Berühmte und bekannte Deutsche, die im Mai 2026 verstorben sind
Berühmte und bekannte Deutsche, die im Mai 2026 verstorben sind
Der Mai gilt eigentlich als Monat des Neubeginns. Die Natur steht in voller Blüte, die Tage werden länger, das Leben wirkt lauter, heller und näher als zuvor. Umso stärker fällt es auf, wenn gerade in diesem Monat Abschied genommen werden muss.
Im Mai 2026 sind mehrere bekannte und berühmte Deutsche verstorben, die auf ganz unterschiedliche Weise Spuren hinterlassen haben – in Kultur, Medien, Sport, Politik oder Gesellschaft. Manche prägten Generationen, andere begleiteten uns eher leise, aber dauerhaft durch ihr Werk, ihre Stimme oder ihre öffentliche Präsenz.
Dieser Rückblick ist deshalb mehr als nur eine Liste von Todesmeldungen. Er zeigt, wie eng Leben und Tod gerade im Mai nebeneinanderliegen können: ein Monat voller Aufbruch, der gleichzeitig daran erinnert, wie vergänglich selbst große Namen, große Leistungen und vertraute Gesichter sind.
Mark-Andreas Schlingensiepen († 2. Mai 2026)
Mark-Andreas Schlingensiepen war ein deutscher Dirigent, Komponist und künstlerischer Leiter des Düsseldorfer "notabu.ensemble neue musik". Geboren wurde er im April 1956 im britischen Bradford. Seine musikalische Ausbildung erhielt er an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, wo er 1983 gemeinsam mit Kommilitonen das notabu.ensemble gründete. Später war er dort über viele Jahre auch als Dozent tätig.
Schlingensiepen prägte die zeitgenössische Musikszene durch seine Arbeit mit zahlreichen Orchestern in Europa und durch weltweite Konzerttätigkeit. Ein besonderer Schwerpunkt seines Schaffens lag auf der Verbindung von Musik und Film: Er schrieb und bearbeitete Partituren zu Stummfilmklassikern wie Panzerkreuzer Potemkin, Berlin – Die Sinfonie der Großstadt, Faust – eine deutsche Volkssage und Der Student von Prag. Daneben komponierte er kammermusikalische Werke und arbeitete mit bedeutenden Persönlichkeiten der Neuen Musik zusammen.
Kurz vor seinem Tod wurde Ende April 2026 sein 70. Geburtstag mit einem großen Konzert des Notabu-Ensembles in der Düsseldorfer Tonhalle gefeiert. Aufgrund seines Gesundheitszustands konnte Schlingensiepen daran nicht mehr teilnehmen. Wenige Tage später starb er am 2. Mai 2026 nach langer, schwerer Krankheit. | © Stuttgarter Philharmoniker
Dieter Krein († 2. Mai 2026)
Dieter Krein war ein deutscher Sportfunktionär und langjähriger Präsident des FC Energie Cottbus. Er prägte den Verein besonders in den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung und führte ihn in einer entscheidenden Entwicklungsphase vom regional geprägten Fußball bis in die Bundesliga. Laut Wikipedia war Krein von 1993 bis 1995sowie erneut von 1996 bis 2005 Präsident des Vereins.
Unter seiner Führung gelang Energie Cottbus im Jahr 2000 erstmals der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Damit wurde Krein zu einer der prägenden Persönlichkeiten der jüngeren Vereinsgeschichte. Auch nach seiner Amtszeit blieb er dem Club verbunden und wurde später Ehrenpräsident. Die Brandenburgische Staatskanzlei würdigte ihn als jemanden, der nicht nur den Stadionausbau und die sportliche Entwicklung vorangebracht, sondern auch zur Bekanntheit und zum Stolz rund um den Lausitzer Fußballverein beigetragen habe.
Der FC Energie Cottbus teilte mit, dass Dieter Krein am 2. Mai 2026 im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Der Verein erinnerte an ihn als lebensfrohen Menschen und wichtigen Wegbegleiter, dessen Name eng mit der Erfolgsgeschichte des Clubs verbunden bleibt. | © Lausitzer Rundschau
Herbert Lang († 4. Mai 2026)
Herbert Lang war ein deutscher römisch-katholischer Pfarrer, Monsignore und Historiker. Geboren wurde er am 31. Oktober 1936 in Tagmersheim. Am 29. Juni 1962 empfing er durch Bischof Joseph Schröffer in Eichstätt die Priesterweihe. Anschließend wirkte er zunächst als Kaplan, unter anderem in Ingolstadt, Freystadt, Bechhofen, Kipfenberg und Ellingen. Später war er von 1969 bis 1987 als Religionslehrer in Neumarkt in der Oberpfalz tätig, zunächst am Willibald-Gluck-Gymnasium und später am Ostendorfer-Gymnasium.
Neben seiner seelsorgerischen Arbeit engagierte sich Lang auch gesellschaftlich und heimatgeschichtlich. Er gehörte dem Kreistag des Landkreises Neumarkt an, verfasste zahlreiche Beiträge zur bayerischen Heimatgeschichte und erhielt für sein Wirken mehrere Auszeichnungen, darunter die Landkreismedaille in Gold, das Bundesverdienstkreuz am Bande, den Bayerischen Verdienstorden und die Ehrenbürgerwürde der Stadt Wemding. 2008 verlieh ihm Papst Benedikt XVI. den Ehrentitel „Kaplan seiner Heiligkeit“, verbunden mit der Anrede Monsignore.
Besonders prägend war Langs Zeit als Stadtpfarrer von St. Emmeram in Wemding, wo er ab 1987 wirkte und von 1988 bis 1998 auch als Dekan diente. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2011 blieb er weiterhin seelsorgerisch aktiv, unter anderem zeitweise als Pfarradministrator der Pfarreiengemeinschaft Nordendorf. Herbert Lang starb am 4. Mai 2026 an seinem Altersruhesitz in Donauwörth im Alter von 89 Jahren. | © Bistum Augsburg / Dr. Leo Hintermayr
Herbert W. Hofmann († 4. Mai 2026)
Herbert W. Hofmann war ein deutscher Sportfunktionär und eine prägende Persönlichkeit des Sports in Rheinhessen und Rheinland-Pfalz. Geboren wurde er am 29. November 1934 in Worms. Beruflich war Hofmann als Bankkaufmann tätig und arbeitete in leitender Funktion bei der Volksbank Worms von 1860.
Sein großes Lebenswerk lag jedoch im Ehrenamt. Seit seiner Jugend war Hofmann Mitglied der Turngemeinde 1846 Worms, deren Vorsitzender er später wurde. Nach seinem Ausscheiden aus diesem Amt ernannte ihn der Verein zum Ehrenvorsitzenden. Auch im Rheinhessischen Turnerbund wurde er Ehrenmitglied des Vorstands. Von 1998 bis 2006 war Hofmann Präsident des Sportbundes Rheinhessen, anschließend wurde er zu dessen Ehrenpräsidenten ernannt. Zudem vertrat er den Landessportbund Rheinland-Pfalz als Vizepräsident bei sportpolitischen Entscheidungen.
Neben seinem Engagement für den Sport war Hofmann auch kommunalpolitisch aktiv: Insgesamt zwanzig Jahre gehörte er für die CDU dem Stadtrat der Stadt Worms an. Für seinen langjährigen Einsatz wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz sowie zahlreichen Ehrungen aus Sport, Stadt und Verbänden.
Herbert W. Hofmann starb am 4. Mai 2026 im Alter von 91 Jahren. Der Rheinhessische Turnerbund würdigte ihn als Persönlichkeit, die den Turnsport und das Ehrenamt in Rheinhessen über viele Jahrzehnte mit außergewöhnlichem Engagement geprägt habe. | © Landessportbund Rheinland-Pfalz
Kirstin Casemir († 4. Mai 2026)
Kirstin Casemir war eine deutsche Germanistin und Linguistin. Sie wurde am 6. Mai 1968 in Lüneburg geboren und beschäftigte sich wissenschaftlich vor allem mit historischer Sprachwissenschaft, Lexikographie, Onomastik sowie historischer Kartographie. In ihrer Arbeit widmete sie sich besonders der Erforschung von Ortsnamen und ihrer sprachgeschichtlichen Bedeutung.
Nach dem Abitur am Gymnasium im Schloss in Wolfenbüttel studierte Casemir bis 1994 allgemeine und historisch-vergleichende Sprachwissenschaften sowie Indogermanistik an der Georg-August-Universität Göttingen. Bereits ab 1989 war sie an der Göttinger Arbeitsstelle zur Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuchs von Jacob und Wilhelm Grimm beteiligt, zunächst als Hilfskraft, später als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Im Jahr 2002 wurde sie promoviert und begann anschließend auch als Lehrbeauftragte an der Universität Göttingen zu arbeiten.
Ab 2007 leitete Casemir das Akademieforschungsunternehmen „Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe – Onomastik im europäischen Raum“ und war zudem Lehrbeauftragte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie verfasste mehrere Beiträge zum Niedersächsischen Ortsnamenbuch, darunter Arbeiten zu den Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter, des Landkreises Helmstedt und der Stadt Wolfsburg, der Stadt Braunschweig sowie des Landkreises Gifhorn.
Casemir war Mitarbeiterin der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und engagierte sich dort auch im Personalrat. Darüber hinaus war sie Mitglied in mehreren wissenschaftlichen Vereinigungen und Kommissionen, unter anderem im Historischen Verein für Göttingen und Umgebung, im Verein für niederdeutsche Sprachforschung, in der Gesellschaft für Namenkunde sowie in der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen.
Kirstin Casemir starb am 4. Mai 2026, zwei Tage vor ihrem 58. Geburtstag. Mit ihr verlor die deutsche Sprach- und Namenforschung eine Expertin, die insbesondere die Erforschung niedersächsischer Ortsnamen über viele Jahre entscheidend mitgeprägt hat. | © Niedersächsische Akademie der Wissenschaften
Hans-Jörg Modlmayr († 6. Mai 2026)
Hans-Jörg Modlmayr war ein deutscher Autor, Lyriker, Anglist und Kulturkritiker. Er wurde am 6. März 1940 in Füssen geboren und war der Sohn des Schriftstellers und Lehrers Jörg Modlmayr. Nach dem Abitur in Hohenschwangau studierte er ab 1960 Geschichte und Anglistik in Würzburg, Innsbruck, Southampton, Heidelberg und Cambridge. Sein Anglistikstudium schloss er 1971 am College Peterhouse in Cambridge mit dem Master ab.
Von 1962 bis 1963 arbeitete Modlmayr als Assistant Teacher an der Gosport County Grammar School, später war er von 1969 bis 1973 Lektor am Gonville & Caius College der Universität Cambridge. Seit 1964 veröffentlichte er Lyrik, Kurzprosa und kulturkritische Beiträge in Zeitschriften, Zeitungen, Anthologien, Büchern sowie für Rundfunk und Fernsehen.
Besondere Bekanntheit erlangte Modlmayr im Umfeld der Tolkien-Forschung. Während seiner Studienzeit besuchte er am 27. Juli 1966 gemeinsam mit John Sprott Ryan den Schriftsteller J. R. R. Tolkien in Oxford. Aus diesem Besuch entstand später auch ein kurzer Briefkontakt, in dem es unter anderem um die deutsche Übersetzung und mögliche Illustrationen von „The Lord of the Rings“ ging.
Neben seiner literarischen und kulturkritischen Arbeit engagierte sich Modlmayr auch im Kunst- und Kulturbereich. Mit seiner Ehefrau Hildegard Heimath leitete er seit 2003 die Galerie Depot Haus Grafenwald im Borkener Ortsteil Gemen.
Hans-Jörg Modlmayr starb am 6. Mai 2026 im Alter von 86 Jahren. Als Autor, Lyriker und Vermittler zwischen Literatur, Kunst und Kulturkritik hinterließ er ein vielseitiges Werk und bleibt besonders durch seine Verbindung zur frühen deutschen Tolkien-Rezeption in Erinnerung. | © Sinwel
Ingo Koster († 7. Mai 2026)
Ingo Koster war ein deutscher Sänger, Komponist und Musikproduzent. Er wurde am 27. Januar 1950 in Gadebusch geboren und begann seine musikalische Karriere bereits in den 1960er Jahren in der DDR. Seine frühe Jugend verbrachte er in Berlin, wo er zunächst Klavierunterricht erhielt, später aber seine Liebe zur Gitarre entdeckte.
1966 hatte Koster eine kleine Rolle im DEFA-Film „Jahrgang 45“ von Regisseur Jürgen Böttcher. Ein Jahr später stieg er als Sänger und Bassist bei Thomas Natschinski und seiner Gruppe ein. Mit dem Song „Mokka-Milch-Eisbar“ gelang ihm 1969 ein früher musikalischer Erfolg. Parallel dazu absolvierte er eine Lehre als Kostüm-Herrenmaßschneider beim Deutschen Fernsehfunk und ließ sich von 1969 bis 1971 im Zentralen Studio für Unterhaltungskunst zum Sänger ausbilden.
Ab 1970 arbeitete Koster mit der Band Brot & Salz zusammen, die sich 1978 in Drei umbenannte. Im selben Jahrzehnt war er auch als Komponist und Produzent tätig, unter anderem 1978 für den Soundtrack des DEFA-Films „Sabine Wulff“. 1987 stieß Gaby Rückert zur Gruppe Drei; mit ihr begann für Koster sowohl musikalisch als auch privat ein neuer Abschnitt. Nach dem Ende der Band arbeiteten beide weiter zusammen, und 1993 heirateten Koster und Rückert.
Unter seinem eigenen Label Talisman Music veröffentlichte Koster ab den 1990er Jahren mehrere Alben und Singles, häufig gemeinsam mit Gaby Rückert. Zu den gemeinsamen Arbeiten zählen unter anderem „Auf einer langen Reise“, „Der Sand von Rügen“ und „Tochter Sonnenschein“. 2010 erschienen das Album „Lebenswert – Zwischen Liebe und Schmerz“ sowie das Weihnachtsalbum „Weihnachtszeit“, dessen Erlös der Tierhilfe Wendland zugutekam.
Bis 2023 standen Gaby Rückert und Ingo Koster gemeinsam auf der Bühne. Danach konnten sie wegen einer Erkrankung Kosters nicht mehr in der bisherigen Konstellation auftreten. Koster lebte in Berlin und im Wendland und hinterließ zwei Kinder aus erster Ehe. Ingo Koster starb am 7. Mai 2026 im Alter von 76 Jahren. | © Ingo Koster / Facebook
Margit Hudelmaier († 7. Mai 2026)
Margit Hudelmaier war eine deutsche Sozialpädagogin und eine der wichtigsten Interessenvertreterinnen contergangeschädigter Menschen in Deutschland. Sie wurde am 27. Oktober 1960 in Allmendingen geboren. Weil ihre Mutter während der Schwangerschaft das Beruhigungsmedikament Contergan eingenommen hatte, kam Hudelmaier mit körperlichen Fehlbildungen zur Welt.
Nach ihrem Studium der Sozialpädagogik arbeitete Hudelmaier beim Landratsamt des Alb-Donau-Kreises. Schon als Jugendliche setzte sie sich für die Rechte von Contergangeschädigten ein: Ab 1978 war sie Jugendbeirätin im Bundesverband Contergangeschädigter, ab 1981 engagierte sie sich im Landesverband Baden-Württemberg. Von 1992 bis 2014 war sie Vorsitzende des Bundesverbandes Contergangeschädigter.
In dieser Funktion kämpfte Hudelmaier über Jahrzehnte für bessere Anerkennung, Versorgung und Entschädigung der Betroffenen. 2007 kam es erstmals zu Gesprächen zwischen Vertretern des Bundesverbandes, der damaligen Vorsitzenden der Contergan-Stiftung Regina Schmidt-Zadel und dem Pharmaunternehmen Grünenthal. Diese Gespräche führten zu einer Aufstockung des Kapitalstocks der Conterganstiftung um 50 Millionen Euro.
Auch die öffentliche Aufmerksamkeit rund um den Film „Nur eine einzige Tablette“ trug dazu bei, dass 2008 die Renten aus der Conterganstiftung verdoppelt wurden. 2009 wurde zudem die Ausschlussfrist aus dem Conterganstiftungsgesetz gestrichen, die eine spätere offizielle Anerkennung von Contergangeschädigten bis dahin verhindert hatte. Der Aufbau multidisziplinärer medizinischer Kompetenzzentren für Menschen mit Conterganschädigung ging ebenfalls auf Hudelmaiers Initiative zurück.
Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement wurde Margit Hudelmaier am 30. Juli 2010 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Seit 2015 war sie außerdem in den ehrenamtlichen Vorstand der Conterganstiftung berufen. Margit Hudelmaier starb am 7. Mai 2026 in Allmendingen im Alter von 65 Jahren. | © Conterganstiftung
Karl-Heinz Ripkens († 8. Mai 2026)
Karl-Heinz Ripkens war ein deutscher Fußballspieler. Er wurde am 9. Dezember 1937 in Köln geboren und spielte auf der Position des Stürmers. In seiner Karriere war er unter anderem für den 1. FC Köln, Standard Lüttich, Bayer 04 Leverkusen, SC Viktoria Köln und SC Fortuna Köln aktiv.
Seine Laufbahn begann Ripkens beim SSV Vogelsang, bevor er Ende der 1950er-Jahre in die Amateurabteilung des 1. FC Köln wechselte. Zur Saison 1959/60 rückte er in die Vertragsspielermannschaft der „Geißbock-Elf“ auf. Sein Debüt in der Oberliga West gab er am 24. April 1960 bei einer 2:3-Niederlage gegen den VfL Bochum.
Mit dem 1. FC Köln feierte Ripkens seine größten sportlichen Erfolge. Er war Teil der Mannschaft, die 1962 und 1964 Deutscher Meister wurde. In der Oberliga West absolvierte er von 1960 bis 1963 insgesamt 44 Spiele und erzielte acht Tore. Dazu kamen Einsätze in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft sowie internationale Spiele im Messestädte-Pokal.
Nach seiner Zeit beim 1. FC Köln wechselte Ripkens zunächst zu Standard Lüttich nach Belgien, wo er Vizemeister wurde. Anschließend spielte er in der Regionalliga West für Bayer 04 Leverkusen, SC Viktoria Köln und SC Fortuna Köln. Zwischen 1965 und 1970 kam er in der Regionalliga auf 115 Spiele und 24 Tore, bevor er seine höherklassige Laufbahn beendete.
Neben dem Fußball erlernte Ripkens den Beruf des Metallschlossers und wurde später zum Einzelhandelskaufmann ausgebildet. Von 1970 bis 2009 führte er eine eigene Firma für Malerarbeiten und Industrieanstriche. Karl-Heinz Ripkens starb am 8. Mai 2026 in Köln im Alter von 88 Jahren. | © fc.de
Harald Mothes (†9. Mai 2026)
Harald Mothes war ein deutscher Fußballspieler. Er wurde am 28. November 1956 in Lößnitz im damaligen Kreis Aue geboren und spielte vor allem als offensiver Mittelfeldspieler und Stürmer. Bekannt wurde er insbesondere durch seine lange Zeit bei der BSG Wismut Aue beziehungsweise dem späteren FC Wismut Aue.
Mothes kam 1972 aus der Nachwuchsabteilung der BSG Motor Lößnitz zu Wismut Aue. Dort wurde er zunächst in den Nachwuchsmannschaften eingesetzt, bevor er Mitte der 1970er-Jahre den Sprung in die erste Mannschaft schaffte. Sein Debüt in der DDR-Oberliga gab er am 27. August 1975 bei einem 1:1 in Riesa. Sein erstes Oberligator erzielte er am 9. Oktober 1976 gegen den HFC Chemie.
Nach seinem Armeedienst, während dessen er für die ASG Vorwärts Plauen spielte, kehrte Mothes 1978 nach Aue zurück. In den folgenden Jahren entwickelte er sich zu einem der wichtigsten und torgefährlichsten Spieler der Mannschaft. Mit Wismut Aue kämpfte er regelmäßig erfolgreich gegen den Abstieg und war Teil der Mannschaft, die sich in den Spielzeiten 1984/85 und 1986/87 für den UEFA-Pokal qualifizierte.
Zwischen 1975 und 1990 absolvierte Harald Mothes insgesamt 303 Spiele in der DDR-Oberliga und erzielte dabei 88 Tore. Auch international kam er zum Einsatz: Am 28. März 1984 bestritt er gegen die ČSSR sein einziges Länderspiel für die DDR-A-Nationalmannschaft. Für die Olympiaauswahl der DDR lief er zwischen 1984 und 1988 insgesamt 29-mal auf und erzielte drei Tore.
Nach seiner Zeit in Aue spielte Mothes noch einige Jahre beim TSV Ampfing in Bayern. Später war er dort auch für die sportliche Entwicklung der Fußballabteilung verantwortlich und gab seine Erfahrung als DFB-Stützpunkttrainer an Nachwuchsspieler weiter. Beruflich arbeitete der gelernte Schlosser später als Archivar in einem Krankenhaus. Harald Mothes starb im Mai 2026 im Alter von 69 Jahren; laut Wikipedia ist als Sterbedatum „vor oder am 9. Mai 2026“ angegeben. | © Wikipedia
Bianka Kachel († 9. Mai 2026)
Bianka Kachel war eine deutsche Politikerin der SPD und ehemalige Landtagsabgeordnete in Sachsen-Anhalt. Sie wurde am 30. Juli 1944 als Bianka Doehring in Preußisch Holland in Ostpreußen geboren, dem heutigen Pasłęk in Polen. Von 1998 bis 2006 gehörte sie dem Landtag von Sachsen-Anhalt an.
Nach dem Besuch der Mittelschule absolvierte Kachel von 1961 bis 1964 ein Studium als Unterstufenlehrerin. Anschließend arbeitete sie zunächst in diesem Beruf, bevor sie bis 1993 als Lehrerin an einer Sonderschule tätig war. Von 1979 bis 1983 absolvierte sie zusätzlich ein Fernstudium und schloss dieses als Diplomlehrerin für Rehabilitationspädagogik ab.
Politisch engagierte sich Kachel ab 1990 in der SPD. Ab 1992 war sie SPD-Kreisvorsitzende in Quedlinburg, später stellvertretende Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Harz. In Bad Suderode war sie von 1990 bis 1993 erste Beigeordnete des Bürgermeisters und anschließend bis 1994 selbst Bürgermeisterin.
Von 1998 bis 2006 saß Kachel als Abgeordnete im Landtag von Sachsen-Anhalt. Dort war sie unter anderem Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit und vertrat den Wahlkreis Quedlinburg. Auch nach ihrer Zeit im Landtag blieb sie kommunalpolitisch aktiv: Bis 2018 gehörte sie dem Stadtrat von Quedlinburg an.
Bianka Kachel war verheiratet und hatte zwei Kinder. Sie starb am 9. Mai 2026 im Alter von 81 Jahren. Mit ihr verlor Sachsen-Anhalt eine Politikerin, die über viele Jahre hinweg Landes- und Kommunalpolitik mitgestaltet hat. | © SPD Quedlinburg
Rainer Nitschke († 10. Mai 2026)
Rainer Nitschke war ein deutscher Hörfunk- und Fernsehmoderator. Er wurde am 16. Februar 1947 in Stuttgart geboren und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer bekannten Radiostimme, besonders im süddeutschen Raum. Wegen seiner markanten Präsenz im Rundfunk wurde er auch als „Die Stimme des Südens“ bezeichnet.
Nitschke wuchs in Stuttgart auf und stand nach dem Abitur zunächst als Schauspieler auf der Bühne der „Komödie Stuttgart“. Über die Schauspielerin Ursula Herking lernte er die Radiolegende Camillo Felgen kennen und kam so 1967 zu Radio Luxemburg. Dort moderierte er unter anderem Sendungen wie „Hallo, Nachtarbeiter“, „Der fröhliche Wecker“ und „Funkkantine“.
1969 wechselte Nitschke zum damaligen Süddeutschen Rundfunk. Dort prägte er Sendungen wie „Gut aufgelegt“, „Leicht und beschwingt“, „Im Auto unterwegs“ und die ARD-Nachtsendung. Später war er als Redakteur und Moderator für SDR1, SDR3 und S4 Baden-Württemberg tätig und arbeitete bis 2012 bei SWR4 Baden-Württemberg.
Auch beim WDR war Nitschke über viele Jahre präsent: Von 1985 bis Juli 2016 moderierte er 31 Jahre lang bei WDR4, unter anderem die Sendungen „Pavillon“, „Gut aufgelegt“, „à la Carte“, „Unser Nachmittag“ und „Mehr Sonntag“. Besonders beliebt waren seine langen Moderationen in den Super-Wunsch-Hitparaden, unter anderem mit Ulla Norden und Hermann Hillebrand.
Neben dem Radio war Nitschke auch im Fernsehen aktiv. In den 1980er-Jahren hatte er sein Fernsehdebüt im ZDF-Ferienprogramm, 1983 moderierte er im SWF-Fernsehen das Schülerquiz „Die sechs Siebeng’scheiten“. Später folgten weitere Fernsehproduktionen, darunter die SDR-Vorabendreihe „Music Mix“ sowie Moderationen rund um das Cannstatter Volksfest. Seit 2017 war er außerdem bei Schwarzwaldradio zu hören. Rainer Nitschke starb am 10. Mai 2026 im Alter von 79 Jahren. | © Xing
Günther Maria Halmer († 10. Mai 2026)
Günther Maria Halmer war ein deutscher Schauspieler. Er wurde am 5. Januar 1943 in Rosenheim geboren und zählte über Jahrzehnte zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Films und Fernsehens. Seinen Durchbruch hatte er 1974 als Münchener Lebenskünstler Karl „Tscharlie“ Häusler in der Fernsehserie „Münchner Geschichten“. Insgesamt wirkte Halmer in mehr als 190 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Nach einem Schulabbruch, dem Wehrdienst und einer begonnenen Hotellehre ging Halmer für zwei Jahre nach Kanada, wo er in einem Asbest-Bergwerk arbeitete. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland absolvierte er von 1967 bis 1969 eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Bereits während dieser Zeit stand er am Bayerischen Staatsschauspiel auf der Bühne; ab 1969 war er an den Münchner Kammerspielen engagiert.
Der große öffentliche Erfolg gelang Halmer mit Helmut Dietls „Münchner Geschichten“. Später wurde er unter anderem durch die Titelrolle in der ZDF-Justizserie „Anwalt Abel“ bekannt. Außerdem spielte er in zahlreichen „Tatort“-Folgen, in internationalen Produktionen wie „Gandhi“ und in vielen Fernsehfilmen und Reihen, darunter „Die Nonne und der Kommissar“, „Bauernprinzessin“, „Das Traumschiff“ und „Lang lebe die Königin“.
Auch im hohen Alter blieb Halmer künstlerisch aktiv. 2017 erschien seine Autobiografie „Fliegen kann jeder: Ansichten eines Widerborstigen“. In der Spielzeit 2025/26 kehrte er nach Jahrzehnten auf die Bühne des Münchner Residenztheaters zurück und spielte in der Uraufführung von Franz Xaver Kroetz’ „Gschichtn vom Brandner Kaspar“ die Rolle des Kaspar Brandner, musste sie krankheitsbedingt jedoch später niederlegen.
Günther Maria Halmer war seit 1976 verheiratet und hatte zwei Söhne. Er starb am 10. Mai 2026 im Alter von 83 Jahren an einer Krebserkrankung. Mit ihm verlor die deutsche Film- und Fernsehlandschaft einen markanten Charakterdarsteller, der bayerische Bodenständigkeit, Humor und große Präsenz über Jahrzehnte miteinander verband. | © Wikipedia
Walter Dohmen († 10. Mai 2026)
Walter Dohmen war ein deutscher Lithograf, Radierer, Kupferstecher, Holzschneider, Kunstlehrer und Buchautor. Er wurde 1941 in Langerwehe geboren, wo er auch lebte und arbeitete. In jungen Jahren ließ er sich an den Werkkunstschulen in Aachen und Köln zum Diplom-Designer ausbilden.
Von 1969 bis 1982 war Dohmen als Kunsterzieher tätig und unterrichtete an mehreren Schulen in Düren. Ab 1982 arbeitete er als Dozent für Druckgrafik an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Kunst und Design. Damit prägte er nicht nur als Künstler, sondern auch als Vermittler und Lehrer die Auseinandersetzung mit klassischen Drucktechniken.
Dohmen beschäftigte sich intensiv mit Lithografie, Radierung, Kupferstich und Holzschnitt. Auch als Autor machte er sich einen Namen: Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem Fachbücher wie „Die Lithographie. Geschichte, Kunst, Technik“ und „Der Tiefdruck. Vom Kupferstich bis zur Fotoradierung, Geschichte, Kunst, Technik“.
Sein künstlerisches Schaffen wurde vielfach gewürdigt. 1972 erhielt er ein Stipendium im Rijkscentrum für Grafik Frans Masereel in Kasterlee, Belgien. Später folgten internationale Lehr- und Arbeitsaufenthalte, unter anderem in den USA, Spanien, Italien, der Schweiz und Südafrika. 2018 würdigte das Suermondt-Ludwig-Museum Aachen sein Lebenswerk mit dem Ankauf von 42 Bildern und einer Sonderausstellung mit Arbeiten auf Papier aus fünf Jahrzehnten. 2019 erhielt Dohmen den Kunstpreis des Kreises Düren.
Auch im hohen Alter blieb Walter Dohmen künstlerisch aktiv. Für die Marienkapelle in Jüngersdorf entwarf er zwei Fenster: 2023 eine Pietà und 2025 das Fenster „Das Auge Gottes“. Walter Dohmen starb am 10. Mai 2026 im Alter von 84 oder 85 Jahren. Mit ihm verlor die deutsche Kunstszene einen vielseitigen Druckgrafiker, der traditionelle Techniken über Jahrzehnte bewahrte, lehrte und künstlerisch weiterentwickelte. | © YouTube / Bistum Eichstätt
Dietmar Schott († 10. Mai 2026)
Dietmar Schott war ein deutscher Sportjournalist, Reporter und Moderator. Er wurde am 20. Juli 1937 in Köln geboren und wuchs in Hamburg auf. Bekannt wurde er vor allem als prägende Stimme des WDR-Sports und als langjähriger Begleiter großer Sportereignisse im Hörfunk. Die Wikipedia-Seite führt ihn derzeit noch ohne Sterbedatum; mehrere aktuelle Nachrufe melden jedoch seinen Tod im Mai 2026.
Schott begann zunächst freiberuflich als Journalist beim Norddeutschen Rundfunk und gründete die Zeitschrift „Der Jazzer“. 1954 wurde er Mitglied beim Hamburger SV und spielte dort Basketball. 1962 kehrte er nach Köln zurück, spielte für den ASV Köln und begann seine Tätigkeit als Sportredakteur beim Westdeutschen Rundfunk.
Besonders eng war Schott mit dem Basketball verbunden. Ab 1977 war er beim BSC Saturn Köln als rechte Hand von Mäzen Fritz Waffenschmidt tätig. In seiner Zeit als Manager und „Mann für alle Fälle“ gewann der Verein unter anderem dreimal den DBB-Pokal sowie vier deutsche Meistertitel. Auch die Verpflichtung des israelischen Startrainers Ralph Klein und von Tony DiLeo fiel in diese Phase.
Als Hörfunkjournalist wurde Schott vor allem durch die samstägliche WDR-Sendung „Sport und Musik“ bekannt. Im Radio moderierte er mehr als 2000 Sendungen. 1988 wurde er Nachfolger von Kurt Brumme als WDR-Sportchef, 2002 ging er in den Ruhestand. Zudem gehörte Schott zu den Miterfindern der ARD-Bundesligakonferenz im Radio und berichtete im Laufe seiner Karriere von zahlreichen Großereignissen, darunter elf Olympische Spiele.
Neben Basketball war der Pferdesport sein zweites großes Spezialgebiet. Schott kommentierte unter anderem 32-mal den Prix d’Amérique und züchtete gemeinsam mit seiner Frau seit 1974 Trabrennpferde im Gestüt Höhnchen in Lohmar. Für seine journalistische Arbeit erhielt er unter anderem 1990 den Herbert-Zimmermann-Preis und 2003 den Journalistenpreis „Das Silberne Pferd“.
Dietmar Schott starb nach Angaben des Deutschen Basketball Bundes am 10. Mai 2026 im Alter von 88 Jahren. Mit ihm verlor der deutsche Sportjournalismus eine markante Stimme, die Basketball, Pferdesport und Radioberichterstattung über Jahrzehnte mit großer Leidenschaft geprägt hat. | © WDR
Albrecht Weinberg († 12. Mai 2026)
Albrecht Weinberg war ein deutscher Holocaust-Überlebender und Zeitzeuge. Er wurde am 7. März 1925 in Rhauderfehn in Ostfriesland geboren und wuchs in einer jüdischen Familie auf. Sein Vater war Viehhändler und Schlachter. Weinbergs Eltern Flora und Alfred wurden 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert und später im KZ Auschwitz ermordet.
Schon als Kind war Weinberg von der nationalsozialistischen Verfolgung betroffen. Die Familie musste 1936 nach Leer ziehen, weil die Kinder nicht mehr die reguläre Schule besuchen durften. Nach den Novemberpogromen 1938 kamen Albrecht Weinberg und seine Schwester Friedel auf das schlesische Landgut Groß Breesen, wo jüdische Jugendliche auf eine mögliche Auswanderung nach Palästina vorbereitet wurden. Diese Auswanderung wurde später jedoch unmöglich gemacht.
Im April 1943 wurden Weinberg und seine Geschwister nach Auschwitz deportiert. Albrecht Weinberg musste zwei Jahre im KZ Buna/Monowitz Zwangsarbeit leisten und überlebte drei Todesmärsche. Im Februar 1945 kam er ins KZ Mittelbau-Dora, im April 1945 wurde er in Bergen-Belsen von britischen Truppen befreit. Seine Geschwister Dieter und Friedel überlebten ebenfalls Auschwitz; der Bruder starb jedoch 1947 bei einem Unfall in Leer.
1947 wanderte Weinberg gemeinsam mit seiner Schwester Friedel in die USA aus. Beide lebten mehr als 60 Jahre in New York, wo Weinberg mit einem anderen Holocaust-Überlebenden eine Fleischerei betrieb. 1985 kehrte er auf Einladung seiner Heimatstadt Leer erstmals wieder nach Deutschland zurück. Nachdem seine Schwester 2011 einen Schlaganfall erlitten hatte, zogen beide 2012 nach Leer zurück; Friedel Weinberg starb noch im selben Jahr.
In Deutschland trat Albrecht Weinberg bis ins hohe Alter als Zeitzeuge auf und berichtete vor allem in Schulen von seiner Lebensgeschichte. Für sein Engagement wurde er vielfach geehrt: 2016 wurde er Ehrenbürger seines Geburtsortes Rhauderfehn, 2017 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2020 wurde das Gymnasium Rhauderfehn in Albrecht-Weinberg-Gymnasium umbenannt, 2023 folgte die Ehrenbürgerwürde der Stadt Leer und 2024 die von Nordhausen. 2025 gab Weinberg das Bundesverdienstkreuz aus politischem Protest zurück.
Albrecht Weinberg starb am 12. Mai 2026 in Leer im Alter von 101 Jahren. Er wurde neben seiner Schwester und seinem Bruder auf dem jüdischen Friedhof in Leer beigesetzt. Mit ihm starb einer der letzten deutschen Überlebenden des Holocaust, der seine Geschichte bis zuletzt als Mahnung und Auftrag an kommende Generationen weitergab. | © Wikipedia
Alexander Held († 12. Mai 2026)
Alexander Held, bürgerlich Gerald Alexander Held, war ein deutscher Schauspieler. Er wurde am 19. Oktober 1958 in München geboren und zählte über viele Jahre zu den markanten Charakterdarstellern im deutschen Film und Fernsehen. Bekannt wurde er unter anderem durch Rollen in Kinofilmen wie „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, „Der Untergang“, „Der Schuh des Manitu“ und „Napola – Elite für den Führer“ sowie durch seine Hauptrollen in den Krimireihen „Stralsund“ und „München Mord“.
Held wuchs im Münchner Stadtteil Giesing auf. Sein Vater war der Schauspieler José Held. In seiner Jugend spielte Alexander Held zunächst als Torwart beim TSV 1860 München und gewann mit seiner Mannschaft mehrfach die Jugendmeisterschaft, ehe eine Verletzung eine mögliche Profikarriere verhinderte. Später ging er zu den Regensburger Domspatzen, wo er als Solosänger aktiv war.
Seine Schauspielausbildung absolvierte Held an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1980 erhielt er sein erstes Engagement an den Münchner Kammerspielen. Danach folgten weitere Stationen am Staatsschauspiel Hannover, an der Freien Volksbühne Berlin, am Theater Basel und bei den Salzburger Festspielen. Sein Kameradebüt gab er 1981 in der Krimiserie „Derrick“.
Ab den 1990er-Jahren war Held regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. In Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ spielte er 1993 eine Nebenrolle als SS-Mann, 2001 verkörperte er in „Der Schuh des Manitu“ Karl May. Besonders einprägsam waren seine Rollen in historischen Stoffen: In „Der Untergang“ spielte er Walter Hewel, in „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ den Gestapo-Beamten Robert Mohr, der die Vernehmungen von Sophie Scholl führte.
Einem breiten Fernsehpublikum blieb Held vor allem durch seine Krimireihen in Erinnerung. Ab 2010 spielte er in „Stralsund“ den Hauptkommissar Karl Hidde, ab 2014 verkörperte er in „München Mord“ den eigenwilligen Kriminalhauptkommissar Ludwig Schaller. Für diese Rolle erhielt er den Bayerischen Fernsehpreis. Die im Januar 2026 ausgestrahlte Folge „Im Zweifel für den Zweifel“ war die letzte Folge der Reihe vor seinem Tod.
Alexander Held war von 2005 bis zu ihrem Tod 2014 mit der Schweizer Schauspielerin Patricia Fugger verheiratet. Später war er mit Antoinette Gräfin von Schaesberg liiert. Er starb am 12. Mai 2026 im Alter von 67 Jahren nach kurzer Krankheit in Erl in Tirol. Mit ihm verlor die deutsche Film- und Fernsehlandschaft einen vielseitigen Darsteller, der leise Bedrohlichkeit, Präzision und bayerische Eigenwilligkeit zu einer unverwechselbaren Präsenz verband. | © Alexander Held / Facebook
Luna Jordan († 13. Mai 2026)
Luna Jordan war eine deutsche Schauspielerin. Sie wurde im November 2000 in Berlin geboren und war die Tochter der österreichischen Schauspielerin Bettina Ratschew und des deutschen Musicaldarstellers Frank Jordan. Bereits in jungen Jahren stand sie für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.
Erste Rollen übernahm Jordan unter anderem 2013 im Kurzfilm „Die Zwangsräumung“. Ab 2017 wirkte sie regelmäßig in Fernseh- und Kinoproduktionen mit, darunter in der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“. Ihre erste Hauptrolle spielte sie 2018 im ZDF-Krimi „Kommissarin Lucas – Tote Erde“, in dem sie die militante Umweltschützerin Marie Bacher verkörperte.
2019 wurde Jordan Teil des Jugendensembles des Deutschen Theaters in Berlin. Im selben Jahr übernahm sie eine Episodenhauptrolle in „SOKO Donau“ und spielte die Hauptrolle der Samira Spahic im Kinofilm „Fuchs im Bau“ an der Seite von Sibel Kekilli, Maria Hofstätter und Andreas Lust. 2020 gehörte sie außerdem zum Hauptcast der Adventure-Serie „Wild Republic“ von MagentaTV.
Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin war Jordan auch als Filmemacherin und Drehbuchautorin aktiv. Gemeinsam mit Frida Lindenau realisierte sie den mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm „Furor“, der 2021 im Wettbewerb des Deutschen Jugendfilmpreises sowie auf der Diagonale lief. Für ihre Rolle in „Fuchs im Bau“ wurde sie 2022 mit dem Österreichischen Filmpreis als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Bei der Verleihung des Österreichischen Filmpreises machte Jordan auch abseits ihrer künstlerischen Arbeit auf sich aufmerksam, als sie in ihrer Dankesrede sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch im Theater- und Filmbetrieb thematisierte und andere Betroffene ermutigte, das Schweigen zu brechen.
Luna Jordan lebte zuletzt in Berlin und Wien. Sie starb am 13. Mai 2026 plötzlich und unerwartet im Alter von 25 Jahren. Die Todesursache wurde nicht öffentlich bekanntgegeben. Mit ihr verlor die deutschsprachige Film- und Fernsehlandschaft eine junge Schauspielerin, die bereits früh durch intensive Rollen, klare Haltung und großes künstlerisches Potenzial aufgefallen war. | © ARD
Harald Metzkes († 14. Mai 2026)
Harald Metzkes war ein deutscher Maler und einer der prägenden Künstler der DDR-Kunst. Er wurde am 23. Januar 1929 in Bautzen geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er zunächst mit ersten Malstudien, absolvierte von 1947 bis 1949 eine Steinmetzlehre und studierte anschließend von 1949 bis 1953 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.
Von 1955 bis 1958 war Metzkes Meisterschüler bei Otto Nagel an der Akademie der Künste in Berlin. Ab 1959 arbeitete er als freischaffender Künstler in Ost-Berlin und wurde später als der „Cézannist vom Prenzlauer Berg“ bezeichnet. Seine erste Einzelausstellung fand 1963 in Berlin statt.
Metzkes gehörte zu den Mitbegründern der sogenannten Berliner Malschule, zu der unter anderem auch Künstler wie Manfred Böttcher, Hans Vent, Lothar Böhme, Christa Böhme, Konrad Knebel und Wolfgang Leber gezählt werden. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen, unter anderem mehrfach auf den Kunstausstellungen der DDR in Dresden sowie 1984 auf der Biennale in Venedig.
Auch öffentliche Auftraggeber und volkseigene Betriebe erwarben seine Werke. Für den Palast der Republik in Berlin entstanden unter anderem mehrere Ölgemälde, darunter Landschaftsansichten aus der Lausitz und aus der Umgebung von Bautzen. Neben der Malerei schuf Metzkes auch Grafiken, Buchillustrationen und literarische Arbeiten.
Für sein Werk wurde Harald Metzkes vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Käthe-Kollwitz-Preis, dem Nationalpreis der DDR III. Klasse, dem Hannah-Höch-Preis und dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg. 2019 wurde er Ehrenbürger von Altlandsberg.
Harald Metzkes lebte seit den 1990er-Jahren im Altlandsberger Ortsteil Wegendorf in Brandenburg. Er war mit der Textilkünstlerin Elrid Metzkes verheiratet; auch zwei seiner Kinder, Robert Metzkes und Verena Hann-Metzkes, wurden künstlerisch tätig. Harald Metzkes starb am 14. Mai 2026 in Wegendorf im Alter von 97 Jahren. | © YouTube / Güstrow TV
Heidi Manthey († 14. Mai 2026)
Heidi Manthey war eine deutsche Keramikerin und Malerin. Sie wurde am 24. März 1929 in Leipzig geboren und galt als eine bedeutende Vertreterin der künstlerischen Keramik in Deutschland. Ihr Werk umfasst vor allem Fayence- und Porzellanunikate sowie einige Form- und Dekorentwürfe für die Serienproduktion der HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz.
Manthey studierte von 1946 bis 1949 dekorative Malerei an der Kunstgewerbeschule sowie Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Anschließend absolvierte sie bis 1952 ein Studium in der Keramikklasse an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Zu ihren Lehrern gehörten unter anderem Walter Münze, Max Schwimmer, Erika Gravenstein und Charles Crodel.
1956 wurde Manthey freie Mitarbeiterin der HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz. Dort wurde sie von Hedwig Bollhagen gefördert und erhielt große künstlerische Freiräume. Für die Werkstätten schuf sie neben freien Einzelstücken auch Entwürfe für die Serienproduktion. Nach Bollhagens Tod übernahm Manthey 2001 die künstlerische Leitung der HB-Werkstätten.
Kennzeichnend für ihr Lebenswerk war die Wiederbelebung der künstlerischen Fayencemalerei. Besonders prägend wurden ihre historisch inspirierten Gefäßformen, ihre kobaltblaue Scharffeuermalerei und später die sogenannte „Manthey-blaue“ Glasur. Zu ihren bedeutenden Arbeiten zählen unter anderem baukeramische Werke, Fayence-Fliesenbilder und ein 19-teiliges Gefäßensemble für das Prunkbuffet in den Neuen Kammern von Potsdam-Sanssouci.
Von 1975 bis 1980 hatte Manthey einen Lehrauftrag für Keramik-Dekor an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, von 1980 bis 1997 lehrte sie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen Museen und Sammlungen, darunter im Kunstgewerbemuseum Berlin, im Grassimuseum Leipzig, im Keramion Frechen und in der Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam.
Für ihr Schaffen wurde Heidi Manthey unter anderem 1982 mit dem Kunstpreis der DDR und 1988 mit der Hans-Grundig-Medaille ausgezeichnet. Sie starb am 14. Mai 2026 im Alter von 97 Jahren. Mit ihr verlor die deutsche Keramikkunst eine Künstlerin, die traditionelle Fayence- und Porzellantechniken mit einer eigenständigen, modernen Formensprache verband. | © Instagram / Terrarossaleipzig
Angelica Domröse († 15. Mai 2026)
Angelica Domröse war eine deutsche Schauspielerin und eine der bekanntesten Darstellerinnen der DDR. Sie wurde am 4. April 1941 in Berlin geboren und erlangte vor allem durch ihre Rolle als alleinstehende junge Mutter Paula in Heiner Carows Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ große Popularität.
Domröse wuchs in Berlin auf und arbeitete nach einer Ausbildung zur Stenotypistin zunächst in einem staatlichen Außenhandelsunternehmen der DDR. Von 1958 bis 1961 studierte sie an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam. Entdeckt wurde sie bereits 1958 von Regisseur Slatan Dudow, der sie für den Film „Verwirrung der Liebe“ besetzte.
Von 1961 bis 1966 gehörte Domröse dem Berliner Ensemble an, anschließend spielte sie bis 1979 an der Volksbühne Berlin. Dort war sie in Stücken von Autoren wie Bertolt Brecht, William Shakespeare, Henrik Ibsen und Peter Hacks zu sehen. Nach ihrer Unterschrift unter die Protestresolution gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns wurde ihre Arbeit in der DDR zunehmend erschwert.
Im Film wurde Domröse durch zahlreiche DEFA-Produktionen bekannt. Zu ihren wichtigen Arbeiten zählen „An französischen Kaminen“, „Chronik eines Mordes“, „Die Abenteuer des Werner Holt“, „Unterm Birnbaum“ und vor allem „Die Legende von Paul und Paula“ von 1973. Der Film wurde zu einem der bekanntesten Werke des DDR-Kinos und machte Domröse endgültig zum Publikumsliebling.
1980 übersiedelte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler Hilmar Thate, in die Bundesrepublik Deutschland. Auch dort setzte sie ihre Karriere erfolgreich fort, unter anderem am Schillertheater Berlin sowie in Film- und Fernsehproduktionen wie Helmut Dietls „Kir Royal“. Ab 1994 war sie außerdem als Kriminalkommissarin Vera Bilewski in der ARD-Reihe „Polizeiruf 110“ zu sehen.
Angelica Domröse war zweimal verheiratet, zunächst mit dem tschechischen Schauspieler Jiří Vršťala und später bis zu dessen Tod mit Hilmar Thate. Sie lebte zuletzt in Berlin-Charlottenburg und starb am 15. Mai 2026 nach längerer Krankheit im Alter von 85 Jahren. Mit ihr verlor die deutsche Schauspielwelt eine prägende Künstlerin, deren Rollen zwischen Verletzlichkeit, Stärke und großer Eigenwilligkeit bis heute nachwirken. | © Wikipedia
Pavel Feinstein († 17. Mai 2026)
Pavel Feinstein war ein deutscher Zeichner und Maler russischer Herkunft. Er wurde 1960 in Moskau geboren und wuchs später in Tadschikistan auf, wo sein Vater in Duschanbe einen Lehrstuhl für Architekturgeschichte übernommen hatte. Durch sein Elternhaus kam Feinstein früh mit Kunst in Berührung.
Bereits vor seiner Emigration nach Deutschland erhielt Feinstein privaten Malunterricht und besuchte von 1978 bis 1979 eine Kunstfachschule. 1980 kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Anschließend studierte er von 1980 bis 1985 Malerei an der Universität der Künste Berlin und wurde Meisterschüler bei Gerhart Bergmann. Seitdem lebte und arbeitete er als freischaffender Künstler in Berlin.
Feinsteins Arbeiten wurden in zahlreichen Galerie-Ausstellungen gezeigt. Sein Stil war geprägt vom Russischen Realismus und von Paul Cézanne. Besonders bekannt wurde er für melancholische Stillleben, Porträts und Figurenbilder, in denen häufig biblische Geschichten aus dem Tanach anklingen.
Eine wichtige Würdigung seines Werks war die Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin in den Jahren 2002/2003, die ihm mit rund 70 Gemälden die bis dahin umfangreichste Schau widmete. 2010 zeigte das Osthaus Museum Hagen eine Ausstellung mit 150 Gemälden. In diesem Zusammenhang wurde Feinstein in der „Zeit“ als „neuer Altmeister“ beschrieben.
Zu seinen Publikationen zählen unter anderem der Bildband „Skizzen aus dem Berliner Zoo 2002–2007“ sowie „Pavel Feinstein. Les Petits Fours. Das kleine Format“. Pavel Feinstein starb in der Nacht zum 17. Mai 2026. Laut Wikipedia wird das Sterbedatum in den Personendaten als 16. oder 17. Mai 2026 geführt. | © Galerie Tobias Schrade
Gunter Hampel († 18. Mai 2026)
Gunter Hampel war ein deutscher Jazzmusiker, Komponist und Multiinstrumentalist. Er wurde am 31. August 1937 in Göttingen geboren und spielte unter anderem Vibraphon, Saxophon, Flöte, Piano und Bassklarinette. Er gehörte zu den Musikern, die den europäischen Jazz aus der starken Orientierung am amerikanischen Vorbild lösten und eine eigenständige europäische Jazzsprache mitprägten.
Bereits 1953 leitete Hampel erstmals eine eigene Combo. Nach einem Architekturstudium wurde er 1958 professioneller Jazzmusiker und arbeitete zunächst unter anderem mit Reinhard Giebel, Toto Blanke und später Werner Lüdi zusammen. Mit der Platte „Heartplants“ von 1964 legte er eines der frühen Beispiele einer eigenständigen europäischen Jazzmusik vor.
Ab Mitte der 1960er-Jahre arbeitete Hampel zunehmend mit internationalen Musikern zusammen, darunter John McLaughlin, Willem Breuker, Marion Brown, Jeanne Lee und Anthony Braxton. Besonders die Platte „The 8th of July“ von 1969 gilt als wichtige Verbindung von europäischem und amerikanischem Free Jazz. Anfang der 1970er-Jahre gründete Hampel in New York die Galaxie Dream Band, die fast 30 Jahre bestand.
Neben seinen eigenen Projekten gab Hampel immer wieder Solo- und Duokonzerte, arbeitete später mit der Jazzkantine zusammen und gründete unter anderem das Jazz-HipHop-Projekt „Next Generation“. 2001 entstand die Gunter Hampel Music + Dance Improvisation Company. Außerdem engagierte er sich in Kinderworkshops, in denen er Bewegung und Improvisation nutzte, um jungen Menschen erste Zugänge zur kollektiven Jazz-Improvisation zu ermöglichen.
Hampel schrieb auch Filmmusiken, komponierte 1996 die Musik zu Ben Beckers Theaterstück „Sid and Nancy“ und betrieb mit „birth records“ ein eigenes Plattenlabel. Für sein Lebenswerk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Niedersächsischen Staatspreis, der Ehrenmedaille der Stadt Göttingen, dem Deutschen Jazzpreis/Albert-Mangelsdorff-Preis, dem Bundesverdienstkreuz am Bande und dem Praetorius Musikpreis.
Gunter Hampel lebte ab 1967 mit der Sängerin Jeanne Lee zusammen, mit der er auch musikalisch eng verbunden war. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor. Er starb am 18. Mai 2026 in Berlin im Alter von 88 Jahren. Mit ihm verlor der europäische Jazz einen wegweisenden Musiker, der Free Jazz, Improvisation, Komposition und interdisziplinäre Kunst über Jahrzehnte miteinander verband. | © Wikipedia
Gerhard Liebig († 19. Mai 2026)
Gerhard Liebig war ein deutscher Imker und Bienenwissenschaftler. Er wurde am 17. Dezember 1948 in Kelsterbach geboren und zählte über Jahrzehnte zu den bekannten Fachleuten der deutschsprachigen Imkerei. Besonders einflussreich wurde er durch seine praxisnahen Arbeiten zur Bienenhaltung, zur Entwicklung von Bienenvölkern und zur Bekämpfung der Varroamilbe.
Von 1970 bis 1975 studierte Liebig Agrarbiologie an der Universität Hohenheim. 1978 promovierte er am Institut für Phytomedizin über die Wirtswahl von Myzus persicae. Bereits ab 1976 arbeitete er als wissenschaftlicher Angestellter an der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim, wo er bis zu seinem Ruhestand Ende 2011 tätig war.
In seiner Forschung beschäftigte sich Liebig unter anderem mit Honigtauerzeugern auf Tanne, Fichte und Laubbäumen sowie mit der Beobachtung und Prognose der Wald- und Tannentracht. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit waren Untersuchungen zur Entwicklung von Bienenvölkern und zum Einfluss von Tracht, Klima, Witterung, Völkerführung und Landwirtschaft auf die Volksentwicklung.
Besondere Bedeutung hatte Liebigs Arbeit zur Varroamilbe. Über viele Jahre untersuchte er die Befallsentwicklung in Bienenvölkern, entwickelte Methoden zur Diagnose des Befallsgrades und arbeitete an praxistauglichen Konzepten zur integrierten Varroabekämpfung. Dazu gehörten unter anderem Behandlungsansätze mit Ameisensäure, Oxalsäure und Milchsäure sowie Konzepte wie „Spätsommerpflege in vier Schritten“ und „Teilen und behandeln“.
Auch mehrere bekannte Imkereigeräte sind mit seinem Namen verbunden. Zur Bekämpfung der Varroamilbe entwickelte er ein Verdunstungssystem für Ameisensäure, das als Liebig-Dispenser bekannt wurde. Die Hohenheimer Einfachbeute wird zudem auch Liebigbeute genannt. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem „Einfach imkern. Leitfaden zum Bienen halten“ und „Die Waldtracht. Entstehung – Beobachtung – Prognose“.
Gerhard Liebig starb am 19. Mai 2026 im Alter von 77 Jahren. Mit ihm verlor die deutschsprachige Imkerei einen Wissenschaftler, der Forschung und Praxis eng miteinander verband und dessen Arbeit viele Imkerinnen und Imker über Jahrzehnte geprägt hat. | © Wikipedia
Wendelgard von Staden († 21. Mai 2026)
Wendelgard von Staden, geborene Freiin von Neurath, war eine deutsche Schriftstellerin, ehemalige Diplomatin und Zeitzeugin. Sie wurde am 7. Juni 1925 in Heidelberg geboren und war eine Nichte des früheren Reichsaußenministers Konstantin von Neurath. Laut Wikipedia besuchte sie Schulen in Vaihingen an der Enz und Ludwigsburg und legte 1943 in Berlin ihr Abitur ab.
Nach einer landwirtschaftlichen Lehre begann von Staden zunächst ein Studium an der Universität Hohenheim, wechselte dann an die Universität Tübingen und studierte dort Nationalökonomie. Später studierte sie Politikwissenschaft in Paris und an der University of Southern California. Anschließend schlug sie eine diplomatische Laufbahn ein: Sie arbeitete für das Auswärtige Amt in Bonn, wurde Vize-Konsulin in Bern und Legationsrätin in Washington. 1961 heiratete sie den Diplomaten Berndt von Staden; aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.
Bekannt wurde Wendelgard von Staden vor allem durch ihr autobiografisches Buch „Nacht über dem Tal: Eine Jugend in Deutschland“. Darin schilderte sie ihre Jugend auf dem Hofgut ihrer Eltern in Kleinglattbach, auf dessen von der SS enteignetem Grund das KZ Wiesengrund entstand. Das Buch erschien 1979, erreichte in Deutschland mehrere Auflagen und wurde 1981 auch ins Englische übersetzt.
In ihren Erinnerungen beschrieb von Staden auch, wie ihre Mutter Irmgard von Neurath versuchte, Häftlingen des Lagers zu helfen. Dadurch wurde Wendelgard von Staden zu einer wichtigen Zeitzeugin der regionalen NS-Geschichte rund um Vaihingen an der Enz. Bis ins hohe Alter setzte sie sich für Erinnerungskultur, Demokratie und gegen Faschismus ein.
Für ihr Engagement wurde Wendelgard von Staden mehrfach geehrt. 1990 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz, 2025 wurde sie mit der Bürgermedaille der Stadt Vaihingen an der Enz ausgezeichnet. Laut aktueller Berichterstattung starb sie am 21. Mai 2026 im Beisein ihrer Familie auf dem Leinfelder Hof bei Enzweihingen, kurz vor ihrem 101. Geburtstag. Hinweis: Die deutsche Wikipedia-Seite war beim Abruf noch nicht auf den Tod aktualisiert und führte sie weiterhin als lebende Person. | © YouTube / Friedrich-Ebert-Stiftung
Hasso Herschel († 21. Mai 2026)
Hasso Herschel war ein deutscher Fluchthelfer an der innerdeutschen Grenze. Er wurde am 15. März 1935 in Dresden geboren und half nach dem Bau der Berliner Mauer rund 1000 Menschen bei der Flucht aus der DDR. Damit gehörte er zu den bekanntesten Fluchthelfern der deutschen Teilungsgeschichte.
Schon als junger Mann geriet Herschel in Konflikt mit dem SED-Staat. Nach seiner Teilnahme an einer Demonstration während des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 wurde er verhaftet und von der Oberschule verwiesen. Später arbeitete er zunächst als Rangierer bei der Reichsbahn und holte sein Abitur an einer Abendoberschule nach. 1955 wurde er bei einem Besuch seiner Eltern in Dresden erneut verhaftet und wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.
Im Oktober 1961 floh Herschel mit einem für ihn präparierten Schweizer Pass nach West-Berlin. Dort fand er im Studentenheim Eichkamp Anschluss an die studentische Fluchthilfe. Ein zentraler Antrieb war, seine in der DDR verbliebene Schwester Anita Moeller und deren Familie in den Westen zu holen.
Besonders bekannt wurde Herschel durch seine Beteiligung am „Tunnel 29“. Der rund 120 Meter lange Fluchttunnel führte 1962 von der Bernauer Straße in West-Berlin nach Ost-Berlin. Durch ihn konnten am 14. September 1962 insgesamt 29 Menschen fliehen, darunter auch Herschels Schwester und ihre kleine Tochter. Danach beteiligte er sich an weiteren Tunnelprojekten und organisierte über Jahre hinweg Fluchten mit unterschiedlichen Methoden, unter anderem über präparierte Autos, Passtausch und andere Wege über Ostblockstaaten.
Später arbeitete Herschel als Gastronom in Berlin und lebte seit 1994 bei Melzow in der Uckermark. Sein Leben war die Grundlage für den Fernsehfilm „Der Tunnel“ aus dem Jahr 2001; 2011 drehte seine Nichte Astrid Nora Moeller außerdem den Dokumentarfilm „Der Fluchthelfer – Wege in die Freiheit“. Für sein Engagement wurde Herschel 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, 2019 wurde er Ehrenmitglied des Vereins Berliner Unterwelten.
Hasso Herschel starb am 21. Mai 2026 bei Oberuckersee-Melzow im Alter von 91 Jahren. Mit ihm starb eine prägende Figur der deutschen Teilungsgeschichte, deren Einsatz für Fluchtwillige vielen Menschen den Weg in die Freiheit ermöglichte. | © YouTube / Freedom Forum
Gerd vom Bruch († 22. Mai 2026)
Gerd vom Bruch war ein deutscher Fußballspieler, Fußballtrainer und späterer Spielervermittler. Er wurde am 19. August 1941 geboren und kam als Spieler unter anderem für die Sportfreunde Siegen und in der Saison 1971/72 für den VfL Klafeld-Geisweid 08 in der Regionalliga zum Einsatz. Parallel dazu arbeitete er laut Wikipedia zunächst bei den Geisweider Stahlwerken.
Nach seiner aktiven Zeit begann vom Bruch seine Trainerlaufbahn. Seine ersten Stationen waren die SpVg Olpe, der SSV Dillenburg, Rot-Weiß Lüdenscheid und Eintracht Haiger. In der Saison 1986/87 trainierte er die Sportfreunde Siegen, bevor er als Co-Trainer zu Borussia Mönchengladbach wechselte.
Bei Borussia Mönchengladbach wurde vom Bruch im November 1989 Nachfolger von Wolf Werner und übernahm die Mannschaft als Cheftrainer in der Bundesliga. Er blieb bis September 1991 im Amt. In einem Nachruf würdigte Torfabrik ihn als den Trainer, der Borussia erstmals vor dem Abstieg aus der Bundesliga bewahrte.
Später trainierte vom Bruch noch den Wuppertaler SV und Rot-Weiß Oberhausen in der 2. Bundesliga sowie Alemannia Aachen in der Regionalliga. Nach seiner Trainerkarriere arbeitete er im Bereich Spielerberatung, zunächst bei Norbert Pflippen, anschließend für die norwegische Agentur ISM und später selbstständig. Zu seinen Klienten zählten laut Wikipedia unter anderem Marc-André ter Stegen, Daniel Frahn, Marcell Jansen und Patrick Helmes.
Gerd vom Bruch starb am 22. Mai 2026 im Alter von 84 Jahren. Borussia Mönchengladbach bestätigte seinen Tod und würdigte ihn als früheren Trainer der FohlenElf. Hinweis: Die deutsche Wikipedia-Seite war beim Abruf noch nicht auf seinen Tod aktualisiert und führte ihn weiterhin als lebende Person. | © Wikipedia
Heinrich Jarczyk († 24. Mai 2026)
Heinrich Jarczyk ist am 24. Mai 2026 im Alter von 101 Jahren verstorben. Er war ein deutscher Naturwissenschaftler, Zeichner und Maler, dessen Leben von Wissenschaft, Kunst und einer außergewöhnlich langen Schaffenszeit geprägt war.
Geboren wurde Heinrich J. Jarczyk am 18. Januar 1925 in Neisse in der damaligen Provinz Oberschlesien. Nach seinem Abitur im Jahr 1943 wurde er zunächst zum Arbeitsdienst und anschließend zur Wehrmacht eingezogen. Im Zweiten Weltkrieg geriet er nach schwerer Verwundung in Kriegsgefangenschaft und kehrte erst 1947 zurück.
Danach studierte Jarczyk Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und besuchte zusätzlich Vorlesungen in Kunstgeschichte. 1952 promovierte er zum Dr. rer. nat. und war anschließend viele Jahre in der Forschung tätig, unter anderem am Max-Planck-Institut für Biochemie sowie bei der Bayer AG. Insgesamt veröffentlichte er mehr als 50 wissenschaftliche Arbeiten.
Nach seiner Pensionierung widmete sich Heinrich Jarczyk vollständig der Kunst. Neben Radierungen und grafischen Arbeiten lag sein Schwerpunkt vor allem auf der Ölmalerei. Seine Werke wurden seit den 1980er-Jahren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem in Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Südkorea und den USA.
Für sein künstlerisches Wirken wurde Jarczyk 1992 mit dem Neisser Kulturpreis ausgezeichnet. Außerdem war er Mitglied des National Arts Club in New York sowie der Münchner Künstlergenossenschaft. Heinrich Jarczyk lebte zuletzt in Bergisch Gladbach. | © Wikipedia
Monika Frenz († 25. Mai 2026)
Die deutsche Bühnen- und Kostümbildnerin Monika Frenz ist am Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, in Düsseldorf gestorben. Bekannt wurde ihr Tod durch eine Mitteilung des Theaters Regensburg, an dem Frenz von 2015 bis 2018 als Ausstattungsleiterin tätig war. Eine eigene ausführliche Wikipedia-Seite konnte ich zu ihr nicht finden; in der Wikipedia wird sie lediglich in der Begriffsklärung „Frenz“ als deutsche Bühnen- und Kostümbildnerin geführt.
Geboren wurde Monika Frenz 1962 in Bochum. Ihr Bühnen- und Kostümbildstudium schloss sie 1990 an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin von Karl Kneidl ab. Von 1993 bis 1996 war sie Ausstattungsleiterin an der Württembergischen Landesbühne Esslingen, später arbeitete sie viele Jahre freischaffend für zahlreiche Theater in Deutschland.
Ihre Arbeiten führten sie unter anderem an die Staatstheater in Braunschweig, Darmstadt, Karlsruhe, Kassel, Meiningen, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden sowie ans Schauspiel Köln, ans Düsseldorfer Schauspielhaus, an die Wuppertaler Bühnen und an viele weitere Häuser. Insgesamt war sie an nahezu 150 Theaterproduktionen beteiligt und prägte diese mit Bühnenbildern, Kostümen oder beidem.
Auch kurz vor ihrem Tod war Monika Frenz noch künstlerisch aktiv: Für die Musicalproduktion „Der kleine Horrorladen“ am Theater Krefeld und Mönchengladbach hatte sie zuletzt Bühne und Kostüme entworfen. Die Premiere konnte sie nicht mehr miterleben. In den Nachrufen wird sie als kreative, engagierte und geschätzte Theaterkünstlerin gewürdigt, die in der deutschen Theaterlandschaft eine spürbare Lücke hinterlässt. | © monikafrenz.de
Matthias Wendlandt († 29. Mai 2026)
Der deutsche Filmproduzent Matthias Wendlandt ist am 29. Mai 2026 während eines Aufenthalts in Los Angeles gestorben – nur wenige Tage vor seinem 74. Geburtstag. Geboren wurde er am 2. Juni 1952 in Berlin. Er war der Sohn des bekannten Filmproduzenten Horst Wendlandt, dessen Name eng mit der deutschen Filmgeschichte und vor allem mit der Rialto Film verbunden ist.
Matthias Wendlandt kam zunächst nicht direkt aus der Filmproduktion: Er studierte Medizin an der Freien Universität Berlin und promovierte. Später stieg er jedoch in die Firma seines Vaters ein und produzierte 1989 mit „Beim nächsten Mann wird alles anders“ seinen ersten Spielfilm. Es folgten weitere Produktionen wie „Die Troublemaker“, „Der ganz große Traum“, „Das schönste Mädchen der Welt“ sowie der Fernsehmehrteiler „Winnetou – Der Mythos lebt“.
Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2002 führte Matthias Wendlandt die Rialto Film gemeinsam mit seinem Sohn Felix Wendlandt weiter. Besonders mit dem Namen „Winnetou“ blieb seine Familie über Jahrzehnte verbunden. In einem Nachruf des Karl-May-Magazins wurde außerdem daran erinnert, dass Wendlandt auch in der Karl-May-Fangemeinde ein gern gesehener Gast war.
Matthias Wendlandt hinterlässt seine Ehefrau, seinen Sohn Felix und seine Tochter Laura. Mit ihm starb eine Persönlichkeit, die zwar oft hinter der Kamera wirkte, aber dennoch ein Teil der deutschen Film- und Unterhaltungsgeschichte war. | © LinkedIn
Berühmte und bekannte Deutsche, die 2026 bisher verstorben sind
Um auch einigen bekannten und berühmten deutschen Persönlichkeiten zu Gedenken, die 2026 bereits zuvor verstorben sind, findet ihr hier bei EarlyGame auch Listen zu Prominenten, die im Januar, Februar, März und April verstorben sind.
Mehr dazu
Mehr
