Nach geplatzter Rückreise nach Syrien: Fans sammeln Geld für Foodie Beautys Wohnungsmiete in Kanada

Von fragwürdigen Spendenaufrufen und Zuschauern, die es alles andere als gut mit der Influencerin meinen.

Foodie Beauty Schweinefleisch
Diesmal kommt der Spendenaufruf nicht von ihr selbst. | © YouTube / FoodieBeauty

Bevor die ersten fleißigen Kommentatoren direkt wieder wutschnaubend zur Tastatur greifen, bevor sie überhaupt die Überschrift komplett begriffen haben, nur weil Körperfülle oder Kopftuch von Chantal Sarault ihnen die Zornesröte ins Gesicht treiben: Foodie Beauty ist eine kanadische Influencerin, die bereits zuvor für einige Monate in Syrien gewohnt hat.

Das hier thematisierte Problem dreht sich um die fragwürdige, teils ungesunde Beziehung zwischen einer mehr als unehrlichen Influencerin und ihren Zuschauern, die sie selbst nur scheitern sehen wollen – keine erfundene Mär von undankbaren Flüchtlingen, denen der deutsche Staat angeblich alles auf dem Silbertablett servieren würde.

Und täglich grüßt das Zahlschwein?

Foodie Beautys Zuschauer spendeten bereits aus den unterschiedlichen Gründen Geld: Für streunende Katzen in Kuwait, ein Schuldmädchen in Syrien, den Unterhalt einer weiteren Katze oder das E-Mobil, das dafür sorgen sollte, dass Foodie Beauty nie wieder laufen müsse.

Der Unterschied lag oft nur darin, wofür angeblich gesammelt wurde – am Ende scheint das meiste – so die Kritiker – dennoch immer nur in Saraults Geldbörse geflossen zu sein, schließlich ist die Influencerin nicht unbedingt dafür bekannt, immer ehrlich zu sein, wenn es um ihre Einkünfte oder das Vermögen ihres Ex-Mannes Salah geht.

Ein Indiz ist hierbei unter anderem, dass Sarault wegen Spendenbetrugs von den Behörden Kuwaits gesucht wird, ein weiteres, dass man davon ausgeht, dass auch der aktuelle Trip, zurück nach Syrien nie wirklich hatte stattfinden sollen.

Gestrandet in Kanada?

Doch egal, ob man Sarault nun glaubt oder nicht, dass sie ihren Flug von Kanada über die Türkei nach Syrien nicht wahrnehmen konnte, weil man ihr viel zu spät mitgeteilt habe, dass Haustiere in ihrem türkischen Hotel nicht erlaubt wären, und sie daher Katze BG zurücklassen müsste – aktuell befindet sie sich nach wie vor in Kanada. Angeblich nun ohne eigenes Obdach, schließlich hatte sie ihren Mietvertrag auslaufen lassen, um nach Syrien zu fliegen.

Laut eigener Aussage wolle Foodie Beauty nun vorerst bei ihrer Mutter unterkommen und könne noch nicht sagen, wie es weitergehen wird – doch einige ihrer Zuschauer scheinen schon einen genauen Plan zu haben und diesen auch finanziell umsetzen zu wollen: Denn sie sammeln erneut Spenden für die Influencerin.

Spenden um Kritiker zu ärgern?

Per GoFundMe soll Geld gesammelt werden, damit Foodie Beauty sich die Miete für eine neue Wohnung in Kanada leisten kann – für mindestens zwei Monate.

Normalerweise laufen diese Aktionen rund um Sarault so ab: Die Influencerin spricht in ihren Streams und Videos von einem vermeintlichen Spendengrund – oftmals einen der besonders philanthropisch anmutet – bekommt dafür von einigen Zuschauern Geld gesendet und Kritiker weisen daraufhin, dass es nie wirklich Beweise für die Umsetzung der letztendlichen Spendenziele gäbe, oder das die Influencerin am Ende nicht zu ihren Versprechen rund um die Spenden stünde, wie etwa die Behauptung, ihr E-Mobil nur für lange Strecken zu nutzen, während sie inzwischen wohl selbst kürzeste Laufwege damit fährt.

Das ungewöhnliche diesmal ist jedoch, dass nicht Sarault selbst den Spendenaufruf machte, sondern ihre Fans... oder sagen wir lieber Zuschauer. Denn wirklich echte Fans, die begeistert von dem sind, was die Influencerin tut, scheint es nur einige, wenige zu geben. Die meisten, die ihre Videos sehen, ihre Streams kommentieren und ihr am Ende sogar Geld senden, sind Menschen, die sehen wollen, wie weit sie Foodie Beauty noch treiben, wie ungesund ihren Lebensstil gestalten und in welche problematischen Betrügereien sie sie noch drängen können.

Sarault ist bei alledem keineswegs unschuldig, ihr problematisches Verhalten wird jedoch gefördert, weswegen sich Kritiker sicher sind, dass es bei dieser Aktion nicht darum geht, sie zu unterstützen, man will die Menschen, die ein Problem mit der Influencerin haben, ärgern.

Eine unaufhörliche Spirale des Chaos?

Ähnlich wie bei einem Johnny Somali oder einem Vitaly Zdorovetskiy , laben sich die meisten Zuschauer nur an der misslichen Lage, in welche sich die Streamer bringen, wobei für Foodie Beauty zumindest ein Unterschied darin liegen könnte, dass einige ihre Kritiker, wie Gorlic Bread, vergleichbar mit dem Drachenlord und Ofenkäse, ihr ernstgemeinte Ratschläge geben, ihr Leben zu verbessern.

Nur sieht Sarault darin keinen Grund, solange es ausreichend andere gibt, die ihr gut zureden, egal wie ernst diese Worte gemeint sind – besonders, wenn es dazu ein bisschen Geld gibt.

Dem Ganzen ein wirkliches Ende setzen, kann also nur sie – die traurige Wahrheit ist jedoch, dass vermutlich ihr Körper vor ihr am Ende sein wird und durch ihr eigenes Verschulden und das Zutun ihrer Unterstützter, ihr körperlicher Verfall sie einholen wird, bevor sie zu dieser Erkenntnis kommt.

Daniel Fersch

Daniel schreibt über so ziemliches alles, was mit Games, Serien oder Filmen und (leider) auch fragwürdigen Streamern zu tun hat – insbesondere, wenn es dabei um Nintendo, Dragon Ball, Pokémon oder Marvel geht....