Nach dem tragischen Stream im vergangenen Jahr stehen nun die Urteile fest: Beide Kanalbetreiber erhalten milde Strafen.
Der Tod des französischen Kick-Streamers Raphaël Graven, bekannt unter dem Künstlernamen Jean Pormanove, hat eine Debatte über die Grenzen auf Social-Media-Plattformen ausgelöst. Der 46-Jährige starb im vergangenen Jahr vor laufender Kamera. Nun wurden zwei Männer, die an den Sendungen beteiligt waren, verurteilt.
Was bisher geschah
Graven nahm an Livestreams teil, in denen sogenannte Challenges als Unterhaltung inszeniert wurden. Hinter diesem Deckmantel kam es jedoch wiederholt zu Demütigungen und körperlicher Gewalt. Die Betreiber des Kanals erklärten, die Aktionen seien abgesprochen gewesen und der Streamer habe selbst daran teilgenommen. Mit den extremen Sendungen erzielten sie zugleich hohe Einnahmen und generierten Reichweite.
Was sich als Challenge getarnt hat, war aber in Wahrheit ein Foltermarathon - man geht von geschlagenen zwölf bis vierzehn Tagen Streamdauer aus. Aufgrund des ständigen Drucks durch Dauerüberwachung hatte Graven kurz vor seinem Tod im August 2025 einen Nervenzusammenbruch. Er setzte daraufhin einen deutlichen Hilferuf an seine Mutter ab: So soll der Content-Creator geschrieben haben, dass er genug von dem "Todesspiel" habe, eingesperrt sei und einfach weg wolle. Naruto agierte daraufhin besonders perfide, indem er Graven das Handy entriss und die Nachricht für zusätzlichen Content ins Lächerliche zog.
In der Nacht kam es dann zu einem plötzlichen Erstickungsanfall, der zum Tod des 46-Jährigen führte. Eine Obduktion ergab zwar, dass die Misshandlungen nicht unmittelbar seine Todesursache waren; dennoch rückte der Fall die Verantwortung der Beteiligten und der Plattformen für solche Inhalte in den Mittelpunkt.
Glimpflich davongekommen
Fast genau ein Jahr später wurden die Beteiligten nun von einem Strafgericht in Nizza zur Rechenschaft gezogen. Dabei kamen deutlich strafmildernde Umstände ans Licht: So hatte Graven bereits Vorerkrankungen, die wahrscheinlich Auslöser des Erstickungsanfalls waren. Darüber hinaus gab er zu Lebzeiten bei der Polizei zu Protokoll, sich freiwillig für den Stream entschieden zu haben.
Das Gericht stellte fest, dass die Freiwilligkeit also keine reine Schutzbehauptung war und kein Todschlag vorlag. Dadurch verhängte es für Nauroto, bürgerlich: Owen Cenazandotti, eine Geldstrafe von 15.000€ plus zwei Jahre Gefängnis auf Bewährung. Durch glaubhafte Reue fiel das Strafmaß für Safine Hamadi noch einmal deutlich milder aus: 5.000€ Strafe und 18 Monate auf Bewährung. Beide erhielten zudem ein strenges sechsmonatiges digitales Berufsverbot.
Aufgrund der dokumentierten Gewalt wirken die Strafen dennoch vergleichsweise moderat. Damit stellt sich nun die Frage: Ist der Stream wirklich unabsichtlich ausgeufert oder wurde hier ganz klar die Sensationslüsternheit über menschliches Wohl gestellt? Schreibt uns gerne eure Meinung in die Kommentare!
