Deutschland – Horrorland: Die besten deutschen Horrorfilme aller Zeiten
Deutschland – Horrorland: Die besten deutschen Horrorfilme aller Zeiten
Unheimliche Geistererzählungen oder verstörende Serienkiller – Horrorgeschichten üben seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf uns Menschen aus (und jagen uns zugleich einen Schauer über den Rücken). Amerikanische Horrorfilme sind dabei so populär, dass kaum jemand die ikonischen Mörder aus den bekanntesten Franchises nicht kennt. Doch dabei stellt sich eine Frage: Wie sieht es eigentlich mit Horrorfilmen aus Deutschland aus?
Die deutsche Filmindustrie genießt hierzulande ohnehin nicht den besten Ruf, und gerade das Genre Horror fristet als vermeintliches Nischenthema oft ein Schattendasein. Genau deshalb haben wir uns auf die Suche gemacht und gefragt: Welche deutschen Horrorfilme zählen wirklich zu den besten?
Das Ergebnis präsentieren wir von EarlyGame euch hier – basierend auf Zuschauerbewertungen und in chronologischer Reihenfolge. Falls euch noch weitere empfehlenswerte Filme einfallen, die wir übersehen haben, schreibt sie uns gern in die Kommentare! | © Bombero International, Pathé, Warner Bros. Film Productions Germany
Das Cabinet des Dr. Caligari (1919)
Dieser Film gilt häufig als der erste echte Horrorfilm der Filmgeschichte – und stammt tatsächlich aus Deutschland. Der rätselhafte Dr. Caligari reist mit dem schlafwandelnden Cesare von Jahrmarkt zu Jahrmarkt, doch hinter der scheinbaren Schaustellerei verbirgt sich ein finsteres Geheimnis. Mit seinem expressionistischen Meisterwerk entführt Das Cabinet des Dr. Caligari unter der Regie von Robert Wiene die Zuschauer tief in die dunklen Winkel der menschlichen Psyche. Verzerrte Perspektiven, künstliche Kulissen und ein Spiel aus Licht und Schatten erschaffen einen albtraumhaften Kosmos, in dem Realität und Wahnsinn unaufhaltsam ineinanderfließen. | © Decla-Bioscop AG
Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922)
Wie ein lautloser Fluch zieht ein Schatten durch die engen Gassen: Graf Orlok, ein furchteinflößender Vampir aus Transsylvanien, trägt Tod und Verfall in eine deutsche Hafenstadt. Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens, inszeniert von F. W. Murnau, ist eine finstere, geisterhafte Interpretation von Dracula und gilt bis heute als Meilenstein der Filmgeschichte. Ganz ohne gesprochene Worte entfaltet der expressionistische Klassiker eine beklemmende Stimmung, die sich tief ins Gedächtnis einbrennt. Sein kultureller Einfluss reicht sogar bis in die Popkultur – als Beispiel soll hier nur mal der berühmteste, lebende Unterwasser-Schwamm der Welt zitiert werden: "Nosferaaatuuuh". | © Jofa-Atelier Berlin-Johannisthal
Vampyr - Der Traum des Allan Grey (1932)
Ein düsterer Albtraum in einer Welt, die der Realität entglitten ist: Allan Grey, ein junger Mann, wird von unheimlichen Visionen und einem mysteriösen Vampirfluch heimgesucht. In Carl Theodor Dreyers expressionistischem Meisterwerk verschwimmen Traum und Wirklichkeit in einem geisterhaften, visuellen Abenteuer. Vampyr ist ein fesselndes Spiel mit Angst, Ungewissheit und surrealer Schönheit – ein Film, der das Genre des Horrorfilms auf eine neue, mystische Ebene hob. | © Tobis Filmkunst
Hexen bis aufs Blut gequält (1970)
Europa im 17. Jahrhundert – ein Zeitalter der Angst, der Folter und des religiösen Fanatismus. Inmitten dieser düsteren Kulisse entfesselt sich eine grausame Jagd auf angebliche Hexen, getrieben von Macht, Gier und Perversion. Michael Armstrongs Schocker zeigt den Hexenwahn in all seiner brutalen Konsequenz. Ein Klassiker des deutschen Exploitation-Kinos: schockierend, sadistisch – und erschreckend realistisch. | © HIFI Stereo 70 Kg, Aquila Film Enterprises
Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London (1976)
Nebel liegt über den Gassen von Whitechapel, und mit ihm kommt der Tod. Ein geheimnisvoller Killer hält das viktorianische London in Atem – seine Opfer: Frauen aus dem Schatten der Gesellschaft. Jess Franco inszeniert die berüchtigten Morde des Jack the Ripper als blutigen Thriller voller Atmosphäre, Wahnsinn und Abgründe. Düster, schaurig, stilisiert – ein Serienmörder-Mythos in kultiger Exploitation-Manier.
Zugegeben, der Film ist nicht komplett deutsch. Der Regisseur ist Spanier, produziert wurde er in Deutschland und der Schweiz - dafür spielt aber ein deutsches schauspielerisches Urgestein die Hauptrolle, Klaus Kinski. | © Ascot Film
Der Fan (1982)
Teenagerin Simone ist verliebt – obsessiv, kompromisslos, gefährlich. Als ihr Idol, der Popstar „R“, sie zunächst ignoriert, kippt ihre Schwärmerei in eiskalte Besessenheit. Was als stille Teenieromanze beginnt, endet in einem Albtraum aus Kontrolle, Hingabe und blutiger Konsequenz. Der Fan ist ein eiskalter Kultklassiker des deutschen Psychothrillers – minimalistisch, verstörend und unvergesslich. | © Barbara Moorse Workshop
Nekromantik (1988)
Liebe, Tod und Verfall – in „Nekromantik“ verschwimmen alle Grenzen. Jörg Buttgereits Kult-Schocker folgt dem Leichensammler Rob, der sich mit seiner Partnerin auf ganz besondere Weise der Zweisamkeit hingibt. Ein Tabubruch par excellence: verstörend, morbide poetisch und schockierend konsequent. Kein Film für Zartbesaitete – sondern ein Stück radikales Underground-Kino, das bis heute polarisiert. | © Jörg Buttgereit
Laurin (1989)
Ein kleines Küstendorf, gespenstisch still. Kinder verschwinden. Und die junge Laurin beginnt, Dinge zu sehen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Zwischen viktorianischem Gothic-Horror und poetischem Albtraum entfaltet Robert Sigls „Laurin“ eine unheimliche Geschichte über Verlust, Geheimnisse und das Erwachen einer kindlichen Seele im Schatten des Grauens. Ein visuell faszinierendes, melancholisches Kleinod – fast wie ein düsteres Märchen. | © Salinas, TS-Film, SWF, Dialóg Stúdió
Terror 2000 - Intensivstation Deutschland (1992)
Eine deutsche Horrorkomödie: Ein Wahnsinnsritt durch das vereinte Deutschland der frühen 90er: Ein Neonazi-Polizist, ein dubioses Ehepaar, eine Flüchtlingsfamilie – und mittendrin der blanke, grelle Irrsinn. Christoph Schlingensief entfesselt mit „Terror 2000“ eine anarchische Abrechnung mit Rassismus, Bürokratie und deutscher Doppelmoral. Grotesk, wütend, überdreht – eine filmische Breitseite gegen alles, was sich normal nennt. | © DEM FILM, WDR, NDR
Stapelfahrer Klaus – der erste Arbeitstag (2000)
Auf den ersten Blick wirkt Stapelfahrer Klaus – Der erste Arbeitstag wie ein harmloser Schulungsfilm – doch genau darin liegt seine geniale Stärke. Der Kurzfilm verwandelt alltägliche Arbeitssicherheit in einen gnadenlos schwarzen Horrortrip, bei dem ein Unfall den nächsten jagt. Mit drastischen Bildern, trockenem Humor und bewusst emotionsloser Erzählweise karikiert er das Genre des Lehrfilms und treibt es bis ins Extreme. Gerade diese Mischung aus Realismus, Schockeffekten und bitterböser Satire macht Stapelfahrer Klaus zu einem einzigartigen deutschen Horror-Erlebnis – verstörend, einprägsam und bis heute Kult. | © Michael Sombetzki
Anatomie (2000)
Willkommen in Heidelberg – und in den Fängen einer geheimen Elite. Als die Medizinstudentin Paula in ein angesehenes Anatomieprogramm aufgenommen wird, entdeckt sie ein grausames Netzwerk aus Verschwörung, Kaltblütigkeit und medizinischem Wahnsinn. In den Seziersälen lauert der Tod – nicht nur auf dem OP-Tisch. „Anatomie“ ist ein packender deutscher Thriller zwischen Medizinkrimi und Horror, mit Jasmin Gerat und Franka Potente in Hochspannung. | © Deutsche Columbia Pictures Film Prod., Claussen & Wöbke Film Production
Schlaf (2020)
Schlaf beweist, dass moderner deutscher Horror leise, subtil und zutiefst verstörend sein kann. Der Film von Michael Venus verbindet psychologischen Horror mit folkloristischen Motiven und erschafft eine dichte, unheilvolle Atmosphäre, die weniger auf Schocks als auf unterschwellige Angst setzt. Albträume, Schuld und verdrängte Traumata verschwimmen zunehmend mit der Realität und ziehen das Publikum in einen hypnotischen Strudel des Unbehagens. Gerade diese langsame, konsequente Eskalation und der Fokus auf psychischen Horror machen Schlaf zu einem der eindrucksvollsten deutschen Genrebeiträge der letzten Jahre. | © Junafilm
Antikörper (2005)
Ja, ein deutscher Horrorfilm mit Norman Reedus: Ein Serienmörder ist gefasst – doch die Abgründe beginnen erst jetzt. Als der Landpolizist Michael Martens nach Berlin reist, um den geständigen Kindermörder Gabriel Engel zu befragen, wird sein Glaube auf eine harte Probe gestellt. Zwischen Gut und Böse, Schuld und Erlösung entspinnt sich ein nervenzerrender Psychothriller. „Antikörper“ ist ein düsteres Duell der Überzeugungen – intensiv, verstörend und hochspannend bis zur letzten Sekunde. | ©
MedienKontor, Kinowelt Filmproduktion
Otto; or Up with Dead People (2008)
Otto ist ein Zombie – vielleicht. Oder einfach nur verloren in einer Welt, die ihn nicht versteht. In Bruce LaBruce’s radikalem Mix aus Untoten-Mythos, queerer Subkultur und melancholischem Arthouse-Punkkino taumelt ein junger Mann durch Berlin auf der Suche nach Identität, Liebe und Leben nach dem Tod. „Otto“ ist kein Zombiefilm wie jeder andere – sondern ein experimenteller, politischer und zutiefst persönlicher Trip durch Leere, Lust und Verfall. | © Jürgen Brüning Filmproduktion, New Real Films
Picco (2010)
Willkommen im Jugendknast – wo Menschlichkeit schnell zur Schwäche wird. Der 14-jährige Kevin kommt neu in die Zelle, doch was ihn dort erwartet, übersteigt jede Vorstellung: ein Alltag voller Machtspiele, Gewalt und Schweigen. „Picco“ basiert auf wahren Ereignissen und zeigt schonungslos die brutale Realität eines Systems ohne Ausweg. Ein harter, kompromissloser Film, der tief unter die Haut geht – und lange nachwirkt. | © Walker Worm Film, Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF), 40° Filmproduktion, Philip Koch Filmproduktion
Wir sind die Nacht (2010)
Ewige Jugend, grenzenlose Freiheit – und unstillbarer Durst. Als die rebellische Lena von einer geheimen Vampirclique verführt wird, eröffnet sich ihr eine neue Welt voller Rausch, Macht und Verlangen. Doch mit der Unsterblichkeit kommt der Preis. Wir sind die Nacht ist ein visuell betörender Vampirfilm aus Deutschland – düster, elegant und voller weiblicher Wucht. Blut, Berlin und bittersüße Sehnsucht. | © Celluloid Dreams, Rat Pack Filmproduktion, Constantin Film
Rammbock (2010)
Mitten in Berlin bricht eine mysteriöse Seuche aus – und verwandelt Menschen in rasende, blutrünstige Kreaturen. Eigentlich wollte Michael nur seine Ex-Freundin zurückgewinnen, doch plötzlich ist er mit einem Fremden in einem abgeriegelten Mietshaus gefangen. In klaustrophobischer Enge entfaltet sich ein packender Überlebenskampf. „Rammbock“ ist ein intensiver, atmosphärischer Zombiefilm – made in Germany und überraschend persönlich. | © ZDF, Moneypenny Filmproduktion GmbH
Ich seh, ich seh (2014)
Ich seh, Ich seh ist ein verstörendes Kammerspiel, das mit psychologischem Horror statt billigen Schockeffekten arbeitet. Das Regieduo Veronika Franz und Severin Fiala erzählt eine beklemmende Geschichte über Misstrauen, Identität und familiären Zerfall. In der isolierten Sommeridylle kippt die Realität zunehmend ins Unheimliche, bis sich eine kaum auszuhaltende Spannung entfaltet. Die minimalistische Inszenierung, die starke Bildsprache und der kompromisslose Blick auf kindliche Grausamkeit machen den Film zu einem der eindrucksvollsten deutschsprachigen Horrorwerke der 2010er-Jahre. | © Koch Media
Der Samurai (2014)
Ein stiller Dorfpolizist, ein Mann mit einem Katana – und eine Nacht, in der alle Grenzen zerreißen. In Till Kleinerts „Der Samurai“ trifft düsterer Märchenhorror auf queere Identitätssuche, rauschhaft und voller innerer Zerrissenheit. Zwischen Wolfsmärchen, Blutrausch und Befreiung erzählt der Film von einem Kampf, der weit über das Sichtbare hinausgeht. Wild, sinnlich, verstörend – ein deutscher Genre-Geheimtipp mit Biss. | ©
Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, Schattenkante
Sibylle (2015)
Sibylle zeigt eindrucksvoll, wie wirkungsvoll deutscher Horror im Kurzformat sein kann. Der Film setzt weniger auf explizite Schocks als auf eine stetig anwachsende, beklemmende Atmosphäre, in der sich Realität und Einbildung unheilvoll vermischen. Mit psychologischer Tiefe, starker Bildsprache und einem subtilen Spiel mit Angst und Wahrnehmung entfaltet Sibylle einen nachhaltigen Schrecken, der lange nachwirkt. Gerade diese Konzentration auf Stimmung und innere Abgründe macht den Film zu einem bemerkenswerten Beitrag des modernen deutschen Horrors. | © eksystent distribution filmverleih
Der Nachtmahr (2015)
Was, wenn der wahre Albtraum nicht in deinen Träumen, sondern in der Realität lebt? Als die 17-jährige Tina von einem geheimen, mysteriösen Wesen heimgesucht wird, verschwimmen die Grenzen zwischen Angst, Wahn und Wirklichkeit. Akihiko Ohsawa bringt mit „Der Nachtmahr“ ein intensives und verstörendes Porträt einer jungen Frau, die mit ihren inneren Dämonen kämpft. Ein Film, der den psychischen Horror in einer surrealen, elektrisierenden Bildsprache entfaltet. | © OOO-Films, Bon Voyage Films
Der Bunker (2015)
Ein Student sucht Ruhe zum Lernen – und findet Wahnsinn im Keller. In einem abgelegenen Bunker nimmt ihn eine seltsame Familie auf, die ihn bittet, ihren Sohn auf das Präsidentenamt vorzubereiten. Doch was als skurrile WG beginnt, wird schnell zum absurden Albtraum. „Der Bunker“ ist grotesk, düster-komisch und unberechenbar – ein surrealer Psychotrip irgendwo zwischen Kammerspiel, Parabel und Fiebertraum. | © Kataskop Film, Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion
Abgeschnitten (2018)
Abgeschnitten verbindet klassischen Horror mit hartem Thriller und forensischer Spannung. Regisseur Christian Alvart inszeniert eine düstere Jagd nach der Wahrheit, bei der Leichenhallen, Autopsien und grausame Entdeckungen zur nervenaufreibenden Kulisse werden. Der Film lebt von seinem kompromisslosen Tempo, expliziten Bildern und einer permanenten Bedrohung, die kaum Raum zum Durchatmen lässt. Gerade diese Mischung aus internationalem Genrehandwerk und deutscher Härte macht Abgeschnitten zu einem der intensivsten und mutigsten deutschen Horror-Thriller der letzten Jahre. | © Warner Bros
Der goldene Handschuh (2019)
In den düsteren Straßen Hamburgs trifft sich das Elend in einem heruntergekommenen Kneipenlokal: Der berüchtigte Serienmörder Fritz Honka verbringt seine Nächte im „Goldenen Handschuh“, einem Ort, an dem das Leben längst verloren scheint. Fatih Akins schonungsloses Porträt des Verbrechers und seiner Opfer ist ein gnadenloser Blick auf die dunkelsten Abgründe der menschlichen Natur – ein verstörendes und brutales Werk. | © Bombero International, Pathé, Warner Bros. Film Productions Germany
Des Teufels Bad (2024)
Des Teufels Bad ist ein radikal unbequemer Horrorfilm, der Angst nicht durch Monster, sondern durch historische Realität erzeugt. Das Regieduo Veronika Franz und Severin Fiala zeichnet ein düsteres Bild von Schuld, Depression und religiösem Wahn im ländlichen Europa des 18. Jahrhunderts. In langsamen, beklemmenden Bildern entfaltet sich ein existenzieller Horror, der tief unter die Haut geht und lange nachwirkt. Gerade diese kompromisslose Ernsthaftigkeit und historische Verankerung machen Des Teufels Bad zu einem der eindrucksvollsten und verstörendsten deutschsprachigen Horrorfilme der letzten Jahre. | © Plaion Pictures
Deutsche Klassiker, die man heute nicht mehr gucken kann
Horror muss nicht immer mit Geistern, Blut und Jumpscares zu tun haben, manchmal kann es schon erschreckend genug sein, sich anzusehen, was einst als "großes Deutsches Kino" galt, inzwischen aber eher ein Fall für den Giftschrank sein könnte.
Damit ihr diese Streifen in Zukunft vermeiden könnt, haben wir hier für euch Deutsche Klassiker, die man heute nicht mehr schauen kann.
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