Bekannte und berühmte Deutsche, die im März 2025 verstarben
Bekannte und berühmte Deutsche, die im März 2025 gestorben sind
Wir leben in einer Welt in der alles immer effizienter und schneller von Statten gehen muss, in der wir kaum noch Zeit haben zurückzublicken. Dabei ist dieser Blick in die Vergangenheit wichtig, um zu lernen und nicht zu vergessen.
Da es aber vieles gibt, besonders Menschen, die wir nicht vergessen möchten oder sollten, wollen wir einen Blick zurück werfen – ein ganzes Jahr, hin zu den Menschen, die uns im März 2025 verlassen haben. Hier eine Liste berühmter und bekannter Deutscher, die von uns gingen.
Bernhard Vogel († 02. März 2025)
Bernhard Vogel ist ein deutscher Politiker der CDU und zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der Nachkriegspolitik in Deutschland. Er wurde 1932 in Göttingen geboren und war einer der wenigen Politiker, die sowohl in einem west- als auch in einem ostdeutschen Bundesland Ministerpräsident waren: von 1976 bis 1988 in Rheinland-Pfalz und von 1992 bis 2003 in Thüringen. Vogel galt als Brückenbauer zwischen Ost und West nach der Wiedervereinigung und setzte sich besonders für den demokratischen Aufbau in Thüringen ein. Er war außerdem langjähriger Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. | © SWR
Madlen Boy († 06. März 2025)
Madlen Boy war eine talentierte deutsche Springreiterin, die am 6. März 2025 im Alter von nur 19 Jahren nach einem tragischen Trainingsunfall verstarb. Sie stammte aus Coppenbrügge und war langjährige Jugend-Kaderreiterin des Pferdesportverbandes Hannover. Zu ihren größten Erfolgen zählte der Sieg im Großen Preis der Verdener Jugend-Challenge 2021 mit ihrer Stute Charlet Blue. Nach ihrer Ausbildung zur Pferdewirtin arbeitete sie im Ausbildungs- und Verkaufsstall des japanischen Springreiters Tadahiro Hayashi in Rheine. Ihr plötzlicher Tod hinterlässt eine große Lücke in der deutschen Reitsportgemeinschaft. | © Pferdesportverband Hannover e.V.
Wolfgang Engel († 07. März 2025)
Wolfgang Engel – geboren am 13. August 1943 in Schwerin – war ein einflussreicher deutscher Theaterregisseur, Schauspieler und Intendant, der über Jahrzehnte die deutschsprachige Bühnenlandschaft nachhaltig geprägt hat.
Er begann seine künstlerische Laufbahn in seiner Geburtsstadt Schwerin, wo er nach einer Bühnenreifeprüfung zunächst als Schauspieler und Regieassistent arbeitete, bevor er eigene Inszenierungen übernahm. In den 1970er Jahren war er als Regisseur an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul und am Jugendtheater in Berlin tätig. Ab 1978 lehrte Engel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.
In den 1980er Jahren wurde er festes Ensemblemitglied am Staatsschauspiel Dresden, wo er sich als einer der wichtigsten Regisseure der DDR etablierte und u. a. mit Stücken wie „Warten auf Godot“ oder Goethes „Faust“ hohe Anerkennung erlangte. Seine Arbeiten führten ihn bereits vor der Wende auch in den Westen Europas, an Häuser wie das Staatstheater Saarbrücken, das Burgtheater Wien oder das Schauspielhaus Zürich.
Nach der Wiedervereinigung war Engel von 1991 bis 1994 fest am Schauspiel Frankfurt, bevor er von 1995 bis 2008 als Intendant das Schauspiel Leipzig leitete. In Leipzig setzte er klassische und moderne Stoffe auf die Bühne und suchte stets den Dialog mit gesellschaftlichen Gegenwartsfragen.
Engel war Mitglied der Initiative #ActOut, in der sich Künstler*innen der darstellenden Künste zu Sichtbarkeit und Vielfalt bekannten. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Kunstpreis der DDR, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, der Konrad-Wolf-Preis, der Leipziger Theaterpreis und 2011 der Deutsche Theaterpreis „Der Faust“ für sein Lebenswerk.
Wolfgang Engel starb am 7. März 2025 im Alter von 81 Jahren in Leipzig; seine Urne wurde auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt. | © Sächsische Akademie der Künste / Klaus Gigga
Hans Peter Korff († 09. März 2025)
Hans Peter Korff ist ein deutscher Schauspieler, der vor allem durch seine Rollen in Fernsehserien bekannt wurde. Geboren wurde er 1942 in Hamburg. Große Popularität erlangte er in den 1980er-Jahren durch die Familienserie „Diese Drombuschs“, in der er den sympathischen Vater Siegfried Drombusch spielte. Auch in Serien wie Adelheid und ihre Mörder oder Großstadtrevier trat er auf und zeigte seine Vielseitigkeit zwischen Komödie und Drama. Korff ist außerdem als Theaterdarsteller aktiv und mit der Schauspielerin Christiane Leuchtmann verheiratet, mit der er auch gelegentlich gemeinsam auftritt. | © ZDF
Karin Lesch († 12. März 2025)
Karin Lesch war eine deutsch-schweizerische Schauspielerin, die vor allem durch ihre Rolle der Königin im Märchenklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ einem Millionenpublikum bekannt wurde. Über viele Jahre gehörte sie zu den prägenden Gesichtern des Theater- und Filmschaffens der DDR.
Karin Lesch entstammte einer traditionsreichen Künstlerfamilie. Ihre Mutter war die österreichische Schauspielerin Mathilde Danegger, ihr Vater der Schweizer Regisseur und Autor Walter Lesch. Nach Stationen in der Schweiz und Westdeutschland zog die Familie Anfang der 1950er-Jahre nach Ost-Berlin, wo Lesch aufwuchs und schließlich an der Staatlichen Schauspielschule Berlin ihre Ausbildung absolvierte. Ursprünglich hatte sie eine Laufbahn als Pianistin angestrebt, musste diesen Plan jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.
Seit dem Ende der 1950er-Jahre arbeitete sie an verschiedenen Berliner Bühnen sowie bei der DEFA. Engagements führten sie unter anderem an das Hans-Otto-Theater Potsdam und an das Staatstheater Dresden. Früh machte sie mit Rollen in Filmproduktionen wie „Eine alte Liebe“ (1959) und der Märchenverfilmung „Das Zaubermännchen“ (1960) auf sich aufmerksam.
Ihre bekannteste und bis heute unvergessene Darstellung gelang ihr 1973 als warmherzige, kluge Königin im deutsch-tschechischen Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Der Schauspieler Rolf Hoppe, der den König spielte, hatte sie ausdrücklich als Partnerin vorgeschlagen. Der Film entwickelte sich zu einem generationsübergreifenden Weihnachtsklassiker und machte Lesch dauerhaft einem internationalen Publikum bekannt.
Nach den 1970er-Jahren zog sich Karin Lesch zunehmend aus Film und Öffentlichkeit zurück und beendete 1977 ihre Schauspielkarriere. Sie unterstützte fortan ihren Ehemann, den Regisseur und späteren DEFA-Generaldirektor Hans-Dieter Mäde. Die letzten Lebensjahre verbrachte sie im Raum Berlin-Brandenburg.
Karin Lesch starb am 12. März 2025 im Alter von 89 Jahren in einem Seniorenheim in Königs Wusterhausen. Mit ihr ging eine der letzten noch lebenden Darstellerinnen eines der beliebtesten europäischen Märchenfilme – ihre Darstellung der Königin bleibt jedoch bis heute fester Bestandteil der Weihnachts- und Filmkultur im deutschsprachigen Raum. | ©
Filmové Studio Barrandov DEFA
Doris Fitschen († 15. März 2025)
Doris Fitschen ist eine ehemalige deutsche Fußballspielerin und gilt als eine der Pionierinnen des Frauenfußballs in Deutschland. Sie wurde 1968 in Zeven geboren und spielte unter anderem für den FSV Frankfurt und den 1. FFC Frankfurt. Mit der deutschen Nationalmannschaft gewann sie 1989, 1991 und 1995 die Europameisterschaft und wurde 2000 Olympiadritte. Für ihre Leistungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Silbernen Lorbeerblatt. Nach ihrer aktiven Karriere engagierte sie sich im Management und der Weiterentwicklung des Frauenfußballs beim DFB. | © DFB
Rolf Schimpf († 22. März 2025)
Rolf Schimpf war ein deutscher Schauspieler, der vor allem durch seine Rolle als Kommissar und später Hauptkommissar Leo Kress in der ZDF-Krimireihe Der Alte bekannt wurde. Er wurde 1924 in Heilbronn geboren und war über viele Jahrzehnte in Film, Fernsehen und Theater aktiv. Die Rolle des Kress übernahm er 1986 und prägte die Serie bis zu seinem Ausstieg im Jahr 2007. Mit seiner ruhigen, überlegten Art verlieh er der Figur eine besondere Tiefe und machte sie beim Publikum sehr beliebt. | © Imago
Antje-Katrin Kühnemann († 28. März 2025)
Antje-Katrin Kühnemann ist eine deutsche Ärztin und Fernsehmoderatorin. Bekannt wurde sie vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren durch ihre Auftritte in Gesundheits- und Wissenschaftssendungen, insbesondere in der ZDF-Reihe Gesundheitsmagazin Praxis. Durch ihre freundliche und kompetente Art wurde sie zu einer der beliebtesten TV-Ärztinnen Deutschlands. Neben ihrer Fernseharbeit engagierte sie sich auch in der gesundheitlichen Aufklärung der Bevölkerung. Ihr Ziel war es immer, medizinische Themen für ein breites Publikum verständlich und zugänglich zu machen. | © IMAGO / Lindenthaler
Gerd Poppe († 29. März 2025)
Gerd Poppe war ein deutscher Politiker, Bürgerrechtler und Menschenrechtsaktivist, der als prominenter Oppositionsführer in der DDR und später als Bundestagsabgeordneter und Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe wirkte.
Poppe studierte Physik an der Universität Rostock und arbeitete von 1965 bis 1976 als Physiker im Halbleiterwerk Stahnsdorf. Schon in den späten 1960er-Jahren engagierte er sich in oppositionellen Kreisen in Ost-Berlin, knüpfte Kontakte zu regimekritischen Intellektuellen wie Robert Havemann und protestierte offen gegen politische Repressionen, etwa die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976. Aufgrund seines Engagements wurde er vom Staat zunehmend ausgegrenzt und beruflich behindert.
1975 verweigerte Poppe den Wehrdienst mit der Waffe und leistete stattdessen sechs Monate als Bausoldat; später arbeitete er zeitweise als Maschinist in einer Schwimmhalle und als Ingenieur im Baubüro des Diakonischen Werks. 1985 gehörte er zusammen mit Ulrike Poppe, Bärbel Bohley und Wolfgang Templin zu den Mitbegründern der „Initiative Frieden und Menschenrechte“ (IFM), einer der zentralen Oppositionsgruppen in der DDR. In dieser Zeit organisierte er Samisdat-Publikationen, öffnete sein Prenzlauer-Berg-Wohnzimmer für literarische und politische Abende und baute Netzwerke mit anderen kritischen Gruppen im Osten und Westen Europas auf.
Während der friedlichen Revolution von 1989/90 war Poppe Vertreter der IFM am Zentralen Runden Tisch. Nach den ersten freien Volkskammerwahlen 1990 war er zunächst Minister ohne Geschäftsbereich im Kabinett Modrow und zog dann für die gemeinsame Liste Bündnis 90 (später Bündnis 90/Die Grünen) in die frei gewählte Volkskammer und anschließend in den Deutschen Bundestag ein, wo er bis 1998 als Abgeordneter tätig war. In dieser Zeit war er außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und Mitglied der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament wurde Poppe von 1998 bis 2003 der erste Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt. Darüber hinaus war er langjähriges Vorstandsmitglied der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und ein engagierter Mahner gegen autoritäre Entwicklungen auch außerhalb Deutschlands.
Gerd Poppe starb vier Tage nach seinem 84. Geburtstag am 29. März 2025 in Berlin. Sein Leben und Wirken gelten als Beispiel für konsequentes, gewaltfreies Engagement für Freiheit, Menschenrechte und demokratische Werte in den herausfordernden Jahrzehnten deutscher Geschichte. | © Wikipedia
Marlon Höfer († März 2025)
Marlon Höfer war ein engagierter Nachwuchs-Torwarttrainer beim 1. FC Union Berlin. Er verstarb im Februar 2025 im Alter von nur 28 Jahren. Neben seiner Tätigkeit als Torwarttrainer der U14-Mannschaft im Nachwuchsleistungszentrum des Vereins arbeitete er als Lehrer für Sport und Italienisch und lebte mit seiner Familie in Berlin-Köpenick. Höfer war ein begeisterter Union-Fan und verbrachte, wann immer möglich, Zeit im Stadion. Seine Leidenschaft für den Fußballsport war ansteckend, und die jungen Spieler erlebten ihn als freundlichen, aber auch fordernden Trainer. Der Verein und die Union-Stiftung riefen zu Spenden auf, um seine hinterbliebene Frau und die beiden Kinder in dieser schweren Zeit zu unterstützen. | © 1. FC Union Berlin
AnNa R. († März 2025)
AnNa R., mit bürgerlichem Namen Andrea Neuenhofen (geborene Rosenbaum), ist eine deutsche Sängerin, die vor allem als Teil des Pop-Duos Rosenstolz bekannt wurde. Gemeinsam mit Peter Plate feierte sie in den 1990er- und 2000er-Jahren große Erfolge mit Songs wie "Liebe ist alles", "Ich bin ich (Wir sind wir)" oder "Gib mir Sonne". Ihre kraftvolle, rauchige Stimme und ihre emotionalen Texte machten sie zu einer der prägenden Stimmen der deutschsprachigen Popmusik. Nach der Rosenstolz-Pause startete sie auch Solo-Projekte und arbeitete an verschiedenen Musik- und Theaterproduktionen. | © Instagram
Berühmte und bekannteDeutsche, die 2025 gestorben sind
Um auch einigen bekannten deutschen Persönlichkeiten zu Gedenken, die in anderen Monaten 2025 verstorben sind, findet ihr hier bei EarlyGame auch Listen zu Prominenten, die im Januar, Februar, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und Dezember letzten Jahres von uns gegangen sind.
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