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Bekannte und berühmte Deutsche, die im Juli 2026 verstarben

1-24

Daniel Fersch Daniel Fersch
Galerien - August 5th 2026, 07:00 MESZ
Verst Jul 26 00

Bekannte und berühmte Deutsche, die im Juli 2026 verstarben

Der Tod gehört genauso zum Leben, wie das Leben selbst – auch wenn dies eine recht tragische Erkenntnis sein mag. Auch im Juli vor einem Jahr sind einige berühmte und bekannte Deutsche und Menschen aus dem deutschsprachigen Raum von uns gegangen, denen wir von EarlyGame auf diese Weise gedenken wollen, um uns an die Dinge zu erinnern, durch welche sie die Leben vieler anderer bereichert, verändert und beeinflusst haben.

Verst Juli 26 Moritz Borman Rotten Tomatoes

Moritz Borman († 1. Juli 2026)

Moritz Borman war ein deutscher Filmproduzent, der vor allem in Hollywood aktiv war. Geboren wurde er am 16. April 1955, gestorben ist er am 1. Juli 2026 in München im Alter von 71 Jahren.

Nach seinem Master am American Film Institute in Los Angeles arbeitete Borman zunächst für europäische Fernsehsender und internationale Werbeproduktionen. Seine erste Spielfilmproduktion war John Hustons Unter dem Vulkan aus dem Jahr 1984, der zwei Oscar-Nominierungen erhielt. Danach konzentrierte er sich vollständig auf die Produktion von Spielfilmen.

Ende der 1990er-Jahre gründete Borman die Filmfinanzierungsfirma Pacifica Film. Im Jahr 2000 fusionierte diese mit Intermedia Films, wodurch eines der größten unabhängigen Produktions- und Finanzierungsunternehmen Hollywoods entstand. Borman wurde CEO des Unternehmens und war damit auch wirtschaftlich eine wichtige Figur im internationalen Filmgeschäft.

Zu seinen bekanntesten Produktionen zählen mehrere Filme von Oliver Stone, darunter Alexander, World Trade Center, W. – Ein missverstandenes Leben, Savages und Snowden. Außerdem war er an großen Hollywood-Produktionen wie Terminator 3, Terminator: Die Erlösung, Der stille Amerikaner, K-19 – Showdown in der Tiefe, Wedding Planner – Verliebt, verlobt, verplant und Nurse Betty beteiligt.

Moritz Borman hinterlässt ein umfangreiches Werk zwischen großen Studiofilmen und Independent-Produktionen. Seine Filme spielten bis 2023 weltweit knapp zwei Milliarden US-Dollar ein und machten ihn zu einem der international erfolgreichsten deutschen Filmproduzenten seiner Generation. | © Rotten Tomatoes

Verst Juli 26 Bernd Rauschenbach Wikipedia

Bernd Rauschenbach († 2. Juli 2026)

Der deutsche Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Herausgeber und Rezitator Bernd Rauschenbach ist in der Nacht zum 2. Juli 2026 in Celle verstorben. Er wurde 1952 in Berlin geboren und studierte Germanistik sowie Bibliothekswissenschaften an der Technischen Universität Berlin.

Besonders eng war sein Name mit der Arno Schmidt Stiftung verbunden. Bereits 1982 wurde Rauschenbach dort Sekretär, später war er von 2001 bis 2018 geschäftsführender Vorstand. Über Jahrzehnte prägte er die Erforschung, Herausgabe und Vermittlung des Werks von Arno Schmidt entscheidend mit. Unter anderem war er an der Bargfelder Ausgabe der Werke Arno Schmidts beteiligt und galt als einer der wichtigsten Kenner dieses literarischen Kosmos.

Neben seiner wissenschaftlichen und editorischen Arbeit trat Rauschenbach auch als Autor, Bühnenautor und Rezitator hervor. Mit seiner Stimme, seinem literarischen Gespür und seiner präzisen Art des Vortrags machte er Literatur für viele Menschen zugänglich. Auch das kulturelle Leben in Celle prägte er nachhaltig, unter anderem durch sein Engagement für das Schlosstheater Celle und seine Lesereihe „Rauschenbach liest …“.

Mit Bernd Rauschenbach verliert die deutsche Literaturszene eine prägende Persönlichkeit: einen Vermittler, Herausgeber und leidenschaftlichen Kenner der Sprache, dessen Arbeit weit über die Arno-Schmidt-Forschung hinaus Wirkung hatte. | © Wikipedia

Verst Juli 26 Lydia Möcklinghoff Wikipedia

Lydia Möcklinghoff († 3. Juli 2026)

Lydia Möcklinghoff war eine deutsche Zoologin, Tropenökologin, Autorin und Ameisenbärenforscherin. Geboren wurde sie am 3. Februar 1981 in Wilhelmshaven. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Forschung zum Großen Ameisenbären, einer gefährdeten Tierart, der sie viele Jahre ihrer wissenschaftlichen Arbeit widmete.

Möcklinghoff erforschte das Verhalten, den Lebensraum und die Schutzbedingungen Großer Ameisenbären in Brasilien. Sie galt als eine der wenigen Expertinnen, die diese Tiere über einen längeren Zeitraum in freier Wildbahn beobachteten. Dabei untersuchte sie unter anderem, wie Ameisenbären ihren Lebensraum nutzen, wie sie miteinander kommunizieren und welche Bedingungen für ihren Schutz entscheidend sind.

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit machte Lydia Möcklinghoff Natur- und Artenschutz auch für ein breites Publikum verständlich. Sie schrieb Bücher, hielt Vorträge, trat in Radio- und Fernsehsendungen auf und sprach in Podcasts über die Tierwelt Brasiliens. Mit ihrer offenen, neugierigen und verständlichen Art brachte sie vielen Menschen die Bedeutung von Forschung und Artenschutz näher.

Am 3. Juli 2026 starb Lydia Möcklinghoff bei einem Flugzeugabsturz nahe Campo Grande in Brasilien. Sie wurde 45 Jahre alt. Ihr Tod ist ein großer Verlust für die Forschung, den Artenschutz und alle, die sich für die faszinierende Welt der Ameisenbären begeistern. | © Wikipedia

Verst Juli 26 Rainer Dörrzapf Instagram german Weightlifting

Rainer Dörrzapf († 3. Juli 2026)

Der frühere Gewichtheber und Bundestrainer Rainer Dörrzapf ist am 3. Juli 2026 im Alter von 76 Jahren verstorben. Der gebürtige Ludwigshafener prägte den deutschen Gewichthebersport über mehrere Jahrzehnte – zunächst als international erfolgreicher Athlet und später als Trainer zahlreicher Spitzensportler.

Dörrzapf hatte als Kind eine Kinderlähmung überstanden und begann zunächst mit dem Ringen. Im Jahr 1964 entdeckte er beim Training das Gewichtheben und schloss sich dem AC Mutterstadt an, dem er während seiner gesamten sportlichen Laufbahn verbunden blieb. Bereits mit 18 Jahren nahm er an den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt teil. Vier Jahre später startete er auch bei den Olympischen Spielen in München und gewann dort die Weltmeisterschaft im Reißen mit 165 Kilogramm. Bereits 1970 hatte er in dieser Disziplin WM-Silber geholt. Als Junior stellte er außerdem vier Weltrekorde auf und gewann während seiner Karriere mehrere deutsche Meistertitel.

Wiederkehrende Verletzungen führten dazu, dass Dörrzapf seine aktive Laufbahn 1976 beendete. Nach einer Ausbildung zum Sportlehrer und einem Studium an der Trainerakademie Köln wurde er 1981 Bundestrainer. Bis 2003 arbeitete er am Bundesleistungszentrum in Leimen, anschließend war er bis 2013 als Bundesstützpunkttrainer für den Nachwuchs am Olympiastützpunkt Heidelberg tätig. Auch im Ruhestand blieb er seinem Sport und dem AC Mutterstadt eng verbunden.

Für seine sportlichen Leistungen wurde Rainer Dörrzapf mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Er hinterlässt im deutschen Gewichtheben ein bedeutendes Vermächtnis als Weltmeister, zweifacher Olympiateilnehmer und langjähriger Förderer des Nachwuchsleistungssports. | © Instagram / german_weightlifting

Verst Juli 26 Alfons Pawelczyk Wikipedia

Alfons Pawelczyk († 3. Juli 2026)

Der deutsche Politiker und frühere Offizier Alfons Pawelczyk ist im Juli 2026 im Alter von 93 Jahren gestorben. Pawelczyk wurde am 26. Februar 1933 in Parnow im damaligen Kreis Köslin geboren und prägte über viele Jahrzehnte die Hamburger Sozialdemokratie.

Nach Stationen bei der Berliner Bereitschaftspolizei und der Bundeswehr, wo er bis zum Major befördert wurde und später den Rang eines Obersts der Reserve erreichte, wechselte Pawelczyk in die Politik. 1961 trat er in die SPD ein und wurde vor allem im Kreis Wandsbek zu einer wichtigen Figur.

Von 1969 bis 1980 war Pawelczyk Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort beschäftigte er sich besonders mit Verteidigungs-, Außen- und Sicherheitspolitik. Anschließend übernahm er in Hamburg zentrale politische Ämter: Von 1980 bis 1984 sowie erneut 1986/87 war er Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg. Zwischen 1984 und 1987 war er zudem Zweiter Bürgermeister unter Klaus von Dohnanyi.

Auch nach seiner Zeit im Senat blieb Pawelczyk politisch und gesellschaftlich aktiv. Er war Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, engagierte sich in verschiedenen Stiftungen und Gremien und blieb über Jahrzehnte eng mit der SPD Hamburg verbunden. Sein politisches Wirken stand besonders für Sicherheits-, Innen- und Verteidigungspolitik sowie für eine lange Bindung an Hamburg und den Stadtteil Wandsbek. | © Wikipedia

Verst Juli 26 Lother Voigländer

Lothar Voigtländer († 4. Juli 2026)

Der deutsche Komponist, Dirigent und Hochschullehrer Lothar Voigtländer ist am 4. Juli 2026 nach langer Krankheit in Berlin verstorben. Er wurde 82 Jahre alt und galt als wichtiger Vertreter der zeitgenössischen und elektroakustischen Musik in Deutschland.

Voigtländer wurde am 3. September 1943 im sächsischen Leisnig geboren. Seine musikalische Ausbildung begann er als Sängerknabe und späterer Chorpräfekt im Dresdner Kreuzchor unter Rudolf Mauersberger. Anschließend studierte er Dirigieren bei Rolf Reuter und Komposition bei Fritz Geißler an der Leipziger Musikhochschule. Von 1970 bis 1972 war er Meisterschüler von Günter Kochan an der Akademie der Künste der DDR.

Seit 1973 arbeitete Voigtländer als freischaffender Komponist in Berlin. Gemeinsam mit Georg Katzer gründete er 1984 die Gesellschaft für elektroakustische Musik. Darüber hinaus war er Vorsitzender des Berliner Komponistenverbandes, Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Komponistenverbandes und in verschiedenen Funktionen für die GEMA tätig. An der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden lehrte er als Honorarprofessor für Komposition.

Sein umfangreiches Werk umfasst Bühnen- und Orchesterwerke, Kammermusik, Motetten, Chorlieder, elektroakustische Klangperformances, Klangskulpturen und Raum-Klang-Installationen. Internationale Anerkennung erhielt er unter anderem beim Festival für elektroakustische Musik im französischen Bourges, wo er 1996 mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde.

Für seine Verdienste um die Musik wurde Lothar Voigtländer 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Ein Jahr später erhielt er die Ehrennadel der GEMA. Mit seinem Tod verliert die deutsche Musiklandschaft einen einflussreichen Komponisten und engagierten Förderer der zeitgenössischen Musik. | © Lothar Voigtländer

Verst Juli 26 Hannes Burger Niederbayern Wiki

Hannes Burger († 4. Juli 2026)

Der deutsche Journalist und Schriftsteller Hannes Burger ist am 4. Juli 2026 im Alter von 89 Jahren in Hinterschmiding verstorben. Überregional bekannt wurde er vor allem als langjähriger Autor der Salvatorreden für das traditionelle Politiker-Derblecken auf dem Münchner Nockherberg.

Johann Anton „Hannes“ Burger wurde am 18. Juni 1937 in München-Schwabing geboren. Nach dem Abitur studierte er unter anderem Philosophie, Psychologie, Theologie, Bayerische Geschichte und Zeitungswissenschaft in Passau und München. Seine journalistische Laufbahn begann er 1961 bei der Münchner Katholischen Kirchenzeitung. Ab 1968 arbeitete er für die Süddeutsche Zeitung, für die er später als Korrespondent aus Wien und Prag berichtete. Ab 1990 war er Bayernkorrespondent der Zeitung Die Welt.

Zwischen 1982 und 2003 verfasste Burger die Salvatorreden für Walter Sedlmayr, Max Grießer und Erich Hallhuber. Mit scharfzüngigen Texten, Humor und deutlicher Kritik nahm er beim Nockherberg-Derblecken zahlreiche Politiker ins Visier und erinnerte sie regelmäßig an ihre Versprechen. Darüber hinaus entwickelte er für die Fernsehglosse „Nix für ungut“ die Figur des Fernsehpförtners Alois Baierl.

Auch als Schriftsteller hinterließ Burger ein umfangreiches Werk. Sein erster Roman „Feichtenreut – Roman eines Dorfes“ erschien 1971. Insgesamt veröffentlichte er mehr als zwanzig Bücher, die sich unter anderem mit bayerischer Geschichte, Ökologie, Politik und Satire beschäftigten. Seine kritische Verbundenheit mit Bayern und insbesondere mit Niederbayern und dem Bayerischen Wald prägte einen großen Teil seiner Arbeit.

Für sein journalistisches und schriftstellerisches Wirken erhielt Hannes Burger zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ernst-Hoferichter-Preis, die Ludwig-Thoma-Medaille der Stadt München, das Bundesverdienstkreuz am Bande und den Bayerischen Verdienstorden. Mit ihm verliert die deutsche Medienlandschaft einen wortgewandten, unbequemen und einflussreichen Beobachter der bayerischen Politik und Gesellschaft. | © Niederbayern-Wiki

Verst Juli 26 Albert Sous

Albert Sous († vor oder am 4. Juli 2026)

Der deutsche Goldschmied und Metall-Bildhauer Albert Sous ist im Juli 2026 im Alter von 91 Jahren gestorben. Sous wurde am 24. April 1935 in Stolberg im Rheinland geboren und lebte später in Würselen.

Nach seiner Schulzeit absolvierte Sous von 1953 bis 1956 eine Ausbildung zum Silberschmied und Kirchengoldschmied. Anschließend studierte er von 1956 bis 1960 Bildhauerei an der Werkkunstschule Aachen und legte 1961 seine Meisterprüfung als Gold- und Silberschmied ab.

Bekannt wurde Sous vor allem durch seine Skulpturen, Brunnen und Monumente im öffentlichen Raum. Werke von ihm stehen unter anderem in Aachen, Würselen, Mönchengladbach, Aurich, Mainz, Esens und Bergisch Gladbach. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen der Kugelbrunnen in Aachen, die Edelstahl-Lokomotive vor dem Aachener Westbahnhof, der Sous-Turm in Aurich sowie die Reiterskulptur St. Martin in der Mainzer Altstadt.

Für sein künstlerisches Schaffen erhielt Albert Sous mehrere Auszeichnungen, darunter 1962 das Juwel des Jahres, 1966 den Bayerischen Staatspreis für Schmuck und 1983 den Staatspreis für Goldschmiedekunst Nordrhein-Westfalen. Sein Werk verbindet handwerkliche Präzision mit monumentaler Kunst im öffentlichen Raum und bleibt vor allem in der Städteregion Aachen sichtbar. | © Wikipedia

Verst Juli 26 Heinz Hilmer Wikipedia

Heinz Hilmer († 4. Juli 2026)

Der deutsche Architekt Heinz Hilmer ist am 4. Juli 2026 im Alter von 90 Jahren gestorben. Hilmer wurde 1936 in Münster geboren und zählte zu den prägenden Architekten der deutschen Nachkriegs- und Gegenwartsarchitektur.

Nach seinem Architekturstudium an der Technischen Hochschule München arbeitete er zunächst in der Bayerischen Staatsbauverwaltung und später in der Planungsabteilung der Neuen Heimat Bayern. 1974 gründete er gemeinsam mit Christoph Sattler das Architekturbüro Hilmer & Sattler, aus dem später unter anderem Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht hervorging.

Zu seinen bekannten Arbeiten gehören unter anderem die städtebauliche Gesamtplanung des Potsdamer und Leipziger Platzes in Berlin, die Berliner Gemäldegalerie, der Bahnhof Potsdamer Platz, der Umbau des Martin-Gropius-Baus sowie Projekte wie The Charles Hotel in München und das Ritz-Carlton am Potsdamer Platz.

Hilmer prägte mit seinem Büro zahlreiche Kultur-, Stadt- und Wohnbauten und erhielt für seine Arbeit mehrere Auszeichnungen, darunter den BDA-Preis Bayern und den Architekturpreis der Landeshauptstadt München. Sein Werk steht besonders für eine Architektur, die Stadtplanung, klassische europäische Stadträume und zeitgenössisches Bauen miteinander verband. | © Wikipedia

Verst Juli 26 Adolf Seger Wikipedia

Adolf Seger (†5. Juli 2026)

Der deutsche Ringer Adolf Seger ist im Juli 2026 im Alter von 81 Jahren gestorben. Seger wurde am 2. Januar 1945 in Freiburg im Breisgau geboren und galt als einer der erfolgreichsten deutschen Ringer seiner Generation.

Er startete für den AV Germania Freiburg-St. Georgen im Freistilringen und kämpfte im Welter- sowie Mittelgewicht. Zu seinen größten sportlichen Erfolgen gehörten zwei Bronzemedaillen bei den Olympischen Spielen 1972 in München und 1976 in Montreal. Außerdem wurde Seger 1975 in Minsk und 1977 in Lausanne Weltmeister.

Auch bei Europameisterschaften zählte er über Jahre zur absoluten Spitze. Er gewann unter anderem EM-Gold 1972, 1973 und 1976 sowie weitere Silber- und Bronzemedaillen. Bekannt war er besonders für seine Kraft, seine Bodentechnik und den nach ihm benannten „Seger-Griff“, mit dem er zahlreiche Schultersiege erzielte.

Nach seiner aktiven Karriere blieb Seger dem Sport eng verbunden. Bei den Ringer-Veteranen gewann er zehnmal den Weltmeistertitel. Beruflich arbeitete er über Jahrzehnte als Briefträger bei der Deutschen Bundespost und später der Deutschen Post AG. Für seine sportlichen Leistungen wurde er 1972 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.

Adolf Seger hinterlässt ein außergewöhnliches sportliches Vermächtnis und bleibt als eine der großen Persönlichkeiten des deutschen Ringkampfs in Erinnerung. | © Wikipedia

Verst Juli 26 Achim Wollf Schauspielervideos De

Achim Wolff († 7. Juli 2026)

Der deutsche Schauspieler und Theaterregisseur Achim Wolff ist am 7. Juli 2026 im Alter von 87 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Über Jahrzehnte gehörte er zu den bekannten Gesichtern der deutschen Theater- und Fernsehlandschaft. Einem breiten Publikum war er vor allem als Rudi Reschke aus der ZDF-Sitcom „Salto Postale“ sowie als Weihnachtsmann in den „Beutolomäus“-Produktionen des KiKA bekannt.

Wolff wurde am 13. Oktober 1938 in Berlin geboren. Nach seinem Abitur in Magdeburg absolvierte er von 1958 bis 1961 seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam. Bereits 1960 gab er im Fernsehfilm „Toter Winkel“ sein Fernsehdebüt. Ein Jahr später folgte mit der DEFA-Komödie „Die Liebe und der Co-Pilot“ sein erster Auftritt auf der Kinoleinwand.

Nach zahlreichen Film- und Fernsehrollen in der DDR konnte Wolff seine Karriere auch nach der Wiedervereinigung erfolgreich fortsetzen. Von 1993 bis 1996 spielte er an der Seite von Wolfgang Stumph den Postangestellten Rudi Reschke in „Salto Postale“. Dieselbe Rolle übernahm er später auch in „Salto Kommunale“ und „Salto Speziale“. Darüber hinaus war er unter anderem in „Polizeiruf 110“, „Liebling Kreuzberg“, „Alarm für Cobra 11“, „In aller Freundschaft“ und „Ella Schön“ zu sehen. Insgesamt wirkte er seit Beginn der 1960er-Jahre in mehr als 80 Film- und Fernsehproduktionen mit.

Auch auf der Theaterbühne feierte Wolff große Erfolge. Ab 1997 spielte er mehr als 800 Mal den Philipp Klapproth im Lustspiel „Pension Schöller“ am Berliner Theater am Kurfürstendamm. Von 2016 bis 2018 verkörperte er zudem die Hauptfigur Amandus in der Bühnenfassung von „Honig im Kopf“ am Schlosspark Theater. Neben seiner Arbeit als Schauspieler war Wolff auch als Theaterregisseur tätig.

Bis ins hohe Alter blieb Achim Wolff künstlerisch aktiv. Noch 2025 stand er gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Rita Feldmeier, bei den Beelitzer Festspielen auf der Bühne. Mit ihm verliert die deutsche Kulturlandschaft einen vielseitigen Schauspieler und leidenschaftlichen Theatermenschen, dessen Rollen mehrere Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet haben. | © schauspielervideos.de

Günther Kuntz 01 Borussia Neunkirchen De

Günther Kuntz († 12. Juli 2026)

Der ehemalige deutsche Fußballspieler Günther Kuntz ist am 12. Juli 2026 im Alter von 87 Jahren gestorben. Der gebürtige Kaiserslauterer begann seine Laufbahn beim VfR Kaiserslautern und wechselte 1960 zu Borussia Neunkirchen, wo er den größten Teil seiner Karriere verbrachte. Mit dem Verein gewann er 1962 die Südwestmeisterschaft und schaffte 1964 den Aufstieg in die neu gegründete Bundesliga. Im entscheidenden Aufstiegsspiel gegen den FC Bayern München erzielte Kuntz den Treffer zum 2:0-Endstand.

Insgesamt absolvierte der Angreifer 80 Bundesligaspiele für Borussia Neunkirchen und erzielte dabei 22 Tore. Von 1968 bis 1970 spielte er außerdem für Austria Wien, mit der er zweimal österreichischer Meister wurde. Anschließend kehrte er für seine letzte Saison nach Neunkirchen zurück. Günther Kuntz war der Vater des ehemaligen Nationalspielers und Trainers Stefan Kuntz. | © borussia-neunkirchen.de

Verst Juli 26 Anne Krohn Wikipedia

Anne Krohn († 13. Juli 2026)

Die deutsche Volleyball- und Beachvolleyballspielerin Anne Krohn ist am 13. Juli 2026 im Alter von 42 Jahren gestorben. Die gebürtige Stralsunderin begann bei der HSG Uni Greifswald mit dem Volleyball und spielte später unter anderem für den VT Aurubis Hamburg, den Oststeinbeker SV und die Stralsunder Wildcats. Mit Hamburg gewann sie 2012 die Meisterschaft der 2. Bundesliga Nord, 2023 wiederholte sie diesen Erfolg mit den Wildcats. Mehrfach wurde Krohn zudem als wertvollste Spielerin ihrer Liga ausgezeichnet.

Auch im Beachvolleyball gehörte Krohn über viele Jahre zu den bekannten deutschen Spielerinnen. Sie gewann 2021 die German Beach Trophy und feierte mit Melanie Gernert mehrere Erfolge auf der German Beach Tour, darunter Turniersiege in Düsseldorf und auf Fehmarn. Bei den deutschen Meisterschaften erreichte sie dreimal den fünften Platz. 2025 wurde sie außerdem Weltmeisterin in der Altersklasse Ü37 und für die deutsche Ü40-Nationalmannschaft nominiert. Krohn war erstmals 2012 an Krebs erkrankt. Nachdem die Krankheit 2021 unheilbar zurückgekehrt war, starb sie im Juli 2026 an deren Folgen. | © Wikipedia

Verst Juli 26 Markus Beierle Vf B Stuttgart

Markus Beierle († 14. Juli 2026)

Markus Beierle war ein deutscher Fußballprofi, der als Mittelstürmer über viele Jahre in der Bundesliga und 2. Bundesliga spielte.

Seine Karriere begann in der Jugend des VfB Stuttgart, bevor ihn sein Weg über den SSV Ulm, die Stuttgarter Kickers und den MSV Duisburg in die Bundesliga führte. Weitere Stationen waren der TSV 1860 München, Hansa Rostock, Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98. Insgesamt absolvierte Beierle 123 Bundesligaspiele und erzielte 32 Tore.

Besonders eng verbunden bleibt sein Name mit Eintracht Frankfurt. Nach seinem Wechsel im Januar 2003 war er maßgeblich am legendären Bundesliga-Aufstieg beteiligt und stand auch beim historischen 6:3 gegen den SSV Reutlingen am letzten Spieltag auf dem Platz. Zwei Jahre später feierte er mit der Eintracht den erneuten Aufstieg in die Bundesliga und erzielte im entscheidenden Saisonfinale gegen Wacker Burghausen sogar ein Tor.

Nach seiner Profikarriere ließ Markus Beierle seine Laufbahn beim SC Dortelweil ausklingen, wo er unter anderem als Spielertrainer tätig war. Er galt als bodenständiger Stürmer, der für Einsatzbereitschaft, Kopfballstärke und wichtige Tore bekannt war.

Markus Beierle verstarb am 14. Juli 2026 im Alter von 54 Jahren. Sein Tod löste bei seinen ehemaligen Vereinen und zahlreichen Weggefährten große Betroffenheit aus. Besonders Eintracht Frankfurt, der VfB Stuttgart und weitere frühere Klubs würdigten ihn mit bewegenden Nachrufen und erinnerten an seine sportlichen Verdienste. | © VfB Stuttgart

Verst Juli 26 Elisabeth Wicki Endriss BR24

Elisabeth Wicki-Endriss († 16. Juli 2026)

Elisabeth Wicki-Endriss, geboren als Elisabeth Roswitha Endriss, war eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin, Regisseurin und Produzentin. Sie wurde am 2. Juli 1944 in Eger im damaligen Reichsgau Sudetenland, dem heutigen Cheb in Tschechien, geboren und erhielt ihre Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München.

Endriss arbeitete hauptsächlich am Theater, übernahm aber auch zahlreiche Rollen in Kino- und Fernsehproduktionen. Zu ihren bekanntesten Auftritten gehörten „Die Buddenbrooks“, „Blut und Ehre – Jugend unter Hitler“, „Derrick“, „Der Alte“, „SOKO München“ sowie mehrere „Tatort“-Folgen. Außerdem wirkte sie in den Filmen „Sansibar oder Der letzte Grund“ und „Das Spinnennetz“ ihres späteren Ehemanns Bernhard Wicki mit.

1977 lernte sie den Schauspieler und Regisseur Bernhard Wicki kennen, den sie 1995 heiratete. Nach seinem Tod im Jahr 2000 setzte sie sich intensiv für den Erhalt seines künstlerischen Vermächtnisses ein. Sie gründete den Bernhard-Wicki-Gedächtnisfonds und rief 2002 den „Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke“ ins Leben, der Filme auszeichnet, die sich in besonderer Weise mit Frieden, Verständigung und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigen.

Mit dem Dokumentarfilm „Verstörung – und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki“ veröffentlichte sie 2007 eine filmische Biografie über das Leben und Werk ihres Mannes. Für ihr gesellschaftliches und kulturelles Engagement erhielt sie unter anderem 2009 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland und 2019 die Europamedaille der Bayerischen Staatskanzlei.

Elisabeth Wicki-Endriss starb am 16. Juli 2026 im Alter von 82 Jahren in München. Mit ihr verlor die deutsche Filmbranche nicht nur eine langjährige Schauspielerin, sondern auch eine engagierte Bewahrerin des deutschen Filmerbes und eine bedeutende Förderin des Friedensgedankens im Kino. | © BR24

Verst Juli 26 Sabine Zech Hamm Wiki

Sabine Zech († 18. Juli 2026)

Sabine Zech, geborene Küller, war eine deutsche Kommunalpolitikerin der SPD. Sie war von 1984 bis 1994 Oberbürgermeisterin der Stadt Hamm und die erste Frau an der Spitze der Stadt.

Nach ihrem Studium in Berlin und Tübingen absolvierte Zech den Vorbereitungsdienst beim Land Nordrhein-Westfalen und arbeitete anschließend in der Finanzverwaltung. Ab 1975 lehrte sie als Professorin an der Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen in Nordkirchen. Parallel engagierte sie sich kommunalpolitisch: 1968 trat sie der SPD bei, ein Jahr später wurde sie in den Rat der Stadt Hamm gewählt, dem sie bis 1994 angehörte.

Während ihrer zehnjährigen Amtszeit als Oberbürgermeisterin prägte sie die Entwicklung Hamms nachhaltig. Bundesweit bekannt wurde sie unter anderem durch ihre unabhängige Haltung und ihre Bereitschaft, auch gegen die eigene Fraktion Entscheidungen zu treffen. Besonders in Erinnerung blieb ihre Stimme für den Erhalt des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums im Jahr 1985, mit der sie eine Schulschließung verhinderte.

Auch über Hamm hinaus war Sabine Zech politisch aktiv. Von 1987 bis 1994 war sie Landesvorsitzende der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Nordrhein-Westfalen und engagierte sich anschließend viele Jahre im Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen (ASJ).

Sabine Zech starb am 18. Juli 2026 im Alter von 85 Jahren. Mit ihr verlor Hamm eine prägende Persönlichkeit der Kommunalpolitik, die als erste Oberbürgermeisterin der Stadt Geschichte schrieb und für ihr langjähriges Engagement sowie ihre unabhängige Amtsführung in Erinnerung bleiben wird. | © HammWiki

Verst Juli 26 Holger Brück Hertha BSC

Holger Brück († 19. Juli 2026)

Holger Brück war ein deutscher Fußballspieler, Trainer und Vereinsfunktionär. Als langjähriger Abwehrspieler und Mannschaftskapitän von Hertha BSC gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten des Berliner Vereins in den 1970er-Jahren.

Seine Profikarriere begann beim KSV Hessen Kassel, bevor er 1972 zu Hertha BSC wechselte. Dort absolvierte Brück in neun Jahren insgesamt 396 Pflichtspiele und erzielte 39 Tore. Zu den größten Erfolgen seiner Zeit in Berlin gehörten die deutsche Vizemeisterschaft 1975, zwei DFB-Pokalfinals sowie der Einzug ins Halbfinale des UEFA-Pokals 1979. Nach seiner Zeit bei Hertha spielte er unter anderem für die Calgary Boomers in Kanada und kehrte anschließend nach Hessen zurück.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Brück dem Fußball eng verbunden. Als Trainer betreute er mehrfach den KSV Hessen Kassel und übernahm dort immer wieder Verantwortung in schwierigen Phasen. Nach der Insolvenz des Vereins im Jahr 1998 war er maßgeblich an der Neugründung beteiligt und wurde erster Vorsitzender des neuen KSV Hessen Kassel. Sein Einsatz gilt bis heute als entscheidender Beitrag zum Fortbestand des Traditionsvereins.

Neben seinem Engagement im Fußball betrieb Holger Brück in Kassel ein Sportgeschäft und war viele Jahre auch für den Deutschen Fußball-Bund tätig. Sowohl in Berlin als auch in Kassel genoss er großes Ansehen – nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen, sondern auch wegen seiner Verbundenheit zu seinen Vereinen.

Holger Brück starb am 19. Juli 2026 im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit. Hertha BSC und der KSV Hessen Kassel würdigten ihn als Vereinslegende und außergewöhnlichen Menschen, dessen Verdienste für beide Klubs unvergessen bleiben werden. | © Hertha BSC

Verst Juli 26 Markus Beierle Wikipedia

Joachim Kerzel († 20. Juli 2026)

Joachim Kerzel war ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Hörspiel-, Hörbuch- und Off-Sprecher. Mit seiner markanten Stimme prägte er über Jahrzehnte zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen und galt als einer der bekanntesten Synchronsprecher im deutschsprachigen Raum.

Seine Schauspielausbildung absolvierte Kerzel an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum. Anschließend stand er an renommierten Bühnen wie den Wuppertaler Bühnen, dem Schauspielhaus Zürich und den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin auf der Bühne. Parallel entwickelte er sich zu einer festen Größe im Synchronbereich und lieh internationalen Stars wie Jack Nicholson, Dustin Hoffman, Dennis Hopper, Harvey Keitel, Jean Reno und Anthony Hopkins seine deutsche Stimme. Auch als Erzähler zahlreicher Hörbücher und Dokumentationen war er einem Millionenpublikum bekannt.

Neben seiner Arbeit für Film und Fernsehen wirkte Kerzel an unzähligen Hörspielen und Videospielen mit. Vielen Fans blieb er unter anderem als deutsche Stimme von J. Jonah Jameson in den Spider-Man-Filmen, als Erzähler in Yu-Gi-Oh!oder durch seine Zusammenarbeit mit der Musikgruppe E Nomine in Erinnerung. Seine unverwechselbare Stimme machte ihn zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Synchronbranche.

Für seine Leistungen wurde Joachim Kerzel mehrfach ausgezeichnet. 2020 erhielt er gemeinsam mit Nicole Heesters den Deutschen Schauspielpreis für das Lebenswerk. Seine Stimme blieb bis ins hohe Alter in Hörbüchern, Dokumentationen und Synchronproduktionen präsent und machte ihn generationsübergreifend bekannt.

Joachim Kerzel starb am 20. Juli 2026 im Alter von 84 Jahren. Mit ihm verlor Deutschland eine der markantesten Stimmen der Film- und Synchrongeschichte, deren Arbeit über Jahrzehnte unzählige Kinofilme, Serien, Hörspiele und Hörbücher geprägt hat.

Heinz Stücke 01 Wikipedia

Heinz Stücke († 22. Juli 2026)

Es gibt Menschen, die einmal um die Welt reisen. Heinz Stücke machte daraus sein ganzes Leben.

Der gebürtige Hövelhofer brach im August 1962 mit seinem Dreigang-Fahrrad zu einer Reise auf, die ursprünglich nur wenige Jahre dauern sollte. Am Ende wurden daraus mehr als 51 Jahre auf den Straßen dieser Welt. Rund 648.000 Kilometer legte er zurück und bereiste nach eigenen Angaben alle 196 Staaten der Erde – eine Leistung, mit der er zeitweise sogar den Weltrekord für die längste Radreise hielt.

Stücke war gelernter Werkzeugmacher. Um seine Reisen zu finanzieren, verkaufte er unterwegs selbst verfasste Broschüren, Postkarten und Fotografien oder hielt Vorträge. Luxus spielte für ihn nie eine Rolle – das Unterwegssein war sein eigentlicher Lebensinhalt. Über die Jahrzehnte sammelte er mehr als 100.000 Fotografien und unzählige Geschichten aus nahezu jedem Winkel der Erde.

Seine Reise verlief nicht ohne Gefahren. Er wurde bestohlen, verhaftet, von Lastwagen angefahren und überstand Krankheiten sowie politische Krisen. Selbst sein berühmtes Fahrrad wurde mehrfach gestohlen – jedes Mal tauchte es kurze Zeit später wieder auf. Trotz aller Rückschläge setzte er seine Weltreise immer wieder fort.

2014 beendete Heinz Stücke seine außergewöhnliche Reise und kehrte nach Hövelhof zurück. Seine Lebensgeschichte wurde später in Büchern und dem Dokumentarfilm The Man Who Wanted to See It All festgehalten und machte ihn auch einem internationalen Publikum bekannt.

Am 22. Juli 2026 starb Heinz Stücke im Alter von 86 Jahren. Mit ihm verliert Deutschland einen der außergewöhnlichsten Globetrotter seiner Geschichte – einen Mann, der mehr als ein halbes Jahrhundert bewies, dass Neugier manchmal ausreicht, um die ganze Welt zu entdecken. | © Wikipedia

Verst Jul 26 Gunther von Hagens Wikipedia

Gunther von Hagens († 24. Juli 2026)

Kaum ein deutscher Mediziner polarisierte so sehr wie Gunther von Hagens. Für die einen war er ein Visionär, der Anatomie für Millionen Menschen verständlich machte. Für die anderen überschritt er mit seinen Ausstellungen ethische Grenzen. Gleichgültig ließ sein Lebenswerk jedoch kaum jemanden.

Geboren wurde er am 10. Januar 1945 als Gunther Gerhard Liebchen im damaligen Wartheland. Nach seiner Jugend in der DDR studierte er Medizin in Jena. Weil er 1968 gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings protestierte und versuchte, aus der DDR zu fliehen, wurde er als politischer Gefangener inhaftiert. 1970 kaufte ihn die Bundesrepublik für 40.000 D-Mark frei. Anschließend setzte er sein Medizinstudium in Lübeck fort.

Sein Name wurde weltweit bekannt, als er Ende der 1970er-Jahre die Plastination entwickelte – ein Verfahren, bei dem Wasser und Fett in menschlichem oder tierischem Gewebe durch Kunststoffe ersetzt werden. Dadurch bleiben Körper dauerhaft konserviert und können für Lehre, Forschung oder Ausstellungen genutzt werden. 1995 folgte die erste Körperwelten-Ausstellung, die später von mehr als 50 Millionen Menschen besucht wurde.

Gerade diese Ausstellungen machten von Hagens zu einer der umstrittensten Persönlichkeiten der Medizin. Während viele Besucher die Präparate als einzigartige Möglichkeit sahen, den menschlichen Körper kennenzulernen, warfen Kritiker ihm Sensationslust und einen respektlosen Umgang mit den Verstorbenen vor. Immer wieder gab es Debatten über Ethik, Körperspenden und die Herkunft einzelner Präparate. Von Hagens hielt dagegen, sein Ziel sei es gewesen, Anatomie aus den Hörsälen zu den Menschen zu bringen und den Tod zu enttabuisieren.

Seit 2008 litt er an Parkinson und zog sich nach und nach aus dem Tagesgeschäft zurück. Die Leitung seiner Arbeit übernahmen sein Sohn Rurik von Hagens sowie seine Ehefrau Angelina Whalley.

Am 24. Juli 2026 starb Gunther von Hagens im Alter von 81 Jahren nach einer Hirnblutung. Seinem eigenen Wunsch entsprechend wird auch sein Körper plastiniert – ein letzter Schritt, der sein Lebenswerk auf symbolische Weise vollendet. | © Wikipedia

Verst Jul 26 Günter Bannas Wikipedia

Günter Bannas († 24. Juli 2026)

Über Jahrzehnte gehörte Günter Bannas zu den wichtigsten Chronisten der deutschen Bundespolitik. Kaum ein Journalist beobachtete das politische Geschehen in Bonn und später Berlin so lange und so präzise wie er – stets mit dem Ruf, lieber genau hinzusehen als die lauteste Schlagzeile zu suchen.

Geboren wurde Bannas am 8. Mai 1952 in Kassel. Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre, Finanzwissenschaften, Politikwissenschaften und Sozialpsychologie an der Universität Köln begann er zunächst als freier Mitarbeiter beim Deutschlandfunk. 1979 wechselte er zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), der er den Großteil seines Berufslebens treu blieb. Bereits zwei Jahre später berichtete er als Korrespondent aus Bonn, wo er unter anderem den Aufstieg der Grünen und die politischen Umbrüche der 1980er-Jahre begleitete.

Nach einem kurzen Wechsel zur Süddeutschen Zeitung kehrte Bannas 1998 zur FAZ zurück und übernahm die Leitung der Parlamentsredaktion. Mit dem Umzug von Parlament und Bundesregierung nach Berlin wurde er zu einem der prägenden politischen Korrespondenten der Hauptstadt. Politiker aller Parteien schätzten ihn für seine Sachlichkeit und seine tiefen Kenntnisse parlamentarischer Abläufe. Statt auf Skandale konzentrierte sich Bannas darauf, politische Prozesse verständlich einzuordnen und Machtverschiebungen zu analysieren.

Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Medienpreis Politik des Deutschen Bundestages, die Ehrung als politischer „Journalist des Jahres“, den Ernst-Dieter-Lueg-Preis sowie 2018 den Theodor-Wolff-Preis für sein Lebenswerk. Im selben Jahr verabschiedete sich Bannas nach fast vier Jahrzehnten aus dem aktiven Journalismus in den Ruhestand.

Auch nach seinem Karriereende blieb er politischer Beobachter und veröffentlichte 2019 das Buch Machtverschiebung: Wie die Berliner Republik unsere Politik verändert hat, in dem er seine jahrzehntelangen Erfahrungen zusammenfasste.

Am 24. Juli 2026 starb Günter Bannas im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit in Berlin. Die FAZ würdigte ihn als einen der geachtetsten Beobachter und genauesten Chronisten der deutschen Politik – ein Ruf, den er sich über Jahrzehnte mit analytischer Schärfe und journalistischer Unabhängigkeit erarbeitet hatte. | © Wikipedia

Verst Jul 26 Konrad Beikircher Wikipedia

Konrad Beikircher († 28. Juli 2026)

Kaum jemand erklärte den Rheinländern ihre eigene Mentalität so humorvoll wie Konrad Beikircher. Mit seinem feinen Gespür für Sprache, Dialekt und Alltagsbeobachtungen wurde der Kabarettist, Musiker und Autor über Jahrzehnte zu einer der prägenden Stimmen des rheinischen Humors.

Geboren wurde Konrad Johann Aloysia Beikircher am 22. Dezember 1945 im südtirolerischen Bruneck. Eigentlich führte ihn sein Weg zunächst in eine ganz andere Richtung: Er studierte Psychologie, Musikwissenschaft und Philosophie in Bonn und arbeitete ab 1971 als Gefängnispsychologe in der Justizvollzugsanstalt Siegburg. Erst 1986 gab er den sicheren Beruf auf und widmete sich vollständig dem Kabarett – eine Entscheidung, die ihn weit über Nordrhein-Westfalen hinaus bekannt machte.

Sein Markenzeichen waren Programme über die Sprache und Eigenheiten des Rheinlands. Mit Reihen wie Himmel un Ääd oder seinen humorvollen Konzert- und Opernführern gelang ihm etwas Besonderes: Er verband Psychologie, Musik und Sprachwitz zu einem Stil, der gleichermaßen unterhielt und erklärte. Auch als Musiker, Buchautor und Moderator – unter anderem viele Jahre bei SWR2 – blieb er seiner Leidenschaft für Kultur und Sprache treu.

Für seine Verdienste um den Erhalt des rheinischen Dialekts und der regionalen Kultur wurde Beikircher vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den Rheinlandtaler, den Großen Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, den KölnLiteraturPreis sowie 2012 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Auch als gesundheitliche Probleme ihn zunehmend einschränkten, blieb er seinem Publikum verbunden und stand noch wenige Wochen vor seinem Tod auf der Bühne. Seine Ehefrau Anne Beikircher erinnerte daran, dass er bis zuletzt seinen Humor bewahrt habe und die Menschen mit seiner Kunst „umarmte“.

Am 28. Juli 2026 starb Konrad Beikircher im Alter von 80 Jahren. Mit ihm verliert das Rheinland einen Künstler, der den Dialekt, die Mentalität und den Humor seiner Wahlheimat wie kaum ein anderer auf die Bühne brachte und über Jahrzehnte bewahrte. | © Wikipedia

Verst Juni 26 00

Berühmte und bekannte Deutsche, die 2026 bisher verstorben sind

Um auch einigen bekannten und berühmten deutschen Persönlichkeiten zu Gedenken, die 2026 bereits zuvor verstorben sind, findet ihr hier bei EarlyGame auch Listen zu Prominenten, die im Januar, Februar, März, April, Mai und Juni verstorben sind.

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