochschullehre hinaus zu einer prägenden Stimme in der deutschen Medienforschung.
Neben seiner Arbeit als Hochschullehrer war Pätzold unter anderem als Direktor und Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften tätig. Auch nach seiner Zeit an der Universität blieb er medienpolitisch interessiert und engagiert. Er lebte zuletzt als Emeritus in Berlin.
Ulrich Pätzold starb am 4. Juni 2026 in Berlin im Alter von 82 Jahren. In Erinnerung bleibt er als wichtiger Journalismuslehrer, Medienforscher und Impulsgeber für Generationen von Journalistinnen und Journalisten. | © uli-paetzold.de
Ute Walther († 6. Juni 2026)
Ute Walther war eine deutsche Opernsängerin im Fach Mezzosopran. Geboren wurde sie am 23. Juni 1942 in Jena. Sie stammte aus einer musikalischen Familie: Ihre Mutter war Sängerin, ihr Vater Dirigent.
Walther studierte Gesang an der Musikhochschule Berlin und begann ihre Bühnenkarriere 1968 am Staatstheater Schwerin. Dort debütierte sie als Octavian in Richard Strauss’ „Der Rosenkavalier“, einer Rolle, die für ihre Laufbahn besonders prägend wurde.
Nach Stationen am Volkstheater Rostock und an der Staatsoper Dresden gehörte sie ab 1986 zur Deutschen Oper Berlin. Dort wurde sie über zwei Jahrzehnte hinweg zu einer der prägenden Stimmen des Hauses und stand in mehr als 600 Vorstellungen auf der Bühne.
Zu ihren wichtigen Rollen zählten unter anderem Fricka und Waltraute in Wagners „Ring des Nibelungen“, Brangäne in „Tristan und Isolde“, Octavian in „Der Rosenkavalier“ sowie Verdi-Partien wie Maddalena, Eboli und Amneris. Später wechselte sie zunehmend ins Charakterfach und übernahm Rollen wie Herodias in „Salome“, Kabanicha in „Katja Kabanowa“ und die Knusperhexe in „Hänsel und Gretel“.
Auch nach ihrem offiziellen Abschied von der Opernbühne blieb sie der Kunst verbunden. 2016 kehrte sie im Renaissance-Theater Berlin noch einmal auf die Bühne zurück, in Ronald Harwoods Stück „Quartetto“ über vier ältere Opernsänger.</p>
<p>Ute Walther starb am 6. Juni 2026 nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren. In Erinnerung bleibt sie als bedeutende Mezzosopranistin, Kammersängerin und prägende Persönlichkeit der Deutschen Oper Berlin. | © Wikipedia
Kristian Pech († 6. Juni 2026)
Kristian Pech, eigentlich Werner Christian Pech, war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer. Geboren wurde er am 14. September 1946 in Frankenthal in der Oberlausitz.
Pech erlernte zunächst den Beruf des Agrotechnikers und arbeitete später als Volontär bei der Sächsischen Zeitung in Dresden. Von 1967 bis 1969 studierte er Journalistik an der Karl-Marx-Universität Leipzig, konnte das Studium jedoch nicht abschließen.
Im Sommer 1968 beteiligte er sich an der sogenannten Stauseelesung von Leipzig, einer illegalen Motorbootlesung auf dem Leipziger Elsterstausee, die im Zusammenhang mit dem Prager Frühling stand. Danach arbeitete Pech unter anderem als Brauereiarbeiter, freier Autor, Geschäftsführer einer Cottbuser Stadtverordnetenfraktion und Hausmeister.
Als Autor veröffentlichte Kristian Pech vor allem Lyrik, kurze Prosa und Lyrikübersetzungen. Besonders beschäftigte er sich mit Übersetzungen aus dem Sorbischen und Russischen. Zu seinen Werken zählen unter anderem „Abschweifungen über Bäume“, „Der Landsitz“, „Die Mützentransaktion“, „Die unvollkommene Haut“, „Hutschmerz“ und „Platanenwolken“.
1997 wurde Pech Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Für seine literarische Arbeit erhielt er unter anderem 1975 die Erich-Weinert-Medaille und 1990 den Carl-Blechen-Preis.
Kristian Pech lebte in Döbern in der Niederlausitz. Er starb am 6. Juni 2026 im Alter von 79 Jahren. In Erinnerung bleibt er als eigenständige Stimme der deutschsprachigen Literatur, besonders als Lyriker, Erzähler und Übersetzer mit engem Bezug zur Lausitz. | © Wikipedia
Ulrich Strunz († 7. Juni 2026)
Ulrich Ernst Theodor Strunz war ein deutscher Internist, Buchautor und ehemaliger Triathlet. Geboren wurde er am 21. November 1943 in Görlitz. Bekannt wurde er vor allem als populärer Vertreter der Fitness- und Präventionsmedizin sowie durch seine „Forever young“-Bücher.
Nach der Übersiedlung seiner Familie nach Erlangen machte Strunz dort sein Abitur. Anschließend studierte er zunächst Physik und später Humanmedizin an der Universität Erlangen. 1975 promovierte er, danach arbeitete und forschte er unter anderem in Erlangen und Los Angeles. Später wurde er Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie.
Ende der 1980er-Jahre kam Strunz zum Triathlon. 1989 nahm er an mehreren Ironman-Wettbewerben teil, beim Ultraman auf Hawaii wurde er Erster seiner Altersklasse. Seine sportlichen Erfahrungen verband er später stark mit seiner Arbeit als Arzt, Autor und Vortragsredner.
Ab den 1990er-Jahren wurde Ulrich Strunz einem breiten Publikum bekannt. Die „Wirtschaftswoche“ bezeichnete ihn 1998 als „Fitnesspapst“. Besonders erfolgreich wurde sein Buch „Forever young – Das Erfolgsprogramm“, mit dem er viele Menschen für Bewegung, Ernährung und einen aktiveren Lebensstil erreichen wollte.
Seine Konzepte waren populär, aber nicht unumstritten. Teile der wissenschaftlichen Medizin kritisierten einige seiner Ansätze als zu vereinfachend oder wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Dennoch prägte Strunz über viele Jahre die öffentliche Debatte über Fitness, Gesundheit und Prävention in Deutschland.
Nach einem schweren Rennradunfall auf Mallorca im Jahr 2006 musste Strunz seine Karriere als Triathlet beenden. 2022 ging er in den Ruhestand und schloss seine Privatpraxis. Ulrich Strunz starb am 7. Juni 2026 in Hilpoltstein-Marquardsholz im Alter von 82 Jahren. In Erinnerung bleibt er als Arzt, Autor und prägende Figur der deutschen Fitness- und Gesundheitskultur. | © Thalia / Privat
Georg Polikeit († 9. Juni 2026)
Der deutsche Journalist und DKP-Funktionär Georg Polikeit ist am 9. Juni 2026 kurz vor seinem 97. Geburtstag gestorben. Geboren wurde er im Juni 1929 in Stockach. Schon als Jugendlicher trat er der KPD bei und begann Ende der 1940er Jahre seine journalistische Laufbahn bei der kommunistischen Tageszeitung „Unser Tag“ in Offenburg.
Polikeit prägte über Jahrzehnte die kommunistische Presse in der Bundesrepublik. Ab 1951 war er Chefredakteur des westdeutschen FDJ-Organs „Junges Deutschland“, später arbeitete er unter anderem für verschiedene kommunistische und parteinahe Publikationen. 1968 war er an der Vorbereitung der DKP-Gründung beteiligt und wurde anschließend Pressesprecher der Partei.
Besonders bekannt wurde Georg Polikeit als Chefredakteur der DKP-Parteizeitung „Unsere Zeit“, die er von 1972 bis 1988 leitete. In dieser Funktion gehörte er zu den prägenden journalistischen Stimmen der DKP. Bis ins hohe Alter blieb er publizistisch und politisch interessiert. Georg Polikeit lebte in Wuppertal und war mit Renate Polikeit verheiratet, die 2025 starb. | © Wikipedia
Karin Rasenack († 10. Juni 2026)
Die deutsche Schauspielerin Karin Rasenack ist am 10. Juni 2026 in Hamburg gestorben. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle der Lucie Simon in Edgar Reitz’ vielfach beachteter Serie „Heimat – Eine deutsche Chronik“.
Geboren wurde Rasenack am 10. November 1945 in Berlin. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der Berliner Max-Reinhardt-Schule. Nach ersten Auftritten an Berliner Bühnen führte sie ihr Weg unter anderem ans Stadttheater Pforzheim, an das Staatstheater Wiesbaden und später ans Thalia Theater Hamburg. Auch an den Hamburger Kammerspielen, am Ernst Deutsch Theater und in Produktionen des NDR war sie tätig.
Neben ihrer umfangreichen Theaterlaufbahn war Karin Rasenack regelmäßig in deutschen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Insgesamt wirkte sie in mehr als 70 Film- und Fernsehrollen mit, darunter in Serien wie „Ein Fall für zwei“, „Großstadtrevier“, „Zwei Münchner in Hamburg“ oder „Diese Drombuschs“. Auch im Kino war sie zu sehen, unter anderem in „Linie 1“, „Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen“, „Stadtgespräch“ und „Bang Boom Bang“.
Für viele Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt Karin Rasenack jedoch besonders als Lucie aus „Heimat“ in Erinnerung – eine Rolle, mit der sie Teil eines der wichtigsten deutschen Fernsehprojekte wurde. | © Wikipedia
Dieter Glemser († 10. Juni 2026)
Der deutsche Automobilrennfahrer Dieter Glemser ist in der Nacht zum 10. Juni 2026 im Alter von 87 Jahren gestorben. Er gehörte zu den prägenden deutschen Motorsport-Persönlichkeiten der 1960er- und 1970er-Jahre und war sowohl im Tourenwagensport als auch bei Rallyes und Langstreckenrennen aktiv.
Geboren wurde Glemser am 28. Juni 1938 in Stuttgart. Seine Karriere begann Anfang der 1960er-Jahre, zunächst unter anderem mit einem Porsche 356. 1963 gewann er die Polen-Rallye in einem Mercedes-Benz 220 SE, später war er auch Porsche-Werksfahrer. Besonders erfolgreich wurde er jedoch in den frühen 1970er-Jahren mit Ford.
1971 gewann Dieter Glemser die Tourenwagen-Europameisterschaft und siegte außerdem bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps. In den Jahren 1973 und 1974 wurde er auf Ford Escort zweimal Deutscher Rennsportmeister. Auch beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans war er am Start; 1972 erreichte er dort gemeinsam mit Àlex Soler-Roig im Ford Capri RS 2600 den elften Gesamtrang.
Nach einem schweren Unfall beim Tourenwagenrennen in Macao im November 1974 beendete Glemser seine aktive Rennfahrerkarriere. Dem Motorsport blieb er aber weiter verbunden: Er arbeitete später als Berater, Manager, Instruktor und Mentor für verschiedene Automobilhersteller und Rennserien, unter anderem für Renault, Porsche und Mercedes-AMG.
Mit Dieter Glemser verliert der deutsche Motorsport einen Fahrer, der nicht nur durch seine Erfolge auf der Strecke, sondern auch durch seine spätere Arbeit hinter den Kulissen Spuren hinterlassen hat. | © Wikipedia
Wolfgang Gust († 9. Juni 2026)
Der deutsche Journalist, Historiker und Buchautor Wolfgang Gust ist im Juni 2026 im Alter von 91 Jahren gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch seine jahrzehntelange Arbeit zur historischen Aufarbeitung des Völkermords an den Armeniern.
Geboren wurde Gust am 9. April 1935 in Hannover. Er studierte Romanistik in Freiburg, Bonn und Toulouse sowie Betriebswirtschaft in Hamburg. Ab 1965 arbeitete er beim Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, zunächst als Wirtschaftsredakteur, später als Auslandsredakteur. Anfang der 1970er-Jahre ging er als Chefkorrespondent nach Paris, wurde später stellvertretender Auslandschef und leitete ab 1981 das Ressort SPIEGEL-BUCH.
Nach seiner Zeit beim „Spiegel“ arbeitete Gust als freier Publizist und Autor. Besonders prägend wurde seine Beschäftigung mit dem Völkermord an den Armeniern. Er untersuchte die 1919 von Johannes Lepsius veröffentlichten Akten des deutschen Auswärtigen Amts und zeigte, dass in vielen Dokumenten durch Auslassungen und Veränderungen vor allem die deutsche Mitverantwortung verschleiert worden war.
Gemeinsam mit seiner Frau veröffentlichte Gust ab 2000 zahlreiche Originaldokumente und Übersetzungen im Internet. 2005 erschien seine bedeutende Quellensammlung „Der Völkermord an den Armeniern 1915/16. Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen Auswärtigen Amts“, die später auch international rezipiert wurde.
Mit Wolfgang Gust verliert die deutsche Publizistik eine Stimme, die sich über Jahrzehnte für historische Aufklärung, dokumentarische Genauigkeit und die Anerkennung des armenischen Genozids eingesetzt hat. | © Wikipedia
Hellmut Seiler († 16. Juni 2026)
Der deutsche Schriftsteller, Übersetzer, Satiriker und Herausgeber Hellmut Seiler ist am 16. Juni 2026 im Alter von 73 Jahren gestorben. Er gehörte zu den wichtigen rumäniendeutschen Stimmen der Gegenwartsliteratur und war besonders mit der Literatur der Siebenbürger Sachsen verbunden.
Geboren wurde Seiler am 19. April 1953 in Rupea in der damaligen Rumänischen Volksrepublik. Nach dem Abitur in Brașov studierte er von 1972 bis 1976 in Hermannstadt deutsche und englische Philologie. Anschließend arbeitete er als Lehrer in Târgu Mureș.
1985 beantragte Seiler die endgültige Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland. In Rumänien hatte das für ihn schwere Folgen: Er wurde aus dem Lehramt entfernt und durfte nicht mehr als Schriftsteller und Publizist auftreten. 1988 siedelte er schließlich nach Deutschland über. Später lebte er in Backnang, wo er neben seiner literarischen Arbeit bis 2019 auch als Lehrer tätig war.
Seiler veröffentlichte Gedichte, Satiren, Geschichten und Aphorismen. Zu seinen Werken zählen unter anderem „Die Einsamkeit der Stühle“, „Schlagwald“, „Der Haifisch in meinem Kopf“, „Schwebezustand Melencolia“, „Aufhebung der Schwerkraft“ und „Wolfsberg oder Die Tiefe der Stille“. Außerdem übersetzte er rumänische Gegenwartslyrik ins Deutsche und gab Anthologien heraus.
Von 2014 bis 2021 war Hellmut Seiler Generalsekretär beziehungsweise Geschäftsführer des Exil-P.E.N. Zudem initiierte er den Rolf-Bossert-Gedächtnispreis. Für sein literarisches Werk erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter den Lyrikpreis der Künstlergilde Esslingen, den Würth-Literaturpreis, den Irseer Pegasus und 2024 den Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturpreis.
Mit Hellmut Seiler verliert die deutschsprachige Literatur eine markante Stimme zwischen Siebenbürgen und Deutschland – einen Autor, der Sprache, Erinnerung, Exil und politische Erfahrung immer wieder literarisch miteinander verband. | © BKZ / E. Seiler
Ursula Schleicher († 18. Juni 2026)
Die deutsche CSU-Politikerin Ursula Schleicher ist am 18. Juni 2026 in Aschaffenburg gestorben. Sie wurde 93 Jahre alt. Über Jahrzehnte gehörte sie zu den prägenden deutschen Stimmen in der Europapolitik und setzte sich besonders für Frauenpolitik, Verbraucherfragen und die europäische Zusammenarbeit ein.
Geboren wurde Schleicher am 15. Mai 1933 in Aschaffenburg. Vor ihrer politischen Laufbahn studierte sie Medizin, Kulturwissenschaften und Musik. Als Harfenistin unterrichtete sie Anfang der 1960er-Jahre in Bahia in Brasilien und war dort Erste Harfenistin des Universitätsorchesters.
1965 trat Ursula Schleicher in die CSU ein und arbeitete zunächst als hauptamtliche Frauenreferentin der Partei. Von 1972 bis 1980 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort war sie unter anderem im Familienausschuss tätig und gehörte während ihrer Zeit als Abgeordnete auch dem Präsidium des Bundestages als Schriftführerin an.
Besonders stark geprägt hat sie jedoch die europäische Politik. Ab 1979 war Schleicher Mitglied des Europäischen Parlaments, dem sie bis 2004 angehörte. Von 1994 bis 1999 war sie Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. Außerdem übernahm sie zahlreiche weitere Funktionen, unter anderem im Fraktionsvorstand der Europäischen Volkspartei, in Ausschüssen für Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherfragen sowie später im Ausschuss für konstitutionelle Fragen.
Neben ihren politischen Mandaten engagierte sich Schleicher in zahlreichen Organisationen. Sie war Präsidentin der Europäischen Frauen-Union, Vizepräsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland, stellvertretende Bundesvorsitzende der Paneuropa-Union Deutschland und Ehrenpräsidentin der Europäischen Parlamentarischen Gesellschaft.
Für ihr Wirken wurde Ursula Schleicher vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden, der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold, dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und dem Mérite Européen in Gold.
Mit Ursula Schleicher verliert die deutsche und europäische Politik eine engagierte Christdemokratin, die über Jahrzehnte hinweg für ein vereintes Europa, gesellschaftliche Verantwortung und politische Teilhabe stand. | © Wikipedia
Felicitas Andresen († 18. Juni 2026)
Die deutsche Schriftstellerin Felicitas Andresen ist am 18. Juni 2026 im Alter von 87 Jahren gestorben. Bekannt wurde sie als Autorin von Romanen, Kinderbüchern und Jugendliteratur, in denen sie oft mit feinem Humor, Lakonie und einem sehr eigenen Blick auf das Leben erzählte.
Andresen wurde 1939 in Hemmenhofen am Bodensee geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Soziologie, arbeitete zeitweise als Theaterschauspielerin und war später auch im Sozialwesen tätig. Ihr literarisches Debüt gab sie 1993 mit dem Roman „Beate auf den Knien“. Es folgten weitere Werke wie „Fichte im Bett“, „Lene im Schilf“, „Die vornehme Pepsi und ihr Bodyguard“ und zuletzt „Die Frau mit den 3 Händen“ aus dem Jahr 2024.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt sie 2015 mit ihrem Roman „Sex mit Hermann Hesse“, für den sie 2016 mit dem Thaddäus-Troll-Preis ausgezeichnet wurde. Ihre Bücher waren eng mit ihrer Biografie, der Bodenseeregion und einem wachen Sinn für menschliche Eigenheiten verbunden.
Mit Felicitas Andresen verliert die deutsche Literaturszene eine eigenwillige, humorvolle und unverwechselbare Stimme. | © 8grad
Volker Fleige († 19. Juni 2026)
Der frühere Mendener Bürgermeister Volker Fleige ist am 19. Juni 2026 im Alter von 69 Jahren gestorben. Er prägte die Stadt Menden über viele Jahre hinweg politisch, kulturell und verwaltungsseitig.
Fleige wurde am 14. Juni 1957 in Wimbern, heute Teil von Wickede, geboren. Nach seinem Studium der Verwaltungswissenschaften begann er seine berufliche Laufbahn beim Kreis Unna, wo er unter anderem als Pressesprecher tätig war. 1984 wechselte er zur Stadt Menden und leitete dort zunächst das Kulturamt. Von 1991 bis 2009 war er Fachbereichsleiter für Schule, Sport und Kultur.
Von 2009 bis 2015 war Volker Fleige Bürgermeister von Menden. Als SPD-Politiker wurde er dabei der erste sozialdemokratische Verwaltungschef in der Geschichte der Stadt. In seiner Amtszeit setzte er unter anderem Impulse für die Entwicklung des Bahnhofsumfelds, die Neuordnung der Schullandschaft, die Innenstadtentwicklung und kulturelle Projekte.
Auch nach seiner Zeit als Bürgermeister blieb Fleige eng mit der Kultur verbunden. Er war an Projekten wie den „Seh-Containern“ beteiligt und entwickelte die Idee für das KunstFest PASSAGEN, das Kunst, Musik, Literatur und darstellende Kunst miteinander verbinden sollte.
Mit Volker Fleige verliert Menden eine prägende Persönlichkeit, die Verwaltung, Stadtentwicklung und Kultur über Jahrzehnte mitgestaltet hat. | © menden.de
Barbara Adolph († 19. Juni 2026)
Die deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin Barbara Adolph ist am 19. Juni 2026 im Alter von 95 Jahren gestorben. Über Jahrzehnte prägte sie Film, Fernsehen, Theater und vor allem die deutsche Synchronlandschaft.
Barbara Adolph-Bober wurde am 8. Juni 1931 in Schneidemühl, dem heutigen Piła in Polen, geboren. Bereits während ihrer Schauspielausbildung erhielt sie erste Rollenangebote für Film- und Fernsehproduktionen. 1952 stand sie erstmals auf einer Theaterbühne in Greiz. Es folgten Engagements in Gera, Karl-Marx-Stadt und am Deutschen Theater Berlin.
In den 1960er-Jahren wurde Adolph vor allem durch DEFA-Spielfilme bekannt, häufig in Komödien. Später, nach ihrer Übersiedlung in die Bundesrepublik im Jahr 1978, arbeitete sie freischaffend am Renaissance-Theater in Berlin und war auch in Fernsehproduktionen wie „Unser Lehrer Doktor Specht“ und „Liebling Kreuzberg“ zu sehen.
Besonders nachhaltig blieb ihre Arbeit als Synchronsprecherin. Barbara Adolph sprach unter anderem mehrfach für Vanessa Redgrave, Louise Fletcher, Vera Miles, Lauren Bacall und Maggie Smith. Einem breiten Publikum dürfte ihre Stimme vor allem als deutsche Stimme von Maggie Smith in Rollen wie Professor Minerva McGonagall oder Lady Violet Grantham aus „Downton Abbey“ bekannt sein.
Insgesamt stand Barbara Adolph für mehrere hundert Synchronrollen hinter dem Mikrofon. Mit ihr verliert die deutsche Film- und Synchronwelt eine markante Stimme und eine vielseitige Schauspielerin. | © Daily Motion
Wolf Wiechert († 21. Juni 2026)
Der deutsche Schriftsteller und Lyriker Wolf Wiechert ist am 21. Juni 2026 im Alter von 88 Jahren gestorben. Über viele Jahrzehnte prägte er nicht nur die Literatur, sondern auch das kulturelle Leben in Wertheim.
Wiechert wurde am 31. März 1938 in Skandau in Ostpreußen geboren. Seine Kindheit war stark von Flucht und Vertreibung geprägt: 1945 floh er mit seiner Familie über das Frische Haff, später gelangte er in die Oberlausitz. Nach dem Abitur in Bautzen flüchtete er 1956 in den Westen und studierte in Heidelberg Germanistik, Geschichte und mittelalterliche Literatur.
Von 1965 bis 2006 arbeitete Wolf Wiechert als Deutschlehrer am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Wertheim. Daneben und nach seiner Pensionierung war er als freier Autor, Lyriker und Kulturjournalist tätig. Seine Erfahrungen aus Ostpreußen, der Lausitz und Wertheim flossen immer wieder in sein literarisches Werk ein.
Zu seinen bekannten Werken zählen unter anderem die Gedichtbände „Achat“ und „Blutprobe“, die Romane „Eine Liebe in Kaliningrad“, „Der Kaktus“ und „Rosa. Eine kontrollierte Spekulation“ sowie seine Neuerzählung des „Parzival“ nach Wolfram von Eschenbach. 2022 erschien mit „Restsüße. Zwischen Leben und Tod“ ein weiterer Gedichtband.
Für sein literarisches Schaffen erhielt Wolf Wiechert mehrere Auszeichnungen, darunter den Kulturpreis der Stadt Wertheim, den Baden-Württembergischen Lyrikpreis und die Stadtmedaille Wertheim.
Mit Wolf Wiechert verliert die deutsche Literaturszene eine eigenständige poetische Stimme und Wertheim eine Persönlichkeit, die Kultur, Bildung und Literatur über Jahrzehnte mitgeprägt hat. | © Wikipedia
Gabriele Heinz († 23. Juni 2026)
Die deutsche Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Heinz ist am 23. Juni 2026 im Alter von 78 Jahren in Berlin gestorben. Über Jahrzehnte gehörte sie zu den prägenden Stimmen und Gesichtern des Berliner Theaters.
Heinz wurde 1948 in Wien geboren. Sie war die Tochter des Schauspielerehepaars Erika Pelikowsky und Wolfgang Heinz. Nach dem Besuch der Alexander-von-Humboldt-Oberschule in Berlin-Spindlersfeld absolvierte sie ab 1966 ihre Schauspielausbildung an der Staatlichen Schauspielschule Berlin.
Von 1970 bis 1974 war Gabriele Heinz am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt engagiert. Anschließend wechselte sie an das Deutsche Theater Berlin, dem sie über viele Jahre eng verbunden blieb. Dort arbeitete sie mit Regisseuren wie Friedo Solter, Wolfgang Langhoff, Alexander Lang, Thomas Langhoff, Katja Paryla, Michael Thalheimer und Sebastian Hartmann.
Auch nach der Wende blieb Heinz eine wichtige Figur der Berliner Theaterlandschaft. 1989 gehörte sie zu den ersten Künstlerinnen, die am neu gegründeten theater 89 mitwirkten. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin führte sie auch Regie. Für ihre Inszenierung von „Wladimir Majakowski Tragödie“ wurde sie 1997 beim Impulse Theater Festival ausgezeichnet.
Neben der Bühne war Gabriele Heinz auch in Film, Fernsehen und Hörspielproduktionen zu erleben, darunter in „Frau Jenny Treibel“, „Solo für Martina“ und mehreren Hörspielen des Rundfunks der DDR.
Mit Gabriele Heinz verliert das deutsche Theater eine warmherzige, vielseitige und über viele Jahrzehnte prägende Künstlerin. | © Rotten Tomatoes
Heinz Erbstößer († 23. Juni 2026)
Der deutsche Leichtathlet Heinz Erbstößer ist am 23. Juni 2026 im Alter von 86 Jahren in Leipzig gestorben. Er galt als einer der prägenden DDR-Sprinter der 1960er-Jahre und gehörte zu den Athleten, die den ostdeutschen Sprint international konkurrenzfähig machten.
Erbstößer wurde am 14. März 1940 in Torgau geboren. Seine sportliche Laufbahn begann beim SC Rotation Leipzig, später startete er für den SC Leipzig. Über 100 und 200 Meter zählte er in der DDR über Jahre hinweg zur Spitze.
1964 qualifizierte sich Erbstößer für die Olympischen Spiele in Tokio. Dort trat er über 200 Meter sowie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel der gesamtdeutschen Mannschaft an. Vier Jahre später startete er bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt für die DDR. Dort lief er über 100 Meter mit 10,28 Sekunden die schnellste elektronische Zeit seiner Karriere. Mit der DDR-Staffel stellte er im Halbfinale über 4-mal 100 Meter einen Europarekord auf und belegte im Finale den fünften Platz.
Auch national war Erbstößer äußerst erfolgreich. Von 1962 bis 1966 wurde er fünfmal in Folge DDR-Meister über 200 Meter. Dazu kamen Meistertitel über 100 Meter in den Jahren 1962, 1964, 1965 und 1968. 1966 gewann er zudem Silber über 60 Meter bei den Europäischen Hallenspielen in Dortmund.
Mit Heinz Erbstößer verliert die deutsche Leichtathletik eine prägende Sprintpersönlichkeit, die die Sportgeschichte der DDR über Jahre mitgestaltet hat. | © Wikipedia
Ahmet Çakıcı († 25. Juni 2026)
Der türkisch-deutsche Ringer und Ringertrainer Ahmet Çakıcı ist am 25. Juni 2026 im Alter von 63 Jahren gestorben. Er gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Ringkampfsports und war sowohl als Athlet als auch später als Trainer äußerst erfolgreich.
Çakıcı wurde am 10. Januar 1963 in İzmit in der Türkei geboren und kam 1964 mit seiner Familie nach Deutschland. Schon früh fand er zum Ringen, auch geprägt durch seinen Vater Osman Nouri Çakıcı, der selbst Ringer war. Sein großes Talent zeigte sich besonders im freien Stil, in dem er später für den AC Bavaria Goldbach und den KSV Aalen aktiv war.
Seinen größten internationalen Erfolg feierte Ahmet Çakıcı 1989 bei der Weltmeisterschaft in Martigny in der Schweiz, wo er im Leichtgewicht die Bronzemedaille gewann. National wurde er mehrfach deutscher Meister und war über viele Jahre eine feste Größe in der Bundesliga. 1984 qualifizierte er sich zudem für die Olympischen Spiele in Los Angeles, konnte dort jedoch verletzungsbedingt nicht antreten.
Nach seiner aktiven Laufbahn blieb Çakıcı dem Ringkampfsport als Trainer erhalten. Beim KSV Aalen prägte er eine erfolgreiche Ära und führte die Mannschaft zu mehreren deutschen Meisterschaften. Später trainierte er unter anderem den TSV Dewangen, den ASV Mainz 1888 und die RWG Mömbris-Königshofen.
Mit Ahmet Çakıcı verliert der deutsche Ringkampfsport einen erfolgreichen Athleten, engagierten Trainer und eine Persönlichkeit, die das Ringen über Jahrzehnte mit Leidenschaft und Fachwissen geprägt hat. | © SZ
Manfred Ritschel († 26. Juni 2026)
Der ehemalige deutsche Fußballspieler Manfred Ritschel ist am 26. Juni 2026 im Alter von 80 Jahren gestorben. Er gehörte in den 1970er-Jahren zu den bekannten Offensivspielern der Bundesliga und wurde besonders mit Kickers Offenbach verbunden.
Ritschel wurde am 7. Juni 1946 in Unterreichenbach geboren. Seine Laufbahn begann er beim SV Unterreichenbach, später spielte er unter anderem für den FC Stein, den ESV Ingolstadt und den SSV Jahn Regensburg. Dort machte er als torgefährlicher Angreifer auf sich aufmerksam und wechselte 1970 zu Borussia Dortmund.
Nach seiner Zeit beim BVB wurde Ritschel bei Kickers Offenbach zu einer prägenden Figur. Von 1972 bis 1976 spielte er für den OFC und bildete dort gemeinsam mit Siggi Held und Erwin Kostedde ein starkes Offensivtrio. Besonders in Erinnerung blieb der 6:0-Erfolg gegen den FC Bayern München im August 1974.
1975 schaffte Manfred Ritschel den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft. Er absolvierte drei Länderspiele und erzielte dabei ein Tor. Später spielte er außerdem für den 1. FC Kaiserslautern, den FC Schalke 04 und die SpVgg Fürth. Insgesamt kam er auf 231 Bundesligaspiele und 33 Tore.
Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Ritschel auch als Trainer. Mit dem SC 04 Schwabach gelang ihm 1998 der Aufstieg in die Bayernliga. 2007 wurde er zudem in die Jahrhundert-Elf des SSV Jahn Regensburg gewählt.
Mit Manfred Ritschel verliert der deutsche Fußball einen früheren Nationalspieler, der vor allem in Offenbach und Regensburg bleibende Spuren hinterlassen hat. | © DFB Datencenter
Wolfgang Paul († 28. Juni 2026)
Der ehemalige deutsche Fußballspieler Wolfgang Paul ist am 28. Juni 2026 im Alter von 86 Jahren gestorben. Besonders bei Borussia Dortmund galt er als Vereinslegende und als einer der prägenden Abwehrspieler der 1960er-Jahre.
Paul wurde am 25. Januar 1940 in Olsberg geboren. Das Fußballspielen lernte er beim TuS Bigge 06, später wechselte er zum VfL Schwerte. 1961 holte ihn Max Merkel zu Borussia Dortmund. Dort wurde der 1,86 Meter große Spieler vom Halbstürmer zum Abwehrchef umfunktioniert und entwickelte sich als Vorstopper und Organisator der Defensive zu einer zentralen Figur des BVB.
Mit Borussia Dortmund feierte Wolfgang Paul große Erfolge: 1963 wurde er Deutscher Meister, 1965 gewann er den DFB-Pokal und 1966 den Europapokal der Pokalsieger. Besonders in Erinnerung blieb er als Kapitän der Mannschaft, die im Finale von Glasgow den FC Liverpool mit 2:1 besiegte und damit Vereinsgeschichte schrieb. Von 1965 bis 1968 führte Paul den BVB als Kapitän aufs Feld.
Auch zur deutschen Nationalmannschaft gehörte Wolfgang Paul. 1966 war er Teil des Kaders bei der Weltmeisterschaft in England und wurde mit der DFB-Auswahl Vizeweltmeister, kam im Turnier jedoch nicht zum Einsatz.
Nach seiner aktiven Karriere blieb Paul dem Fußball und Borussia Dortmund verbunden. Er arbeitete unter anderem als Trainer in seiner Heimatregion und war später Vorsitzender des Ältestenrats des BVB. Abseits des Fußballs war er gelernter Uhrmachermeister und Goldschmied und betrieb viele Jahre ein Uhrengeschäft in Bigge.
Mit Wolfgang Paul verliert der deutsche Fußball eine prägende Persönlichkeit der Bundesliga-Anfangsjahre und Borussia Dortmund einen seiner großen Kapitäne. | © fussballdaten.de
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